Cinefacts

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  1. #1141
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    @Schweizer
    Mit dem Humor in "Skyfall" habe ich kein Problem - weil eingebettet in ein "hartes Umfeld". Moore war mir einfach zu snobistisch und "Lordchen". Außer in "FYEO" waren die Geschichten irgendwie schon die Parodie einer Parodie.
    Auch bin ich ganz Deiner Meinung bezüglich "Logik". Bitte wer um Himmels Willen erwartet sich bei einem Bond absoluten Realismus und Schlüssigkeit! Letztendlich war und ist das immer eine überhöhte Kunstfigur im einem "realitätsbezogenem", aber künstlichen Umfeld. Wer da Logiklöcher sucht, ist im falschen Film. Und was Du sagst stimmt: die Meisterschaft eines klasse Bond Films besteht darin, Realität und Utopie so zu verschmelzen, dass man als Zuseher "weg kippt" und das freudig akzeptiert und "mit geht". Und gerade DAS schafft "Skyfall" extrem gut. Die "Bond Feeling" Zutaten kommen wieder voll in's Spiel, man hat auch nicht das Gefühl alles schon zum x-ten Mal gesehen zu haben - siehe die sich ständig wiederholenden Skiverfolgungsjagden. In all der "wohligen Gewohnheit" ,die man ja als Bond Fan immer wieder sucht, ist das alles total erfrischend und - im Gegensatz zu vielen der letzten Filme - auch manchmal richtig spannend, weil Dinge geschehen (will jetzt nicht "spoilern"), die ja so eigentlich nicht geschehen dürften. Von der Story fand ich "Skyfall" nicht wirklich schlechter als CR, es ist halt mehr ein "Großputz in der Familie" als eine reine Agentengeschichte - aber ab jetzt müssen die Autoren findig sein...

  2. #1142
    Uli Kunkel 2.0
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Großartiger Film und großartiger Bond-Film

    Unbedingt in meiner Top 5 der besten Bonds aller Zeiten

  3. #1143
    Uli Kunkel 2.0
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    ...wenn beim nächsten Film jetzt noch die Gun-Barrel-Sequenz wieder zum Beginn des Films zu sehen ist, ist meine Bond Welt wieder in Ordnung

  4. #1144
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von Waffler Beitrag anzeigen
    Verflixt! Thomas, David, Lionel, Randy... bei der Newman-Sippe kommt man aber auch schnell mal durcheinander.
    Alfred Newman (Bruder von Lionel) gab's auch noch. Ist aber inzwischen - wie sein Bruder - schon lange tot.

  5. #1145
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von alterfilmnarr Beitrag anzeigen
    @robinson
    Scheint mir auch so. Da gibt es einen echten "Generationenbruch". Filmfans in meinem Alter hatten oft heftige Vorbehalte gegenüber Moores Interpretation (Prägung ist alles ) - und finden Craig jetzt meist echt toll. Und wie schon einmal früher erwähnt: die Lektüre der Originalromane trägt natürlich auch etwas zur Rezeption bei. Abgeschnipselte Finger etc. - solche Brutalitäten waren in einem Moore nicht vorstellbar...
    Ich bin mit Moore aufgewachsen. In meiner Zeit (bis Highlander, Name der Rose) kannte man Sean Connery fast nicht mehr. Moore war DER Bond.
    Moore hat die Filmserie meiner Meinung nach in Bezug auf die heutige Erwartungshaltung der Fans mehr geprägt als Connery.
    Dessen sind sich viel Leute gar nicht bewusst. Der Stil von Roger Moore war familientauglich, da konnte man die Freundin, die Mama und auch die Oma mitnehmen und jedem hat es gefallen.
    Nach Dalton kam Brosnan so gut an, weil er viel von der lockeren Moore Art hatte und genau die wird bei Craig von vielen schmerzlich vermisst.
    Ich für meinen Teil (kenne alle Bücher) sehe in Craig eine moderne Rückkehr zu Dr. No, From Russia with love und dem Ian Fleming Buch Bond. Viel näher an Connery und den Büchern dran, als man glaubt. Genau hier liegt aber für viele Leute das Problem, weil der Roger Moore Style für sehr viele Fans unterbewusst absolut prägend war und aber ironischerweise als bester Bond Sean Connery gilt.

  6. #1146
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Skyfall

    Nicht der beste Bond-Film, aber definitiv der schönste; Roger Deakins ist Gott! Die Besetzung ist klasse und Javier Bardem gibt den furchteinflößendsten Bösewicht der Reihe. Die Szene, als er sein Gebiss herausnimmt, ist mal richtig fies.

    Adeles Titelsong gehört auch zu den besseren der Reihe, dafür ist der Score leider enttäuschend.

    Ein bisschen arg lang ist der Film geworden, so dass es im Mittelteil etwas Leerlauf gibt, aber im Grunde entschädigt schon die Action der Pre-title-Sequenz mehr als genug. Das title design ist dann auch ganz hervorragend. Der Schweizer wird mir sicher zustimmen.

    Gut gelungen sind dann auch die kleinen und nicht ganz so kleinen Anspielungen und Reminiszenzen an die alten Filme, die für einige Lacher sorgen. Das Ende ist dann, trotz Ms Tod richtig toll. Insgesamt knapp 4,5/5.

  7. #1147
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von executor Beitrag anzeigen
    ...wer direkt SO EINE arschige Nullaussage als Begründung für das Nichtgefallen anderer einbringt, ohne weiter überhaupt auf den Inhalt einzugehen und direkt die "bester Bond in der Geschichte. Definitiv"-Karte (yeah, right) zückt, nur um einen Moment später irgendwas von "Fast-Food-Bond" zu labern (klar, denn "Quantum" war so mainstreamig, hammer! ), der, ja, ihr könnt euch zusammen reimen, was ich hier selbst ansonsten für eine arschige Aussage dazu hinsetzen könnte...

    Der Satz ist nicht "Mendes lässt sich zu viel Zeit", sondern "Mendes lässt sich zu viel Zeit für Sachen die komplett überflüssig sind"! Ansonsten stimme ich dem leider nicht stillen Wasser zumindest dahingehend zu, dass die Optik extremst gut war, daran gibt es nichts zu rütteln!
    Wenn du die so rauh angemacht fühlst, liefere ich für Dich und alle anderen natürlich noch eine Begründung hinterher.

    Das Plus an Länge kommt hier doch ziemlich eindeutig der Vertiefung der Charaktere zu gute. Da ist nicht eine Minute zuviel drin. Hohe schauspielerische Qualitäten, dazu ein gutes Buch mit guten, witzigen, scharfen, pointierten Dialogen tragen überdeutlich zur Feinzeichnung vor allem der Hauptfiguren bei. So etwas kann man nicht in Action-Szenen zeigen. Ich sehe hier eine Qualität die ich persönlich in keinem anderen Bond-Film zuvor gesehen habe.
    Nur dazu braucht es auch einen Regisseur wie Sam Mendes der Schauspieler führen kann und Erfahrungen aus unterschiedlichen Genres mitbringt. Ein Marc Forster mag ein grandioser Schnitt-Ästhet sein, Martin Campbell ein guter Action-Regisseur, jedoch dass was für mich großes, nachhaltiges und cineastisches Kino ausmacht, dass erlebe ich Falle Bond bei "Skyfall".

    Mir tut es fast leid, dass so eine cineastische Qualität nur noch von wenig Leuten erkannt und gewürdigt wird. Nur darauf bezog sich meine zugegeben etwas ätzende Äußerung die selbstverständlich kein Angriff auf Dich sein soll,
    sondern lediglich eine Kritik am vorherrschenden oberflächlichen Beurteilen
    von Filmen in denen mal nicht alle 5 Sekunden ein Schnitt erfolgt.

    Diese Meinung mag Dir nicht gefallen, ist aber meine Meinung.

    "Quantum of Solace" ist gegen "Skyfall" einfach nur ein Video-Clip,
    der durchaus seinen Charme hat, aber nicht ansatzweise das liefert
    was Sam Mendes und Crew mit "Skyfall" geleistet haben.

  8. #1148
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Ich werde mir den Film am we angucken und bin echt mal gespannt wie der Film ist. Hier gehen die Meinungen ja arg auseinander.

    Vg
    Reiner Prohaska

  9. #1149
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von Stillwater Beitrag anzeigen

    Das Plus an Länge kommt hier doch ziemlich eindeutig der Vertiefung der Charaktere zu gute. Da ist nicht eine Minute zuviel drin. Hohe schauspielerische Qualitäten, dazu ein gutes Buch mit guten, witzigen, scharfen, pointierten Dialogen tragen überdeutlich zur Feinzeichnung vor allem der Hauptfiguren bei. So etwas kann man nicht in Action-Szenen zeigen. Ich sehe hier eine Qualität die ich persönlich in keinem anderen Bond-Film zuvor gesehen habe.
    Nur dazu braucht es auch einen Regisseur wie Sam Mendes der Schauspieler führen kann und Erfahrungen aus unterschiedlichen Genres mitbringt. Ein Marc Forster mag ein grandioser Schnitt-Ästhet sein, Martin Campbell ein guter Action-Regisseur, jedoch dass was für mich großes, nachhaltiges und cineastisches Kino ausmacht, dass erlebe ich Falle Bond bei "Skyfall".

    Mir tut es fast leid, dass so eine cineastische Qualität nur noch von wenig Leuten erkannt und gewürdigt wird. Nur darauf bezog sich meine zugegeben etwas ätzende Äußerung die selbstverständlich kein Angriff auf Dich sein soll,
    sondern lediglich eine Kritik am vorherrschenden oberflächlichen Beurteilen
    von Filmen in denen mal nicht alle 5 Sekunden ein Schnitt erfolgt.
    So sehe ich es mehr oder minder auch.
    SKYFALL ist einfach super. Ich war am Ende begeistert, dass der Film mit seiner stolzen Länge zwar nur eine Handvoll Actionszenen bot, aber dennoch zu keiner Sekunde gelangweilt hat.
    Die Charaktere sind wirklich toll ausgearbeitet, die Dialoge spitze. Die Story ist im Grunde einfach gehalten, aber einfach weltklasse erzählt.
    So eine Optik und Inszinierung findet man heute leider kaum noch im Kino. Der nicht nur optisch phänomenale Zweikampf in Shanghai hat mich so sehr beeindruckt wie schon lange keine Actionszene mehr.

    SKYFALL ist sicher nicht perfekt, aber dennoch ein sehr, sehr starker Film.

  10. #1150
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von reinerpro Beitrag anzeigen
    Ich werde mir den Film am we angucken und bin echt mal gespannt wie der Film ist. Hier gehen die Meinungen ja arg auseinander.

    Vg
    Reiner Prohaska
    Ich finde es gut, wenn die Meinungen auseinandergehen. Viel mehr Befürchtungen hätte ich, wenn alle derselben Meinung wären.
    Lieber schlage ich mich nach der Sichtung auf eine Seite und bin damit total begeistert oder abgeneigt als einen massenkompatiblen und beliebigen Brosnan Bond zu sehen.
    Ich hoffe sehr, dass der User Stilwater mit seinem vorherigen Posting recht behält. Es erscheint mir aber recht plausibel.

  11. #1151
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Ich wollte noch "Sorry" sagen für die diversen Tippfehler in meinem Beitrag. Aber ich war in Eile.

  12. #1152
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von Stillwater Beitrag anzeigen
    Wenn du die so rauh angemacht fühlst, liefere ich für Dich und alle anderen natürlich noch eine Begründung hinterher.

    Das Plus an Länge kommt hier doch ziemlich eindeutig der Vertiefung der Charaktere zu gute. Da ist nicht eine Minute zuviel drin. Hohe schauspielerische Qualitäten, dazu ein gutes Buch mit guten, witzigen, scharfen, pointierten Dialogen tragen überdeutlich zur Feinzeichnung vor allem der Hauptfiguren bei. So etwas kann man nicht in Action-Szenen zeigen. Ich sehe hier eine Qualität die ich persönlich in keinem anderen Bond-Film zuvor gesehen habe.
    Nur dazu braucht es auch einen Regisseur wie Sam Mendes der Schauspieler führen kann und Erfahrungen aus unterschiedlichen Genres mitbringt. Ein Marc Forster mag ein grandioser Schnitt-Ästhet sein, Martin Campbell ein guter Action-Regisseur, jedoch dass was für mich großes, nachhaltiges und cineastisches Kino ausmacht, dass erlebe ich Falle Bond bei "Skyfall".


    Mir tut es fast leid, dass so eine cineastische Qualität nur noch von wenig Leuten erkannt und gewürdigt wird. Nur darauf bezog sich meine zugegeben etwas ätzende Äußerung die selbstverständlich kein Angriff auf Dich sein soll,
    sondern lediglich eine Kritik am vorherrschenden oberflächlichen Beurteilen
    von Filmen in denen mal nicht alle 5 Sekunden ein Schnitt erfolgt.

    Diese Meinung mag Dir nicht gefallen, ist aber meine Meinung.

    "Quantum of Solace" ist gegen "Skyfall" einfach nur ein Video-Clip,
    der durchaus seinen Charme hat, aber nicht ansatzweise das liefert
    was Sam Mendes und Crew mit "Skyfall" geleistet haben.
    Geb dir beim Vergleich mit QoS recht! Doch darf man objektiv gesehen nicht ganz ausser Acht lassen, dass Skyfall die gut dreifache Zeit fürs Drehbuch hatte! Denn zur "normalen" Zeitspanne kam durch die lange Verschiebung ja sogar noch ein halbes Jahr, Jahr dazu, wo sogar der Mendes damals sagte das sie so wenigstens noch mal das Skript überarbeiten konnten.

  13. #1153
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Vorerst 8/10. Bin etwas unschlüssig. Enttäuscht: Nein! Megabegeistert aber auch: Nein! Wieder anders als seine beiden Vorgänger, was ich aber positiv bewerte. Halt mit zunehmender Laufzeit entwickelt er sich mehr zum tollen Agententhriller hin, als das erwartete (Trailer) Action Popcorn Blockbuster Fastfood. Javier Bardem genial, wird allerdings viel zu spät eingeführt. Habe nicht auf die Uhr geschaut, aber gefühlt war da schon mehr als eine Stunde vergangen. Zweites Screening im O-Ton wird benötigt für eine endgültige Einstufung in die kleinste Filmreihe der Welt.

  14. #1154
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Und mal eben die Moviegeek-Kritik, welche im weiteren Verlauf auch die sämtlichen Probleme noch genauer anspricht:

    Skyfall – Reinfall?

    Zuerst das Positive: Mendes verpasst Bonds Abenteuer eine wunderbare Optik, die gekonnt die Moderne mit dem Charme vergangener Bond-Abenteuer kombiniert. Atmosphärerische Bilder hat man seit einigen Jahren nicht beim britischen Spion gesehen. Ob jetzt kühle Techno-Welten oder warm ausgeleuchtete, exotische Kulissen: Optisch ist hier alles auf einem sehr hohen Niveau.
    Das Problem dabei ist, dass die bildliche Anbiederung an früheren Bonds nur der Startschuss ist für ein hemmungsloses zitieren sattsam bekannter Bond-Klischees, die wie aus den 60ern in die Jetztzeit befördert wirken. Dabei kommt das Problem auf, dass leider all die Hommagen hier nicht an ihre Vorbilder herankommen, sondern dass Mendes manches mal gar krampfhaft versucht den Charme der alten Zeit auferstehen zu lassen, was sich ganz böse mit der eigentlich neueren, raueren Ausrichtung Bonds beißt, wie man sie in den beiden anderen Craig-Streifen gesehen hat.

    Momente, in denen Daniel Craig nun Sean Connery nacheifern und den smoothen Gentleman geben darf, wirken deutlich weniger kernig und gekonnt als noch der härtere Bond der Vorgängerfilme. Craig ist eben kein Connery in diesem Sinne (und auch kein Brosnan). Richtig schlimm ist dieses Kaleidoskop verschiedener Agenten-Ansätze nur an zwei, drei Stellen, aber das Problem der generellen Unstimmigkeit bleibt bestehen. Dabei hört der Hommage-Hammer da noch nicht auf: Ganze Sequenzen wirken wie aus früheren Abenteuern abgepaust, nur eben nicht ganz so gut und im steten Kontrast zu anderen Sequenzen, welche wieder der raue Charme der Craig-Bonds umweht. ... Und ein ganz großer Minuspunkt: Ausrichtung und Dramatik des Geschehens:

    Wurde am Anfang noch Bonds wundersame Auferstehung schlicht nicht thematisiert, er ist eben Bond, so kommt danach das Problem auf, dass Bond anscheinend nicht mehr so gut ist wie noch „früher“. 20 Minuten werden für das Problem verwurstet und zu was führt es? Gar nichts, absolut gar nichts. Verschwendete Zeit. Gleiches gilt für den dramatischeren Ansatz Mendes, bei dem Bonds Chefin M in den Mittelpunkt der Handlung gerückt wird: Nicht nur wird die von Judi Dench gespielte Chefin dieses Mal überraschend unsympathisch gezeichnet für die ersten zwei Drittel des Geschehens, sondern die um sie herum aufgebauten, dramatischen Elemente, verpuffen im unbefriedigenden Showdown schließlich auch noch komplett im Nichts. Auch hier wieder gilt, dass man die benutzte Zeit da deutlich sinnvoller hätte einsetzen können, wenn der PayOff eben ohnehin kein sonderlich guter ist.
    Gleiches gilt leider ebenso für die Tatsache, dass der Streifen im letzten Drittel einen Abstecher in Bonds Kindheit und Vergangenheit unternimmt, welcher einzig und allein schafft die Hintergrundgeschichte von unserem James biederer, gewöhnlicher zu gestalten, ohne dem Thema irgendwelche neuen Impulse abzugewinnen.
    ...
    _________________________________________
    Die komplette Kritik gibt es wie immer beim Moviegeek.

    __________________________________________________
    Zitat Zitat von Stillwater Beitrag anzeigen
    Wenn du die so rauh angemacht fühlst, liefere ich für Dich und alle anderen natürlich noch eine Begründung hinterher.

    Das Plus an Länge kommt hier doch ziemlich eindeutig der Vertiefung der Charaktere zu gute. Da ist nicht eine Minute zuviel drin. Hohe schauspielerische Qualitäten, dazu ein gutes Buch mit guten, witzigen, scharfen, pointierten Dialogen tragen überdeutlich zur Feinzeichnung vor allem der Hauptfiguren bei. So etwas kann man nicht in Action-Szenen zeigen. Ich sehe hier eine Qualität die ich persönlich in keinem anderen Bond-Film zuvor gesehen habe.
    Nur dazu braucht es auch einen Regisseur wie Sam Mendes der Schauspieler führen kann und Erfahrungen aus unterschiedlichen Genres mitbringt. Ein Marc Forster mag ein grandioser Schnitt-Ästhet sein, Martin Campbell ein guter Action-Regisseur, jedoch dass was für mich großes, nachhaltiges und cineastisches Kino ausmacht, dass erlebe ich Falle Bond bei "Skyfall".

    Mir tut es fast leid, dass so eine cineastische Qualität nur noch von wenig Leuten erkannt und gewürdigt wird. Nur darauf bezog sich meine zugegeben etwas ätzende Äußerung die selbstverständlich kein Angriff auf Dich sein soll,
    sondern lediglich eine Kritik am vorherrschenden oberflächlichen Beurteilen
    von Filmen in denen mal nicht alle 5 Sekunden ein Schnitt erfolgt.


    Diese Meinung mag Dir nicht gefallen, ist aber meine Meinung.

    "Quantum of Solace" ist gegen "Skyfall" einfach nur ein Video-Clip,
    der durchaus seinen Charme hat, aber nicht ansatzweise das liefert
    was Sam Mendes und Crew mit "Skyfall" geleistet haben.
    Wow, dir ist schon klar, dass du genauso "rauh angemacht" wirkst mit dem Teil, wie zuvor? "...tut mir fast leid, dass so eine cineastische Qualität nur noch von wenig(en) Leuten erkannt und gewürdigt wird." ist da genauso eine "ätzende" Aussage, die eigentlich durch das "Sorry, das mal als Erklärung" im Vorfeld nur noch schlimmer gemacht wird.

    Das Problem ist nicht, dass kein Schnitt erfolgt, das Problem ist nicht, dass der Film zu lang ist, sondern eher, dass der Inhalt der Inszenierung da nicht nachfolgen kann. (Abgesehen davon, dass der Score ziemlich mies und wenig die einzelnen Szenen unterstützend war.) Gerade die Schauspielführung anzusprechen: Ja, die mag gut gewesen sein, nur die Verarbeitung der vorhandenen Themen und vor allem der PayOff zum Schluss haben leider nichts mit dem Können der Schauspieler, sondern jenem des Drehbuchautors zu tun, welcher sattsam bekannte Klischees aneinander reiht, wenig originelles vorbringt und die aufgebaute, emotionale Wucht eigentlich in keinem Moment ordentlich kanalisieren, geschweige denn zu einem befriedigenden Abschluss bringen kann. Der wortwörtlich unbefriedigende Showdown in der Kirche sei da nur mal als Paradebeispiel genannt.

    Bardem, die Optik und das zweite Drittel in London waren klasse, speziell eben die Optik, bei der ich ebenso wie die Anderen hier in Lobesarien verfallen könnte, würden "Skyfall" ansonsten nicht so viele, viele kleine Fehler umgeben. Ganz zu schweigen davon, dass das aufgebaute dramatische Potential, welches schon regelrecht bemüht aufgebaut wirkt, zum Ende hin komplett verpuffen, anstatt das es mit einem großen Höhepunkt vollendet wird. Nach all der Vorarbeit ist das fast beiläufige Sterben von M schon ein ziemlicher Schlag ins Gesicht. So viel vorarbeit für einen so uncharismatischen und unemotionalen Tod? Wobei auch an dieser Stelle die "Schauspielführung" nicht die Beste ist, sondern schlicht und ergreifend ziemlich gewöhnlich wirkt.

    Alles weitere siehe Moviegeek-Kritik. Dazu nur: Der Film ist nicht "scheiße", ganz und gar nicht, aber hat leider zahlreiche Probleme, von denen neben der teils ordentlich ungelenken Dramatik besonders die Anbiederung an die klassische Bond-Ära ist, welche eben so gar nicht recht von Daniel Craig getragen werden kann und eher daran erinnert, dass man anstatt "Skyfall" lieber einen alten Klassiker aus der Bond-Collection hätte anschauen können.
    Geändert von executor (02.11.12 um 11:21:53 Uhr)

  15. #1155
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von Stillwater Beitrag anzeigen
    Mir tut es fast leid, dass so eine cineastische Qualität nur noch von wenig Leuten erkannt und gewürdigt wird.
    Wird sie, aber längst nicht mehr beim (Mainstream)Kino. Was will man auch erwarten, wenn viele selbst als Erwachsene noch einem Stuss wie "Star Wars" huldigen, mit dem diese Entwicklung seinerzeit losgetreten wurde. Die Geister, die man rief ...

  16. #1156
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    In der Tat reichlich kontroverse Meinungen (auch in der "offiziellen" Filmkritik). Ich schlage mich da auf dieSeite von Jack Torrence & CO. Für mich war das großes Kino: goßartig inszeniert, gutes Drehbuch mit poinierten Dialogen, sehr gute Schaupieler, exzellente Kameraführung, toller Song von Adele, verhalten guter Score und ein denkwürdiges, gelungenes Ende: Ms Tod und Ersatz durch Ralph Fiennes (schade, werde die großartige Judi Dench vermissen), die Einführung von Moneypenny.. Nicht ganz optimal fand ich allerdings die Synchronstimme von Jarvier Bardem (Juan Carolos Lopez Romero). Thomas Petruo, der ihn meines Wissens noch im Trailer gesprochen hat (und vor allem in "No Country ..."), gefällt mir da besser.

    Eine entgültige Beurteilung werden erst weitere "Sichtungen" () zeigen, aber die Tendenz geht in Richtung 9/10.

    P.S: Zum Glück gab es bei mir keine Pause (dafür ungewöhnlich viele Werbespots vor den Trailern).

  17. #1157
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Ich bin auch hin und hergerissen. Der Film ist gut, keine Frage, aber ist das wirklich der Bond den ich sehen will? Die ganzen Verweise auf ältere Bondfilme kaschieren meiner Meinung nach nur, dass sicher Bond weiter denn je von seinen Ursprüngen entfernt hat.

    Vorsichtshalber mal im Spoiler was mich stört:


    - Der Soundtrack ist wirklich lahm und geklaut

    - Ich wurde viel zu oft an andere Filme erinnert. Silva und die komplette 2. Filmhälfte könnten genauso gut ein Nolan Batman sein. Insbesondere Silva hat mich stark an den Joker erinnert. Sein Glasgefängnis erinnert mich wiederum an einen X Men Film.

    - Der ganze Showdown in Schottland ist zwar hervorragend inszeniert, aber es kommt absolut kein Bondfeeling auf. Ich will keinen Bond, der Im Stil von Kevin allein zu Haus oder MacGyver Fallen legt. Ich möchte gerne mal wieder einen klassischen Showdown mit der Festung eines Bösewichts an einem exotischen Ort

    - Mir war das Computerhacken too much. Klar es ist ein Film, aber das einer durch Hacken wirklich alles überall steuern kann brauche ich nicht, hat mich auch schon bei Stirb Langsam 4 gestört.

    - Was hier noch garnicht erwähnt wurde: Die Art und Weise wie M das Zeitliche segnet finde ich absolut verschenkt. Zugegeben, mit dem Tod habe ich dank diverser Presseberichte im Sommer bereits gerechnet, aber warum schafft sie es sämtlichen Attentaten zu entkommen um dann durch eine zufällige Schusswunde zu sterben? Ihr Tod hätte am Anfang oder in der Mitte des Films eine ganz andere Wirkung gehabt.

    - Bondgirls... ich weiß, dass der neue Bond ja auch emanzipiert ist und das alte Frauenbild da nicht mehr so richtig reinpasst. Trotzdem war die Komponente "Bondgirl" hier quasi nicht vorhanden. Severine war ein sehr interessanter Charakter und wurde innerhalb von 10 Minuten verheizt.


    Das sind jetzt einige Punkte die mir auf Anhieb einfallen, aber bei Bond schaue ich halt genauer hin. Ich hoffe einfach, dass der nächste Bond mal einfach wieder ein normaler Bond ist und der ganze Charakterentwicklungs,Backgroundstory und Persönliche Ebenen Kram wieder reduziert wird.

    Würde ihn wie die meisten hier auch zwischen Quantum und Casino Royale einordnen, allerdings nur besser als Quantum wegen Inszenierung und Kamera.

  18. #1158
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von Atavist Beitrag anzeigen
    Wird sie, aber längst nicht mehr beim (Mainstream)Kino. Was will man auch erwarten, wenn viele selbst als Erwachsene noch einem Stuss wie "Star Wars" huldigen, mit dem diese Entwicklung seinerzeit losgetreten wurde. Die Geister, die man rief ...
    Jau, wenn man "Star Wars" mag, dann kann man sicherlich unmöglich auch Hitchcock, Schrader, Whale, Browning oder sonstwen mögen...
    + + = dein Posting.


    _______________________________

    Habe zwar ein paar Sachen weggestrichen aus deiner Liste...

    Zitat Zitat von Lord Focker Beitrag anzeigen
    Vorsichtshalber mal im Spoiler was mich stört:


    - Der Soundtrack ist wirklich lahm ...

    - Ich wurde viel zu oft an andere Filme erinnert. Silva ... hat mich stark an den Joker erinnert. ...

    - Der ganze Showdown in Schottland ist zwar hervorragend inszeniert, aber es kommt absolut kein Bondfeeling auf. ...

    ...

    - Was hier noch garnicht erwähnt wurde: Die Art und Weise wie M das Zeitliche segnet finde ich absolut verschenkt. ... Ihr Tod hätte am Anfang oder in der Mitte des Films eine ganz andere Wirkung gehabt.

    - Bondgirls... ich weiß, dass der neue Bond ja auch emanzipiert ist und das alte Frauenbild da nicht mehr so richtig reinpasst. Trotzdem war die Komponente "Bondgirl" hier quasi nicht vorhanden. Severine war ein sehr interessanter Charakter und wurde innerhalb von 10 Minuten verheizt.
    ...aber insgesamt kann ich das genau so unterschreiben. Waren imho auch bei mir schon die meisten (wenn auch nicht alle) Sachen, die mich gestört haben.
    Geändert von executor (02.11.12 um 11:58:45 Uhr)

  19. #1159
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von Wes Carpenter Beitrag anzeigen
    Nicht ganz optimal fand ich allerdings die Synchronstimme von Jarvier Bardem (Juan Carolos Lopez Romero).
    Ich fand seine Synchro eigentlich ausgesprochen gut, habe aber vom O-Ton nur im Trailer etwas gehört. War jedenfalls weitaus nuancierter als bei allen anderen; vor allem mit Adam Sandler als Bond werde ich mich nie anfreunden können.

  20. #1160
    MvD - Motzki vom Dienst
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    AW: James Bond 007: Skyfall

    Zitat Zitat von executor Beitrag anzeigen
    Jau, wenn man "Star Wars" mag, dann kann man sicherlich unmöglich auch Hitchcock, Schrader, Whale, Browning oder sonstwen mögen...
    + + = dein Posting.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lesekompetenz

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