Cinefacts

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  1. #41
    Tongue Shaver
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von LJSilver Beitrag anzeigen
    Ein paar Beispiele:

    - Der "Onkel" wird mehrfach zum "Mister"
    Im Englischen würde ein Kind einen Fremden nicht als "Uncle" ansprechen. Das ist eine deutsche Eigenart.
    - Der "Täter" mehrfach zum "Murderer"
    Ja und? Das ist in diesem Film ja wohl austauschbar.
    - Aus "Mensch wenn er bloß nicht türmt, wenn die Leute aus den Büros kommen" wird "We can’t let him get away in the crowd"
    Auch hier sehe ich nicht, was daran sinnentstellend sein soll. Das ist genau das, worum es in der Szene geht.
    - Das Wort "Genugtuung" wird mit "pleasure" statt "satisfaction" falsch übersetzt. Der Fehler passiert auch noch in dem zentralen Satz, der das Motiv des Täters erläutern soll. Der Mörder mordet in der Übersetzung also aus Spass und nicht, um Genugttung zu erlangen.
    Welcher "zentrale Satz" soll das denn sein? Ich kann mich nicht daran erinnern, daß das Tatmotiv irgendwo mit "Genugtuung" erklärt wird. Die zentrale Erklärung ist ja wohl der berühmte Monolog von Peter Lorre, in dem das Wort nicht vorkommt.

    Das scheint mir alles ziemliche Haarspalterei zu sein.
    Zum Ton: Sicher, dass dort entrauscht wurde? Weil der Ton rauscht und knistert ja extrem auf der BD.
    Ja, man kann die Artefakte deutlich hören.

  2. #42
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von Rigby Reardon Beitrag anzeigen
    Im Englischen würde ein Kind einen Fremden nicht als "Uncle" ansprechen. Das ist eine deutsche Eigenart.
    Deswegen ist es trotzdem immer noch eine Falschübersetzung.

  3. #43
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von Spaceball Beitrag anzeigen
    Deswegen ist es trotzdem immer noch eine Falschübersetzung.
    wenn man so manches wort wörtlich übersetzt, macht es aber auch keinen sinn

    von daher finde ich persönlich eine sinngemäße übersetzung sinnvoller, als eine wort wörtliche.

    auch manche deutsche redewendung kann man schlecht ins englische übersetzen, weil die amis/thommys die nicht kapieren würden. umgekehrt aber genauso.

  4. #44
    Tongue Shaver
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von Spaceball Beitrag anzeigen
    Deswegen ist es trotzdem immer noch eine Falschübersetzung.
    Nein. Ein wort-wörtliche Übersetzung wäre hier für ein englischsprachiges Publikum mißverständlich.

  5. #45
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Wir übernehmen doch schon englische Redewendungen aus Synchros in unseren Sprachgebrauch auf. "nicht wirklich" ist da ein schönes Beispiel.

  6. #46
    1-man German wax factory
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Den Ausdruck "uncle" für eine vertraute, sympathische Person gibt es auch im Englischen, siehe "Uncle Sam", "Uncle Tom('s cabin)".

    Der Schnitzer mit der Genugtuung taucht auf, wenn die Polizisten über das Motiv des Täters diskutieren. Und es ist nunmal ein Unterschied, ob man drüber spricht, ob der Mörder aus "Spass" oder "Genugtuung" mordet. Da kannst du argumentieren, was du willst Rigby , die Übersetzung ist hier FALSCH!!

    Wenn "Täter" gesagt wird, dann möchte ich auch "Täter" übersetzt haben und nicht irgendwas, was nicht gesagt wird.

    Prinzipiell ist die Übersetzung viel zu frei und ungenau. Der Sinn von Untertiteln ist nicht, einen Satz grob sinngemäß zu beschreiben, sondern möglichst exakt wiederzugeben. Die BD von M ist hier absolut mies.

    ich mache mir sorgen um die MoC-BD von asiatischen Filmen, denn gerade dort erachte ich eine möglichst genaue Übersetzung für extrem wichtig.
    Geändert von LJSilver (27.02.10 um 23:14:10 Uhr)

  7. #47
    Vote for the Wurst!
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von Rigby Reardon Beitrag anzeigen
    Ich finde, da muß man auch mal die Kirche im Dorf lassen. Immerhin stammt M aus der Frühzeit der Tonfilme. Dafür klingt er m.E. verblüffend gut, gerade auch im Vergleich mit anderen Tonaufzeichnungen aus den frühen 1930er Jahren.
    Da verstehen wir uns vielleicht falsch. Ich habe ja nicht den schlechten Ton der Ausgangsmaterialen bemängelt sondern dass (lt. deinem Höreindruck) rauschunterdrückende Maßnahmen verwendet wurden.
    Von mir aus kann ein alter Tonfilm so viel rauschen und knistern wie er will, nur diese unnötigen digitalen Artefakte stören mich.
    Geändert von kippe (28.02.10 um 00:24:28 Uhr)

  8. #48
    Uli
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von LJSilver Beitrag anzeigen
    - Das Wort "Genugtuung" wird mit "pleasure" statt "satisfaction" falsch übersetzt.
    Nein, keinesfalls. satisfaction klingt m.E. ausgesprochen unpassend, pleasure in diesem Zusammenhang durchaus korrekt. Siehe etwa auch den Eintrag zu pleasure auf Merriam-Webster:

    1 : desire, inclination <wait upon his pleasure — Shakespeare>
    2 : a state of gratification
    3 a : sensual gratification b : frivolous amusement
    4 : a source of delight or joy


    Zum Taeter und Onkel haben ja schon andere etwas gesagt. Aber gut und interessant, die Frage in die Diskussion einzubringen!

    Zitat Zitat von youngman Beitrag anzeigen
    Ich frage mich zudem, warum man zum gefühlt 45sten Mal die Doku "Zum Beispiel Fritz Lang" (sogar gekürzt?) integriert,
    Gab es die nicht auch irgendwo einmal komplett, wenn auch in ungleich schlechterer Qualitaet?

    Uli
    Geändert von Uli (28.02.10 um 11:37:18 Uhr)

  9. #49
    Tongue Shaver
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von LJSilver Beitrag anzeigen
    Der Schnitzer mit der Genugtuung taucht auf, wenn die Polizisten über das Motiv des Täters diskutieren. Und es ist nunmal ein Unterschied, ob man drüber spricht, ob der Mörder aus "Spass" oder "Genugtuung" mordet. Da kannst du argumentieren, was du willst Rigby , die Übersetzung ist hier FALSCH!!
    Kannst Du mal die Stelle nennen? Ich kann mich nicht daran erinnern, daß irgendwo erwähnt wird, der Täter würde "aus Genugtuung morden".

  10. #50
    1-man German wax factory
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von Rigby Reardon Beitrag anzeigen
    Kannst Du mal die Stelle nennen? Ich kann mich nicht daran erinnern, daß irgendwo erwähnt wird, der Täter würde "aus Genugtuung morden".
    Das ist bei 15:42.


    @ Uli:

    Ich denke nicht, dass "sensual gratification" richtig ist. "Genugtuung" in diesem Kontext verstehe ich eher als "Befriedigung" des Triebs und das ist doch ziemlich deutlich "satisfaction".

  11. #51
    Tongue Shaver
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von LJSilver Beitrag anzeigen
    Das ist bei 15:42.
    Ahem. Da geht es doch gar nicht um "Morden aus Genugtuung" oder "Befriedigung eines Triebs", sondern um die hämische Zeitungsnotiz. Hier der Text:

    "Wir koennen dem Mörder nicht verbieten, Briefe zu schreiben, an wen er will! Wahrscheinlich empfindet der schwer pathologische Mann eine große Genugtuung dabei, seine Taten in den Zeitungen geschildert zu sehen."

    Und die Untertitel:

    "We cannot stop the murderer from writing to whomever he wishes! This severely pathological man probably takes great pleasure in seeing his crimes covered in the press."

    Ich finde "take pleasure" absolut passend.

  12. #52
    TLEFilms Film Restoration
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Danny (LJSilver),

    für Deutsche Ohren und Augen (wenn man als "native German" den Film mit den englischen Untertiteln sieht) ist die Stelle re: "Onkel" mit Sicherheit verwirrend. Rein von der Übersetzung "auf dem Papier" ist dies sicher auch falsch - aber, im Kontext, gesehen aus der Perspektive eines "English-speaking natives" ist die Übersetzung "Hey, Mister!" absolut korrekt. Die Anrede "Onkel" von einem Kind gegenüber einem Erwachsenen oder auch Sätze wie "Gib das dem Onkel mal wieder" o.ä. sind in der Tat sehr deutsch; und - nebenbei -
    diese "Sitte" gibt, in Zusammenhang mit dem Thema des Films gesehen, dem Ganzen einen schon alarmierenden Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass die am häufigsten registrierten Fälle sexueller Gewalt an Kindern aus dem familiären Umfeld kommen; allzu oft dem "Onkel".

    Anyway, im Englischen ist die Umgangsprache sowohl in den USA als auch in GB differenzierter - und auch (zumindest sprachlich) distanzierter. Einen Unbekannten mit "'s'cuse me, sir" oder "(Hey) Mister" anzusprechen ist für Kinder dort die erste Form der Anrede; eine Mutter würde ihr kleines Kind so bespielsweise mit "Be a good kid and give the man back his (keys)" zurechtweisen. Das Wort "uncle" würde ihr nie im Traum einfallen - übrigens auch nicht, wenn es der wirkliche Onkel wäre, dann würde sie wesentlich spezifischer mit "your" auf diesen direkt Bezug nehmen.

    Was das andere Beispiel re: "pleasure" vs "satisfaction" in Bezug auf "Genugtuung" in der betreffenden Textzeile des Polizeipräsidenten betrifft, so muss ich Uli (und vor allem Merriam-Webster) völlig recht geben. Im Englischen, als "native speaker" würde satisfaction allenfalls eine (so notwendig) eventuell eine Alternative darstellen, um das Entsprechende zu umschreiben. Richtig passen tut es allerdings nicht ganz. Denn "satisfaction" wird
    sprachlich assoziiert mit einem zumindest subjektiv empfundenen Gefühl einer ungerechten Behandlung (seitens einer Person bzw durch einen Sachverhalt), die der/diejenige "korrigiert" wissen will (i.e.: you've done me wrong - I will have my satisfaction [z.B. day in court]). Hier (bei der Übersetzung von "M") liegt der Fall aber völlig anders. Die wirklich klare Umschreibung und Bezeichnung ist eindeutig "pleasure", und dies sowohl im Allgemeinen, aber auch in gleich mehreren spezifischen Bereichen, wie der Journalistik, der Pathologie und Psychoanalyse (u.a. im Bereich der Kriminalistik). Dies ist sehr eindeutig. "Satisfaction" kann dann allerdings dazu dienen, dies näher zu umschreiben - "pleasure" ist also der weiterumfassende Hauptbegriff (umbrella) und die anderen Definitionen beschreiben diesen.

    Im Großen und Ganzen ist die Criterion Übersetzung schon ganz gut; vieles kann nicht 100% gemacht werden, weil die Subtitles zudem noch übersichtlich und schnell erfassbar sein müssen. Das ist immer eine Gratwanderung. Ich weiß, dass das Team von Criterion sich dort sehr viel Mühe gibt - auch was Japanische Filme betrifft. Die Übersetzung ist übrigens mit sehr großer Sicherheit von jemandem gemacht worden, der entweder schon SEHR lange in den USA lebt oder dort geboren wurde und dessen zweite Sprache Deutsch ist.

    Geändert von Torsten Kaiser TLE (28.02.10 um 16:16:01 Uhr)

  13. #53
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Tja, hatte ich also doch recht mit meiner Skepsis gegenüber der angeblich schlechten Übersetzung. Noch dazu muss man hier anmerken dass anscheinend ja die UT von Criterion lizensiert wurden, es also selbst bei einer schlechten Übersetzung keinerlei Anlass zu Aussagen wie "Will gar nicht wissen, wie die asiatische Filme übersetzen" gibt.

  14. #54
    1-man German wax factory
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Kann man sich drüber streiten. Ich finde pleasure nachwievor nicht ganz richtig, weil das Wort die Intention des Ausdrucks nicht rüberbringt.

    Genauso wie bei:
    "Wir können dem Mörder nicht verbieten..." <=> "we cannot stop the murderer from…": Die Übersetzung ist zwar schon irgendwo vom Sinn her richtig, der Sarkasmus des Satzes fällt allerdings durch die Wahl des Wortes "stop" völlig weg. Übersetzt hieße das nämlich "Wir können den Mörder nicht aufhalten/abhalten...". Besser wäre gewesen "we canot allow the murderer to...".

    Trotzdem könnt ihr keine Erklärung liefern, warum das Wort Täter mal mit Murderer, und mal völlig korrekt mit offender oder perpretator übersetzt wird. Das wechselt ja nach Lust und Laune.

    Zudem sind nunmal viele Sätze deutlich zu frei übersetzt worden, so dass der originale Wortlaut nicht mal mehr im Ansatz durchkommt, sondern nur noch der grobe Sinn. Siehe mein Beispiel mit den Menschen aus dem Büro.

    Fakt ist: Ich mag sowas nicht, mir gefallen die UT nicht! Wenn ich mir z.B. die englischen UT zu das Boot anschaue, finde ich dort kaum Fehler. Manche könnens halt besser als andere.
    Geändert von LJSilver (28.02.10 um 16:53:11 Uhr)

  15. #55
    Tongue Shaver
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von LJSilver Beitrag anzeigen
    Kann man sich drüber streiten. Ich finde pleasure nachwievor nicht ganz richtig, weil das Wort die Intention des Ausdrucks nicht rüberbringt.

    Genauso wie bei:
    "Wir können dem Mörder nicht verbieten..." <=> "we cannot stop the murderer from…": Die Übersetzung ist zwar schon irgendwo vom Sinn her richtig, der Sarkasmus des Satzes fällt allerdings durch die Wahl des Wortes "stop" völlig weg. Übersetzt hieße das nämlich "Wir können den Mörder nicht aufhalten/abhalten...". Besser wäre gewesen "we canot allow the murderer to...".
    Das würde aber "wir dürfen dem Mörder nicht erlauben" bedeuten. Wörtlich müßte es "we are unable to keep the murderer from" heißen, was aber für einen Native-Speaker völlig gestelzt klingt.
    Trotzdem könnt ihr keine Erklärung liefern, warum das Wort Täter mal mit Murderer, und mal völlig korrekt mit offender oder perpretator übersetzt wird. Das wechselt ja nach Lust und Laune.
    Die Erklärung liegt wahrscheinlich darin, daß es in dem jeweiligen Kontext für den Übersetzer natürlicher geklungen hat.
    Zudem sind nunmal viele Sätze deutlich zu frei übersetzt worden, so dass der originale Wortlaut nicht mal mehr im Ansatz durchkommt, sondern nur noch der grobe Sinn. Siehe mein Beispiel mit den Menschen aus dem Büro.
    "Man, if only he doesn't take flight when the people are leaving their offices" ... au weh.
    Fakt ist: Ich mag sowas nicht, mir gefallen die UT nicht! Wenn ich mir z.B. die englischen UT zu das Boot anschaue, finde ich dort kaum Fehler. Manche könnens halt besser als andere.
    Da hast Du Dir aber ein schlechtes Beispiel ausgesucht. Die Untertitel beim Boot sind absolut nicht wörtlich übersetzt. Den habe ich seinerzeit mit Untertiteln in USA im Kino gesehen. Da wurde dann z.B. aus Prochnows "Schlagen wir nochmal ein Häkchen" ein "Keep them guessing" und ähnliches.

  16. #56
    TLEFilms Film Restoration
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von LJSilver Beitrag anzeigen
    (...) Besser wäre gewesen "we canot allow the murderer to...".*
    Trotzdem könnt ihr keine Erklärung liefern, warum das Wort Täter mal mit Murderer, und mal völlig korrekt mit offender oder perpretator
    ** übersetzt wird. Das wechselt ja nach Lust und Laune. (...)
    Zitat Zitat von Rigby Reardon Beitrag anzeigen
    (...) Die Erklärung liegt wahrscheinlich darin, daß es in dem jeweiligen Kontext für den Übersetzer natürlicher geklungen hat. (...)**
    "Man, if only he doesn't take flight when the people are leaving their offices" ... au weh. *** (...)
    * Dies kehrt aber den Sinn völlig um; ich glaube, da hast Du dich vertan.

    *
    * Beide Begriffe sind eindeutig aus dem amerikanischen Sprachgebrauch vor allem des LAW ENFORCEMENT - also der Polizei, FBI, ATF und anderen agencies. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist dies kaum verwurzelt (gerade "offender"), und klänge auch sehr komisch ("Nach dem Motto: zuviel CSI gesehen, oder ?")

    *** "take flight" würde keiner sagen. Dafür gibt es "take off" und "split". Gehen würde dies dann schon, aber es wäre eben (wie schon zuvor gesagt) bei Untertiteln, gerade wenn's schnell erfassbar sein soll und viele schnell aufeinanderfolgen, unübersichtlich(er). Im Englischen gibt es den schönen Begriff "convoluted" (im Deutschen i.e.: "verschachtelt") der es genau auf den Punkt bringt. Weniger ist dann oft mehr, auch wenn's auf dem Papier zunächst falsch anmutet. Entscheidend ist doch auch schließlich, dass die Storyline und die Dialoge für den jeweiligen "native" richtig verständlich sind und die Atmosphäre möglichst ohne Verluste 'rüberbringt. Das ist umgekehrt ja leider nicht anders, siehe die vielen hits and misses bei Komödien wie z.B. Monty Python in Deutsch. Und davon gibt es darüber hinaus vieles, was sich hier aufführen ließe. Der Sprachgebrauch hat halt Redewendungen und Wörter, die dem jeweiligen Territorium und dem Lebens/Arbeitsbereich typisch sind. "We dodged the bullet" wird ja auch mit "da sind wir noch mal (mit einem blauen Auge) davongekommen" übersetzt; von Kugeln oder Projektilen würde keiner hier (in Deutschland) reden...
    Geändert von Torsten Kaiser TLE (28.02.10 um 21:08:13 Uhr)

  17. #57
    Tongue Shaver
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von Torsten Kaiser TLE Beitrag anzeigen
    Beide Begriffe sind eindeutig aus dem amerikanischen Sprachgebrauch vor allem des LAW ENFORCEMENT - also der Polizei, FBI, ATF und anderen agencies. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist dies kaum verwurzelt (gerade "offender"), und klänge auch sehr komisch ("Nach dem Motto: zuviel CSI gesehen, oder ?")
    Ist mit dem deutschen "Täter" auch nicht viel anders. Am ehesten würde man umgangssprachlich heute wohl "perp" sagen. Warum vom Übersetzer das eine oder andere Wort gewählt wurde, kann man aber höchstens im Kontext sehen.
    "take flight" würde keiner sagen.
    In den 30er Jahren schon. "Yo man, he's taking off" wäre in M wohl eher unpassend.

  18. #58
    TLEFilms Film Restoration
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von Rigby Reardon Beitrag anzeigen
    (...) In den 30er Jahren schon. "Yo man, he's taking off" wäre in M wohl eher unpassend.

    Not so much. Es ist eher sogar umgekehrt. "take/taking flight" ist eine Redewendung aus der neueren Zeit, während "I gotta take off here" oder gar " I'm takin' a powder" typische 30ger Jahre und 40ger Jahre Begriffe wurden (ersterer hat sich bis heute gehalten), wie man anhand der Film Noir von WB, RKO und Columbia schön nachvollziehen kann. By the way: gotta take off here - Go Canada !

  19. #59
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    Zitat Zitat von Torsten Kaiser TLE Beitrag anzeigen
    "We dodged the bullet" wird ja auch mit "da sind wir noch mal (mit einem blauen Auge) davongekommen" übersetzt; von Kugeln oder Projektilen würde keiner hier (in Deutschland) reden...
    Hast wohl heute beinahe-Tsunami Berichterstattung im TV geguckt

  20. #60
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    AW: Eureka! - "M" Fritz Lang

    So, habe jetzt auch meine Blitzlieferung erhalten und kann nur eine klare Empfehlung für die Blu-Ray aussprechen! Angefangen von der genialen Bild- & Tonqualität über das dicke Booklet bis hin zum sehr invormativen Interview mit Herrn Lang.

    Ich fand ja schon das Bild der UFA DVD unverschämt gut, aber ich habe nicht damit gerechnet den Film jemals so scharf sehen zu können wie jetzt auf der Blu-Ray.
    Ist fast schon wie ein Blick in den Spiegel der vergangenen Tage.
    Also wie gesagt, ich bereue den Kauf in keinster Weise!

    achja, sexy Stimme Torsten.

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