Cinefacts

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  1. #141
    cvs
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Bei aller Liebe zu Sam Peckinpahs Werk und Respekt vor der Arbeit von Mike Siegel: Gerade aus diesem Grund werde ich jetzt auch stornieren. Mike, ich kann gar nicht verstehen, wie Du das so locker sehen kannst. Was hätte Peckinpah zu einer solchen Schlamperei gesagt? Es geht ums Prinzip! Es kann nicht sein, dass KINOWELT (oder irgendein anderes Label) ungestraft asynchrone Scheiben auf den Markt wirft. Das ist ein fehlerhaftes Produkt, egal ob es 10 Sekunden Asynchronität, sechs Minuten oder der ganze Film ist. Es ist aber vor allem ein Fehler, der problemlos behebbar ist. Mit entsprechender Endkontrolle natürlich besser vor der Veröffentlichung, sonst halt eben per Umtauschaktion später.

    @ arni75: Selbstverständlich sollte bei dem Gesamtaufwand ein Tag Endkontrolle kein finanzielles Problem darstellen, wollte man Ärger vermeiden. (Im Übrigen hätten für den Hauptfilm zwei Stunden ja auch genügt!) Gerade KINOWELT täte gut daran, auch die nur vertriebene Ware aus dem Ausland vorher zu prüfen, um sich nicht noch mehr derartige Hämmer zu leisten.

  2. #142
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von cvs Beitrag anzeigen
    Gerade KINOWELT täte gut daran, auch die nur vertriebene Ware aus dem Ausland vorher zu prüfen, um sich nicht noch mehr derartige Hämmer zu leisten.
    Kinowelt hat bei dem Thema erst gar nichts zu melden! Kinowelt kann höchstens den Fehler melden und darauf hoffen, dass man bei Studio Canal den Fehler behebt bevor Kinowelt Discs umtauschen muss.

  3. #143
    Ex-New Yorker
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von cvs Beitrag anzeigen

    @ arni75: Selbstverständlich sollte bei dem Gesamtaufwand ein Tag Endkontrolle kein finanzielles Problem darstellen, wollte man Ärger vermeiden. (Im Übrigen hätten für den Hauptfilm zwei Stunden ja auch genügt!) Gerade KINOWELT täte gut daran, auch die nur vertriebene Ware aus dem Ausland vorher zu prüfen, um sich nicht noch mehr derartige Hämmer zu leisten.
    Du hast vermutlich noch nie als PM gearbeitet, oder? Ein ganzer Tag wäre auf jeden Fall nötig, um alle Tonspuren, Untertitel und Extras gewissenhaft zu prüfen. Diese Zeit hat man in der Regel nicht, es sei denn, man opfert seine eigene Freizeit. Es gibt leider viel dringlichere Vorgaben (z.B. Vertrieb, Lager, Logistik o.ä.), um den VÖ-Termin zu halten.

  4. #144
    ethan.edwards
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von DVD Schweizer Beitrag anzeigen
    Deren Fehlerquote ist ganz klar zu hoch. Sieht man auch aktuell wieder an Kleinigkeiten wie bei Apocalypse Now wo unnötigerweise noch am US Master rumgespielt wurde.
    Frage was hat Kinowelt bei Apocalypse Now geschnitten?

  5. #145
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von ethan.edwards Beitrag anzeigen
    Frage was hat Kinowelt bei Apocalypse Now geschnitten?
    5-6 sekunden vom schwarzen bild am anfang, plus genereller kontrast-boost.

    total unnötig und unverständlich.

  6. #146
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von arni75 Beitrag anzeigen
    Du hast vermutlich noch nie als PM gearbeitet, oder? Ein ganzer Tag wäre auf jeden Fall nötig, um alle Tonspuren, Untertitel und Extras gewissenhaft zu prüfen. Diese Zeit hat man in der Regel nicht, es sei denn, man opfert seine eigene Freizeit. Es gibt leider viel dringlichere Vorgaben (z.B. Vertrieb, Lager, Logistik o.ä.), um den VÖ-Termin zu halten.
    wenn man sich diese zeit nicht nehmen will sollte man sich überlegen ob man nicht den job wechseln will.

    soorry aber was das? da fühlt man sich ja würklich total verarscht als zahlender kunde...

  7. #147
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von Idle1985 Beitrag anzeigen
    wenn man sich diese zeit nicht nehmen will sollte man sich überlegen ob man nicht den job wechseln sollte.

    soorry aber was das? da fühlt man sich ja würklich total verarscht als zahlender kunde...

  8. #148
    Eurokult-Fan
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von arni75 Beitrag anzeigen
    Du hast vermutlich noch nie als PM gearbeitet, oder? Ein ganzer Tag wäre auf jeden Fall nötig, um alle Tonspuren, Untertitel und Extras gewissenhaft zu prüfen. Diese Zeit hat man in der Regel nicht, es sei denn, man opfert seine eigene Freizeit. Es gibt leider viel dringlichere Vorgaben (z.B. Vertrieb, Lager, Logistik o.ä.), um den VÖ-Termin zu halten.
    WORD!

    Zitat Zitat von Idle1985 Beitrag anzeigen
    wenn man sich diese zeit nicht nehmen will sollte man sich überlegen ob man nicht den job wechseln will.

    soorry aber was das? da fühlt man sich ja würklich total verarscht als zahlender kunde...
    Du weisst aber schon, wie es für die Leute, die in diesen Branchen (Entertainment, Musik etc.) arbeiten, abgeht - da interessieren die Zahlen für den nächsen Quartalsbericht und die Sorge, nicht selbst am nächsten Ersten seinen Schreibtisch frei zu machen. Wenn man Glück hat, landen die Releases bei PMs, die auch noch persönliches Interesse an dem was sie veröffentlichen haben - da macht man dann auch mal 'ne Nachschicht und sichtet die finale Scheibe komplett. Das passiert aber höchst selten oder eben bei Nischenlables wie CO etc.

    Ich verstehe zwar deinen Ärger und bin über eine vermeidbare Asychronität auch nicht begeistert (ich oute mich da auch als Synchrofreund), kenne aber auch die andere Seite ein bisschen. Egal, die Steiner-BU werde ich deshalb jetzt nicht boykottieren ... da der Film sowieso nicht ganz oben auf meiner Kaufliste steht, warte ich mal, was sich in den nächsten Monaten da noch so ergibt.

    Gruß
    Joe Walker

  9. #149
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Mit PM meint ihr wahrscheinlich Produktmanager ?

    In einem Unternehmen mit 150 Mitarbeitern (diese Zahl wurde hier für Kinowelt gepostet) muss sich solch ein PM doch nicht um alles selbst kümmern. Es sollte doch möglich sein einen Mitarbeiter mit der Qualitätskontrolle zu betrauen (bevor die Massenproduktion im Presswerk anläuft). Nach Möglichkeit sollte dieser Mitarbeiter natürlich nicht gerade der Quotenbehinderte mit eingeschränkter Hör- und Sehfähigkeit sein ...

  10. #150
    Kommissar Eisen
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von Anime-BlackWolf Beitrag anzeigen
    Mit anderen Worten: es besteht also die Möglichkeit, dass es keine wirklich "ungeschnittene" Fassung hier gegeben hat?
    Keine Ahnung, dazu müßte man vielleicht eine nie gelaufene deutsche Erstaufführungskopie zum Vergleich heranziehen. "Geschnitten" ist so eine Sache: Weder auf DVD noch in der relativ langen VHS-Fassung von Bild am Sonntag sind die beiden (minimalen) Sätze von Mason enthalten, weil die jeweilige Einstellung gar nicht drin ist, was eventuell schon in der Kinofassung so war.

    Das gibt's bei anderen Filmen mit internationaler Co-Produktion doch auch: In der einen Fassung läuft ein Schwenk fünf Einzelbilder länger, an einer anderen Stelle ist möglicherweise die Montage der deutschen Fassung in einer Schuß-Gegenschuß-Passage ein klein wenig anders.

    Legt man nun den Ton an ein ausländisches Bild-Master an, kann es zu einer kurzen Lücke kommen, weil bei einer Szene mit zahlreichen Kamera-Positionswechseln die ausländische Fassung eine Einstellung mehr hat - und wenn's läppische zweieinhalb Sekunden sind. Wenn dadurch ein kurzer Satz mit ein paar Wörtern nur OmU sein sollte, weil man den nachfolgenden Ton nicht einfach vorziehen kann ... naja, dann ist es eben so.

  11. #151
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

    Aber genau das unterscheidet wohl ein label wie criterion von kinowelt...

    grottig

  12. #152
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Um welche Sätze handelt es sich denn nun? Noch immer weiß ich nix genaues.
    TC wäre brauchbar.
    Ich habe den Film noch nie auf DVD gesehen, 'schaue seit Jahren bei Gelegenheit
    nur meine (vollständige) 35mm Kopie an. Vielleicht kann ich mich erinnern ..

  13. #153
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von cvs Beitrag anzeigen
    Was hätte Peckinpah zu einer solchen Schlamperei gesagt?
    wahrscheinlich nicht viel wenns nur eine synchro betrifft

  14. #154
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von Idle1985 Beitrag anzeigen
    wenn man sich diese zeit nicht nehmen will sollte man sich überlegen ob man nicht den job wechseln will.

    soorry aber was das? da fühlt man sich ja würklich total verarscht als zahlender kunde...
    "Den Job wechseln"
    Tut mir leid, aber bei so einem Thema entscheidet die Firma, wie der Tagesablauf und wieviel Zeit die Qualitätskontrolle in Anspruch nehmen soll.
    Hier gibt Jemand Kommentare zu dem Thema ab, der noch nie unter Zeitdruck gearbeitet hat!

  15. #155
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von K-Rated Beitrag anzeigen
    Mit PM meint ihr wahrscheinlich Produktmanager ?

    In einem Unternehmen mit 150 Mitarbeitern (diese Zahl wurde hier für Kinowelt gepostet) muss sich solch ein PM doch nicht um alles selbst kümmern. Es sollte doch möglich sein einen Mitarbeiter mit der Qualitätskontrolle zu betrauen (bevor die Massenproduktion im Presswerk anläuft). Nach Möglichkeit sollte dieser Mitarbeiter natürlich nicht gerade der Quotenbehinderte mit eingeschränkter Hör- und Sehfähigkeit sein ...
    Korrekt.
    Und wenn ich es richtig in Erinnerung habe, arbeiten bei Kinowelt 7-8 Produktmanager - relativ viele im Vergleich zu anderen Anbietern. Die Arbeit eines PM besteht aber nur zum Teil aus dem Produkt selbst.

  16. #156
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von K-Rated Beitrag anzeigen
    Mit PM meint ihr wahrscheinlich Produktmanager ?

    In einem Unternehmen mit 150 Mitarbeitern (diese Zahl wurde hier für Kinowelt gepostet) muss sich solch ein PM doch nicht um alles selbst kümmern. Es sollte doch möglich sein einen Mitarbeiter mit der Qualitätskontrolle zu betrauen (bevor die Massenproduktion im Presswerk anläuft). Nach Möglichkeit sollte dieser Mitarbeiter natürlich nicht gerade der Quotenbehinderte mit eingeschränkter Hör- und Sehfähigkeit sein ...
    So kenne ich es aber auch, in der Firma in der ich arbeite, wollen die Produktmanager ( und die haben es von ihrem Chef) immer mehr und mehr. Und so passieren mehr Fehler. Denn eines ist doch klar. Es werde nur Stichproben gemacht und nicht der ganze Filme geguckt.

  17. #157
    cvs
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Da wird mit einem erheblichen, auch zeitlichem, Aufwand ein lang erwarteter Klassiker von einem renommierten Regisseur in restaurierter Fassung mit ordentlich Bonusmaterial auf Blu-ray veröffentlicht, und dann soll die Zeit (oder die paar läppischen Zusatzkröten) für eine vernünftige umfassende Endkontrolle fehlen? Sorry, das passt wirklich nicht zusammen. Abgesehen davon, dass die eigentliche Schlamperei ja wohl bei der Kombination der deutschen Tonspur mit dem Bildmaster passiert sein muss. Und da sitzt ja kein ahnungsloser PM (was immer das heißen mag), sondern, wenn es mit rechten Dingen zugeht, ein qualifizierter, handwerklich geschulter Operator, der mit Bild und Ton umzugehen weiß. Und wenn so einer nicht da sitzt, warum nicht? Hat man das Geld gespart, um den Wasserkopf durchzufüttern, der meistens aus Gurken besteht, die das Wort production in der Berufsbezeichnung führen?

  18. #158
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Ich habe diesen Thread mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt, und zu allererst möchte ich an die Addresse von Mike Siegel sagen, dass es mich für ihn persöhnlich freut, dass nach all den Jahren ein Weg zu der Umsetzung der Dox geführt hat, ein Weg, der mit Sicherheit enorm steinig war. Es freut mich vor allem sehr, das er die Kontroverse nicht scheut und deshalb habe ich mit Interesse auf diese Hintergründe und das Re-Mastering des Films (zur Richtigstellung - eine Restauration ist nicht durchgeführt worden, sie war auch nicht notwendig) gewartet. Ich möchte folgendes vorausschicken, um eventuellen Mißverständnissen gleich vorzubeugen:

    Ich habe die Disc nicht hier, um diese Angaben re: Asynchronität zu überprüfen. Aber: Eine Asynchronität von mehr als 4 Frames (und die hier beschriebene soll ja über 12 umfassen) über mehrere Minuten, wie hier dargestellt - so sie stimmen sollte - ist in der Tat eine Sache, die bei einer Endkontrolle /QC erfasst und korrigiert werden MUSS. Da gibt es keine Ausreden irgendwelcher Art. Dies hätte bereits im Tonstudio passieren müssen. Diese Asynchrionität war nie Bestandteil des Films, und wäre auch so von den Machern nie akzeptiert worden, hätte man es ihnen vorgelegt. Ob Originalfassung oder Synchronfassung spielt dabei keine Rolle, denn auch für die gab und gibt es sehr wohl Abnahmen - siehe u.a. ARD, ZDF, RTL etc, wo dies noch heute passiert - und dies in der Regel, und zurecht, sehr streng. Zudem: Sammler/Kunden, die etwas erwerben wollen, haben ein Anrecht auf erste Wahl. Kinowelt sind sicher nicht die Hauptverantwortlichen; aber eine Korrektur sollte nichtsdestotrotz durchgeführt werden. Punkt.


    Nun zum technischen Ablauf, und hier wird es weit weniger schwarz/weiß als es hier einige malen wollen. Zur Erklärung: Dafür (die Endkontrolle) sind neben den Produzenten vor allem die Kollegen bei dem Unternehmen, das die Encoding und Authortingstrecke betreuen, da. Diese Endkontrolle muss aber auch bezahlt werden. Dies ist essentiell, so diese Arbeit ausgeführt werden soll (und zudem verantwortungsvoll).

    Und genau hier beginnt auch der Punkt, wo aus schwarz und weiß ein grau mit vielen Abstufungen wird. Ganz oben auf der Liste derer, die sich fragen sollten, was ihnen das Ganze (an Qualität eines Films auf Blu-ray Disc oder DVD) wert sein sollte, sind, jawohl, die ENDKUNDEN. Denn der Ruf nach Blu-ray Discs unter 20 Euro oder gar 10 trotz niedriger Auflagenhöhe bedeutet genau das: Verlust an Qualität, unter in Kauf nehmen (pardon the pun) des Wegfalls von Standards. Die Händler oder die Studios alleinig als Verantwortliche zu sehen ist viel zu wenig; denn diese reagieren additionell zu ihrem Streben, andere verdrängen zu wollen, auf den "Trend" der Kunden. Aber - Fakt ist auch: Niemand hier würde ernsthaft sich als 1-Euro-Jobber bewerben und sich freiwillig einschränken oder sein/ihr Gehalt um mehr als 50% kürzen wollen. Dies ist genau, was mit der Streichung von Endkontrollen als Resultat der Senkung der Preise (und diese als "normal" anzusehen) passiert. Something has to give. Welcome to the real world. Denn diese Arbeit ist keine für Studenten - sie ist zu verantwortungsvoll und gehört in die Hände von Leuten, die etwas von ihrem Tun verstehen, und auch zur Verantwortung gezogen werden können. Indes - es passiert anderes: Es wird Geld im Budget gespart, Arbeitsplätze auch freigesetzt. Zugleich werden PMs (Product Manager) sowohl freiwillig als auch unter Druck mehr und mehr in die Endkontrolle einbezogen, was einerseits Sinn macht, weil sie (abgesehen von den Produzenten) am ehesten die Produkte kennen, auf der anderen Seite sie unter enormen Druck setzt, denn sie sind vielmehr als früher für die Handelskoordination /kommunikation zuständig, sind damit also dem Vertrieb näher als der eigentlichen Planung der Titel selbst. Der Arbeitstag ist sehr stressig, und hat (nur noch) wenig mit dem Produkt zu tun.

    Jemand zog Parallelen zu "M" re: warum es dort (so gut) geklappt hat. Die Antwort ist: weil die Meßlatte enorm hoch gelegt wurde und sehr viel Zeit in die QC/Endkontrolle gegangen ist - in gleich VIELFACHEN QCs und von gleich mehreren Seiten. Zum einen hatten wir hier, bei TLEFilms, eine sehr stringente Kontrolle (die Restaurierung wie auch die Gestaltung der BD Edition inkl. Extras und Artwork wurde hier durchgeführt); dies nicht nur einmal, sondern ein gutes dutzend (!!) Mal pro shot/Einstellung im Durchschnitt und teils wesentlich mehr. Bei IMAGION, wo das Encoding gemacht wurde, hatte das Team das Master auch auf unseren ausdrücklichen Wunsch (über Universum's übliche Prüfungsprotokolle hinaus) nochmals gecheckt (Frau "N", die Blumen sind für Dich). Auch der PM bei Universum (Andreas Arnhold) hat sich selbst noch mit eingebracht, an Wochenenden und in der weiteren Freizeit. Dies hat unsere Arbeit bei der QC und Endkontrolle in all der zeitlichen Knappheit enorm unterstützt. Alles wurde genau koordiniert, um sicherzustellen, dass wir so gut es geht trotz des massiven Umfangs alle "corners" abgesteckt hatten. An dieser Stelle (auch wenn dies nicht der passende Tread ist - ich hoffe und denke, Mike Siegel hat aber gutes Verständnis) an alle, die sich auch in späten Stunden und in ihrer sonstigen Freizeit "beyond the call of duty" eingebracht hatten, einen ganz herzlichen Dank.


    Der eben geschilderte Aufwand skizziert schon ein Bild, das erahnen lässt, dass dies nicht innerhalb von 2 Stunden gemacht ist, und nicht für einen Appel und das Ei.

    Nochmal: Der Aufschrei nach korrekter Arbeit ist ABSOLUT berechtigt. Der Fehler hätte bereits im Tonstudio nicht passieren dürfen. Er hätte bei der Endkontrolle definitiv auffallen müssen. Aber wer sich über billige Angebote freut und die Schnäppchen sucht, muss sich auch - wenn man sich darauf konzentriert / darauf spekuliert - über die Konsequenzen klar sein. Nochmal: something has to give. Anders herum gesagt: Die "Verbraucher" sollten sich wesentlich mehr auch für die Qualität ihrer Wahl einsetzen, und nicht nur auf den Preis "schielen". Der kann sehr trügerisch sein.

    Aber, auch am Schluss eine (frohe) Botschaft für die Studios und Vetriebe:Das es auch anders geht, und das die Kunden auch durchaus in Kauf nehmen, mehr für gute Qaulität zu zahlen, hat zu meiner offengestandenen Überraschung (in diesem Umfang) das Beispiel "M" gezeigt. Ich hoffe, dass es mehr aus "allen Ecken" gibt. Qualitätsarbeit ist es wert. Oder sollte es sein. Mit korrektem Ton.
    Geändert von Torsten Kaiser TLE (06.06.11 um 23:27:41 Uhr)

  19. #159
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von cvs Beitrag anzeigen
    Und da sitzt ja kein ahnungsloser PM (was immer das heißen mag), sondern, wenn es mit rechten Dingen zugeht, ein qualifizierter, handwerklich geschulter Operator, der mit Bild und Ton umzugehen weiß. Und wenn so einer nicht da sitzt, warum nicht? Hat man das Geld gespart, um den Wasserkopf durchzufüttern, der meistens aus Gurken besteht, die das Wort production in der Berufsbezeichnung führen?
    Bei den Independents sitzt meistens kein speziell geschultes oder ausgebildetes Personal, das macht tatsächlich oft der PM selber oder es wird outgesourct an irgendwelche Leute, die mit sehr knappen Budgets arbeiten müssen. Da ist man meistens schon froh, wenn man das Nötigste am Material machen kann. Dann kommt so Murks wie bei der zweiten Silbersee BD dabei raus, weil die Labels die teureren Angebote von kompetenten Authoring Studios (wie bei Silbersee geschehen) ablehnen und lieber billig und schnell wollen. Da setzt sich dann keiner hin und schaut sich einmal komplett den Film an, wenn man sowieso zu wenig Zeit hat. Und bei der Abnahme des Materials wird halt nur stichpunktartig geprüft. Um mal ein persönliches Beispiel anzuführen: Ich arbeite ja nun auch des Öfteren an DVDs und BDs mit und ich habe noch nie Geld dafür bekommen, würden sie auch gar nicht, selbst wenn ich für 2 Wochenenden nur 100 Euro verlangen würde. Dafür bekomm ich halt Gratis-Disks. Aber ich mach das halt auch aus Spaß. Ihr würdet euch wundern, wieviele Inhalte nur deshalb auf Disks zu finden sind, weil die Leute das gerne machen. Ohne ehrenamtliche Beitragslieferanten würde es heutzutage keine Booklets mehr geben zum Beispiel.

  20. #160
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    AW: Steiner - Das eiserne Kreuz

    Zitat Zitat von Mike Siegel Beitrag anzeigen
    Um welche Sätze handelt es sich denn nun? Noch immer weiß ich nix genaues.
    Da hat's ja einer noch eiliger als Stransky ...

    OK, ich habe mir mal die Szenen angeschaut. Es sind zwei Passagen, bei denen in der Blu-ray-Version (Vorabmuster, kein Endprodukt) zwei kurze Sätze von James Mason "OmU" sind.

    Szene 1: Mason und Warner sprechen mit Coburn. Die Schnittfolge ist hier: Nahaufnahme Coburn (Gesicht), Nahaufnahme Mason (Gesicht), Nahaufnahme Coburn (jetzt mit Oberkörper, er steht dann auf).

    Coburn sagt: "All diese Stranskys und Triebigs, die um jeden Preis das Eiserne Kreuz haben wollen in der gesamten großdeutschen Wehrmacht."

    Schnitt auf Mason. Er sagt nach kurzer Pause: "Have you any idea what you're saying?" Diese Stelle ist bei ca. 1:16:48 (BR).

    Schnitt zurück auf Coburn. Er blickt auf Mason, senkt den Kopf und steht dann auf. Wieder mit Blick auf Mason sagt er: "Wenn Sie wüßten, mit welcher Inbrunst ich sie hasse, diese Uniform da und mit ihr alles, was sie verkörpert."

    VHS (Bild am Sonntag): Coburns Satzrest "... großdeutschen Wehrmacht" liegt hier über der Nahaufnahme von Mason, von der man nur die kurze Pause sieht. Seine Frage (siehe oben) fehlt. Dann weiter wie gehabt: Schnitt zurück auf Coburn, der blickt kurz nach unten, steht dann auf und spricht weiter zu Mason.

    VHS (VPS): ist gestrafft oder hat einen derben Filmriß in diesem Abschnitt, ein genauer Abgleich der Schnitt- und Tonfolge ist also an dieser Stelle nicht möglich.



    Szene 2: Dialog Mason und Warner. Mason will Warner von der Front abziehen, damit wenigstens er überlebt. Die Schnittfolge ist hier wie folgt:

    Die erste Einstellung zeigt Mason links im Bild (Rücken), Warner rechts (von vorne). Warner sagt: "Diesen Befehl werde ich nicht befolgen, Herr Oberst!" Kurze Pause, dann folgt ein Umschnitt. Nun ist Warner links (seitlich), Mason steht rechts (von vorne). Er sagt: "You've been around Steiner too long." (die deutschen Untertitel lauten an dieser Stelle "Sie dienen schon viel zu lange"). Dieser englische Satz Masons ist bei ca. 1:45:48 (BR). Es folgt der nun wieder deutsche Satz: "Jetzt hören Sie mir mal einen Moment gut zu ..."

    VHS (Bild am Sonntag): Der Umschnitt zwischen den beiden Positionen erfolgt hier schneller, man erkennt es an der Bewegung Masons (er nimmt Warner in dieser Szene am Arm und redet auf ihn ein). In der BR-Fassung ist der Übergang zwischen den beiden Kamerapositionen hingegen etwas länger. In der VHS-Fassung kommt der Satz "Jetzt hören Sie mir mal ..." schon vor dem Umschnitt, als Mason noch links steht.

    VHS (VPS): Auch hier ist nichts feststellbar, da in dieser 119-Minuten-Fassung offenbar einiges gestrafft wurde. Hier fehlt der Vorlauf des Dialogs, man sieht nur den zweiten Teil, wenn Warner bereits links steht und dann beide nebeneinander gehen, bis Warner abgeholt wird.

    *****************
    Da ich keine Screenshots machen kann, mußte ich auf Beschreibungen ausweichen. Ich hoffe, es war trotzdem verständlich genug.

    Meine Theorie: Da die Kassette von Bild am Sonntag die Verleihfanfare von Constantin hat und auch sonst immerhin relativ vollständig ist, kann an diesen Stellen der Schnitt der deutschen Fassung tatsächlich so ausgesehen haben, daß minimale Übergange eben anders (kürzer) montiert waren.

    Durch das Anlegen des deutschen Tons an eine leicht längere Bildfolge entstehen Lücken, für die man (siehe z.B. Szene 1) keinen deutschen Ton hat, weil in der deutschen Fassung Mason in dieser Einstellung eben nichts sagt. Aber das ist ohne Direktvergleich mit einer vollständigen Kinokopie wie erwähnt nur eine Theorie.

    So, und nun sind Sie dran, Herr Siegel!

    Als kleiner Motivationsschub hier noch ein Scan eines Dir vielleicht noch nicht bekannten Briefes von Sam Peckinpah an Dieter Schidor, der einige Jahre nach STEINER (wo er den "Anselm" spielte) Peckinpah das Projekt QUERELLE angeboten hatte. Es sollte dann ja bekanntlich der letzte Film von Fassbinder werden. QUERELLE mit Peckinpah? Also ich weiß ja nicht ...
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Steiner -  Das eiserne Kreuz-sam-querelle.jpg  

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