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    Es folgt meine Zusammenfassung vom FFF '04 in Hamburg. Dieses Mal habe ich auch ausnahmsweise mal Noten verteilt.

    CONTROL (Kontroll, Ungarn 2003)

    Für mich eine der größten (wenn nicht DIE) Überraschung des ganzen Festivals. Sympathische Loserfiguren, ein spannender Serienkiller-Nebenplot und eine dichte, fast schon surreale anmutende Metro-Atmosphäre. Die Tatsache, dass der komplette Film nicht ein einziges Mal am Tageslicht spielt,
    hat mir auch sehr gut gefallen. Der düstere, an Fincher angelehnte Look des Films, der fast schon psychedelische Soundtrack und die temporeichen Verfolgungsszenen lassen auch über diverse Längen hinwegsehen. Das Ende lässt zum Glück genug Freiraum für Interpretationen. Perfekter Eröffnungsfilm.
    9/10

    AZUMI (J 2003)

    Kitamura hat sich seit VERSUS sichtbar weiterentwickelt. Zwar wird immer noch gesäbelt und geschlachtet, was das Kunstblut hergibt, aber dieses Mal kommen auch die emotionalen Momente nicht zu kurz. Die Übergänge zwischen Melodram und Schwertduell sind nach wie vor etwas
    holprig geraten, dafür sind die Actionsequenzen aber erstklassig in Szene gesetzt. Allemal die zückersüße Hauptdarstellerin Aya Ueto ist einen Blick wert. AZUMI ist kein Meisterwerk, aber einer der besseren Swordplay-Streifen aus jüngster Zeit und ein einziger audiovisueller Hochgenuß, was man von der peinlichen, minutenlangen Unterbrechung gegen Ende nicht behaupten kann...
    8/10

    MUCHA SANGRE (E 2002)

    Angesichts der Lobeshymnen aus dem UF war ich doch eher ernüchtert ob des gesehenen Films. Ein Glück, dass ich schon im leicht alkoholisierten Zustand in die Vorstellung getaumelt bin, anders lässt sich diese Tour de Farce auch nicht überstehen. Den BRAINDEAD-Vergleichen kann MUCHA SANGRE zu keinem Zeitpunkt standhalten, er wirkte eher wie eine überzogenes Alex De la Iglesia meets From Dusk till Dawn meets Bad Taste, das ganze durch den Trash-Fleischwolf gedreht. MUCHA SANGRE entbehrt jeglicher Political Correctness und serviert ein Baller- und Schlachtspektakel ohne Anspruch. Auch die Gags und Effekte zünden nicht immer. Was bleibt ist ein Stinkefinger von einem Funsplatter Movie, aber meilenweit von einem guten Film entfernt.
    5/10

    THE BUTTERFLY EFFECT (USA 2004)

    Diverse Klischees und Logikfehler können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film durchaus zu unterhalten weiß und sogar Ashton Kutcher macht seine Sache recht ordentlich, was ich ihm nach seinen Klamaukfilmen und der MTV-Show "Punk'd" (wie wohl die meisten) gar nicht zugetraut hätte. Man sollte keinen Horrorthriller erwarten, sondern eher ein bitterböses, bisweilen makaberes Mysterydrama, das in seiner Ausführung noch ein Stück konsequenter hätte sein können (bin auf den DC gespannt).
    7/10

    THE MACHINIST (E 2004)

    Christian Bale liefert eine beängistgend gute Darstellung eines bis auf die Knochen abgemagerten und von Paranoia und Schlaflosigkeit geplagten Fabrikarbeiters. Der Film wird zu großen Teilen einzig von seiner Leistung getragen, aber auch Jennifer Jason Leigh spielt absolut glaubhaft und gib sich sehr freizügig. Die Auflösung dieses filmischen Puzzles ist leider schon früh absehbar und pendelt irgendwo zwischen Lynch und FIGHT CLUB. Aber gut geklaut ist schon mal besser als schlecht kopiert.
    8/10

    OLDBOY (Oldeuboi, ROK 2003)

    Für mich DAS Highlight des Festivals, obwohl ich den Film schon zuvor gesehen hatte. Chan-wook Park's Meisterwerk über den Rachefeldzug eines Mannes, der zum Opfer seiner eigenen Vergangenheit wird, entfaltet erst auf der großen Leinwand seine volle Kraft. Geniale, nie zuvor gesehene Bilder und ein toller Score tragen zur hypnotischen und packenden Atmosphäre des Films bei. Der Hauptdarsteller Min-sik Choi bietet eine eine überragende
    Leistung und hält gekonnt die emotionale Balance zwischen Verzweiflung, Hass und Freude. Das Ende mag recht kontrovers wirken, aber zumindest hat man noch lange an dem Film zu knabbern.
    10/10

    HELLBOY (USA 2004)

    Eigentlich genau das, was ich erwartet hatte. Ein Ideen- und anspruchsloses Effektspektakel, das vor allem durch seinen charismatischen Hauptdarsteller zum Schmunzeln anregt. Gestört hat mich vor allem, dass viele Szenen fast 1:1 aus Blade II übernommen wurden. Scheibar hat Del Toro mit THE DEVIL'S BACKBONE bereits den Zenit seines Schaffens erreicht. HELLBOY ist Trash in
    Reinstform, nur eben auf wesentlich höherem technischen Niveau als z.B. MUCHA SANGRE. Unterm Strich bleibt ein Film, den man sich ansehen kann, aber man verpasst auch nichts, wenn man dies nicht tut. Etwas überrascht war ich dann schon über den euphorischen Beifallssturm nach Ende des Films.
    6/10

    SAW (USA 2004)

    Spannend und knallhart bis zum wendunsgreichen Finale. Längst nicht so brutal (von einer Szene mal abgesehen) wie es uns die MPAA weiß machen will, auf in Sachen Innovation wird der Film sowieso nicht punkten, abgesehen von den herrlich gemeinen Mordinstrumenten. Die Darsteller sind solide bis schlecht (Danny Glover schien etwas unterfordert in seiner Rolle als Morgan Freeman-Klon), aber die gekonnt eingesetzten Spannungsmomente und
    der tiefschwarze Humor machen den Film sehenswert.
    7/10

    MEMORIES OF MURDER (Salinui chueok, ROK 2003)

    Die zweite Überraschung des Festivals. Ohne Klischees und entgegen aller Genrekonventionen wird hier die Geschichte einer absurden Ermittlung erzählt, deren Verlauf fast zu unglaublich anmutet, um wahr zu sein. Die besten Stroies schreibt wirklich das Leben. Mit den vielen humoristischen, aber nicht albernen Szenen konnten viele Zuschauer nichts anfangen, mir gefielen sie aber sehr gut und sie fügten sich hervorragend ins Gesamtbild ein. Gleiches trifft auf das Finale zu. Ein sehr bodenständiger, rätselhafter und eigenwilliger Thriller mit guten Darstellern und schön fotografierten Bildern.
    8/10

    OPEN WATER (USA 2003)

    Viel gibt es über diesen Film nicht zu schreiben. Er beginnt gemächlich, steigert sich unaufhaltsam ins Grauen und ehe man sich versieht, ist auch schon alles vorüber. Aus der hoffnungslosen Ausgangssituation holt der Film das beste heraus. Die Darsteller machen ihre Sache gut, obwohl ihr Verhalten teilweise nicht ganz nachvollziehbar ist. Als Abschlußfilm fand ihn nicht so gut gewählt, da man schon merkte, dass viele Zuschauer entweder gelangweilt, entäuscht oder entsetzt den Saal verließen. Auf jeden Fall einer der beklemmendsten Seefilme, die ich bislang gesehen habe und mir die Lust auf einen Tauchkurs im Ozean so richtig versaut hat.
    7/10

    Es war im übrigen mein erster FFF-Besuch und mit Sicherheit nicht mein letzter, was vor allem an dem gut aufgelegten Publikum und der - im großen und ganzen - sehr guten Filmauswahl lag. Schön war es vor allem, auch mal asiatische Filme mit englischen Untertiteln in einem großen Saal zu sehen ohne das gleich jemand aufschreit "Was soll denn der Scheiß?".

  2. #282
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    @LikeMike: Deine Ausführungen machen zwar Sinn, aber diese Szenen haben mich trotzdem gestört, da ich sie für den Film als nicht wichtig empfand.

    Die Szene auf dem Polizeirevier hätte man zumindest nicht gleich an den Anfang legen sollen. Dadurch dauert es zu lang, bis die eigentliche Handlung beginnt, außerdem wirken die ersten Minuten deswegen wie eine Komödie. Man hätte diese Szenen eher als Rückblende einbauen sollen, während seiner Gefangenschaft hätte er ja reichlich Zeit gehabt, sich zu erinnern.

  3. #283
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    Zitat Zitat von Der Große Coordinator
    ...„Focus Dedoens“...



    Das war ich nicht! Das war der Fehlerteufel, ich schwör's!

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