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    Ein Prophet (Un Prophète) - Audiard, Rahim, Arestrup, Bencherif

    Ein Prophet (Un Prophète)






    Original: Un Prophète
    Produktion: Frankreich / Italien 2009
    Genre: Drama / Krimi
    Freigabe MPAA: R for strong violence, sexual content, nudity, language and drug material.
    Freigabe FSK: Freigegeben ab 16 Jahren.
    Laufzeit: 155 Minuten
    Studios:
    Why Not Productions, Chic Films, Page 114, France 2 Cinéma
    BIM Distribuzione, Union Générale Cinématographique (UGC)
    Celluloid Dreams, Sofica UGC 1, France 2 (FR2) u.a.

    Start Frankreich: 16.05.2009 (Cannes), 26.08.2009
    Start USA: 05.09.2009 (Telluride Festival), 26.02.2010 (limitiert)
    Start Deutschland: 11.03.2010
    Start Österreich: 30.04.2010

    Regie: Jacques Audiard
    Drehbuch: Jacques Audiard, Thomas Bidegain
    Produzenten: Lauranne Bourrachot, Martine Cassinelli, Marco Cherqui
    Musik: Alexandre Desplat
    Kamera: Stéphane Fontaine
    Schnitt: Juliette Welfling
    Casting: Richard Rousseau
    Produktions-Design: Michel Barthélémy
    Art-Direction: Etienne Rohde

    Besetzung:
    Tahar Rahim ... Malik El Djebena
    Niels Arestrup ... César Luciani
    Adel Bencherif ... Ryad
    Hichem Yacoubi ... Reyeb
    Reda Kateb ... Jordi
    Jean-Philippe Ricci ... Vettori
    Gilles Cohen ... Prof
    Antoine Basler ... Pilicci
    Leïla Bekhti ... Djamila
    Pierre Leccia ... Sampierro
    Foued Nassah ... Antaro
    Jean-Emmanuel Pagni ... Santi
    Frédéric Graziani ... Chef de détention
    Slimane Dazi ... Lattrache
    Rabah Loucif ... L'avocat de Malik
    Serge Boutleroff ... Le juge d'application des peines
    Hervé Temime ... Le procureur
    Taha Lemaizi ... Hassan
    Mohamed Makhtoumi ... Tarik
    Karim Leklou ... Musulman couloir
    Farid Larbi ... Musulman couloir
    Doula Niang ... Musulman couloir
    Mamadou Minte ... Latif
    u.a.

    Inhalt:
    Malik El Djebena (Tahar Rahim), gerade 19 Jahre alt, wird zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Franzose maghrebinischer Abstammung landet in einem Gefängnis, das von einer korsischen Mafiagruppe unter der Führung von Cesar Luciano kontrolliert wird. Luciano bietet dem Analphabeten Malik seinen Schutz an, allerdings nur unter einer Voraussetzung: Malik muss einem Mitgefangenen die Kehle durchschneiden. Aus Angst begeht Malik die Tat widerwillig und steigt dadurch in der Hierarchie innerhalb der Gefängnismauern schnell auf. Als Vertrauter von Luciano genießt er immer mehr Privilegien, wird aber von den Korsen dennoch nie als einer der ihren akzeptiert. Während er Botengänge und Aufträge für die Korsen ausführt, erfährt er von dem Mafiaboss Cesar Respekt und Demütigung zugleich. Malik lernt schnell, sich mit der Situation zu arrangieren, und gewinnt innerhalb der Gefängnismauern auch bei seinen nicht-korsischen Mitgefangenen immer mehr Ansehen. Doch er verbirgt vor Allen, dass er im Geheimen ganz eigene Pläne schmiedet …

    Entstehungsgeschichte:
    Die Handlung basiert auf einer Geschichte von Abdel Raouf Dafri. Der französische Produzent Marco Cherqui wurde auf das Skript des relativ unbekannten Autoren aus Nordfrankreich aufmerksam und bot ihm sofort einen Vertrag an, noch bevor die Finanzierung des Films festgestanden hatte. Cherqui gab die Geschichte an Jacques Audiard weiter, der es als seine fünfte Regiearbeit verfilmte. Die Dreharbeiten begannen Anfang September 2008. Für die Produktion zeigten sich Chic Films und Why Not Productions verantwortlich. Der Dreh war auf 15 Wochen angesetzt. Als Schauplätze dienten hauptsächlich die Stadt Gennevilliers, nordwestlich von Paris, sowie Marseille und die Regionen von Var und Vaucluse. Audiard vertraute auf den Schauspieler Niels Arestrup, Kameramann Stéphane Fontaine und Filmkomponist Alexandre Desplat, mit denen er bereits 2005 an seinem vorherigen Film und César-Gewinner Der wilde Schlag meines Herzens zusammen gearbeitet hatte.

    Für die Hauptrolle wurde der relativ unbekannte 27-jährige Schauspieler Tahar Rahim verpflichtet, der in der Fernsehserie La commune (2007) mitgespielt hatte, für die Abdel Raouf Dafri die Drehbücher geschrieben hatte. Audiard traf Rahim bei einer gemeinsamen Fahrt von einem anderen Filmset: "Ich sah ihn an und das war es, obwohl ich meinen Instinkten nicht vertraute und 40 weitere Schauspieler für die Rolle vorsprechen ließ, bevor ich ihn auswählte", so der Regisseur. "Als ich in seine Augen sah, erkannte ich keine Melancholie, keine Tragik, nur jemanden sehr Aufrichtigen, [...] voller Leben", so Audiard.

    Die Produktionskosten werden auf 12 Millionen Euro geschätzt. Um Authentizität bemüht heuerte Audiard ehemalige Strafgefangene an, die beim Filmdreh als Berater fungierten und gab an, dass ihn die Dreharbeiten noch lange nach dem Ende verfolgt hätten. "Ich erkannte mich selbst nicht wieder, ich erkannte meine Stimme nicht wieder, ich sah aus wie ein besessener Irrer, ein afrikanischer Hexendoktor", so Audiard. "Ich wollte meine Kinder es nicht sehen lassen."

    Auszeichnungen:
    Un prophète erhielt 2009 eine Einladung in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes, wo Audiard mit seinem Film um die Goldene Palme konkurrierte, aber gegenüber Michael Hanekes Das weiße Band das Nachsehen hatte. Un prophète wurde mit dem zweitwichtigsten Preis des Filmfestivals, dem Großen Preis der Jury, ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde der Film in sechs Kategorien für den Europäischen Filmpreis (Preis für den besten Darsteller an Tahar Rahim) und auf dem London Film Festival preisgekrönt. Anfang Dezember 2009 setzte sich Un prophète bei der Preisvergabe des US-amerikanischen National Board of Review als Bester fremdsprachigen Film gegen Deutschlands Oscar-Beitrag Das weiße Band durch und wurde in Frankreich mit dem Louis-Delluc-Preis ausgezeichnet. Eine weitere Nominierung für den Golden Globe und der Sieg bei den britischen BAFTA Awards folgten.

    Bei der 35. César-Verleihung führte Un prophète das Feld der favorisierten Filme mit 13 Nominierungen an und wurde mit neun Preisen unter anderem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Haupt-, Nachwuchs- und Nebendarsteller (Tahar Rahim beziehungsweise Niels Arestrup) ausgezeichnet.

    Bei der Oscarverleihung 2010 war Audiards Film in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert, hatte aber gegenüber dem argentinischen Beitrag El secreto de sus ojos von Juan José Campanella das Nachsehen.





    Trailer:
    http://www.youtube.com/watch?v=fO4UW...eature=related

    __________________________________________________ ___

    Wie? Kein Thread über einen der besten Filme der letzten Jahre? Ein kleiner Schock, wie ich finde. Für mich zählt Un Prophete zu den besten Filmen der letzten Jahre. Von der ersten Minute bis zur letzten Minute kann der Film fesseln. Mit Abstand einer besten Knast/Crime Thriller (in dieser Kombination) der mir je untergekommen ist. Alleine schon die Fahrt zum Gefängnis, in dem man einen völlig verängstigten, ungewissen Malik begegnet, der zum letzen Mal die Freiheit durch die Glasscheibe an sich vorbeirauschen sieht, hat mich mit Bild und Musik umgehauen...besser hätte man diese Szene nicht inszenieren können. Dieser Film hat soviele atemberaubende Szenen, lange nicht mehr einen Film gesehen, der mich so in seinen Bann gezogen. Für mich ein Meisterwerk, alleine schon des wegen weil Audiard es gelungen ist, soviele verschiedene Dinge in den Film zu packen. Wie oben schon erwähnt, die Anfangszenen und das Ende des Films. Meisterlich! Über die schauspielerische Leistungen der Akteure brauch man nicht zu diskutieren, allen voran Tahar Rahim liefert hier eine Leistung ab,die seinesgleichen sucht. Besser gehts nicht mehr. Man muss ja immer vorsichtig sein, wenn ein Film mit den ganzen großen Filmen wie z.B. The Godfather, Goodfellas oder Heat verglichen wird, da man meistens enttäuscht wird, aber diesem Film nicht. Meine Erwartungen wurden erfüllt.

    Dieses Kinojahr war etwas mau, außer Inception oder The Social Network konnten nicht viele Filme richtig überzeugen, aber Un Prophete definitiv, und ist für mich der beste Film des Jahres.

    Bitte DVD/Blu-Ray ausleihen und anschauen, für Filmfans ein MUSS!

    10/10
    Geändert von Christopher Nolan (24.10.10 um 09:06:18 Uhr)

  2. #2
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    AW: Ein Prophet (Un Prophète) - Audiard, Rahim, Arestrup, Bencherif

    Mir hat der Film auch ausgesprochen gut gefallen. Ein intensiver, aufwühlender Film mit nur wenigen Längen und einem grandiosen Hauptdarsteller. Von mir gibt es starke 8/10 Punkte.

  3. #3
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    AW: Ein Prophet (Un Prophète) - Audiard, Rahim, Arestrup, Bencherif

    Fand den auch recht gelungen. Allerdings gehört der Thread wohl nicht (mehr) ins Kinoforum (--> "Der Film allgemein").

  4. #4
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    AW: Ein Prophet (Un Prophète) - Audiard, Rahim, Arestrup, Bencherif

    Hi,

    habe mir den Film jetzt auch mal angesehen. Ich fand ihn nicht schlecht, aber kann ihn für mich leider nicht als Meisterwerk bezeichnen. Irgendwie hat sich das zu Beginn alles stark gezogen, bevor die Handlung ins Rollen gerät. Da hat mir die Serie OZ besser gefallen. Ab der Mitte wird die Handlung dann interessanter und man fiebert auch ein bischen mit. Leider gabs für mich nicht den erhofften Knaller Effekt. Da hat mich dieser argentinische Filme El secreto de sus ojos (Oscar-Gewinner) insgesamt mehr beeindruckt. Kann man zwar gar nicht vergleichen, aber jeder Film hinterlässt halt mehr oder weniger eine Wirkung.

    Ich würde hier 6,5 / 10 vergeben.
    Geändert von mistajericho (12.10.11 um 03:20:06 Uhr)

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