Habe neulich "God bless america" gesehen:


Es geht ja um jemanden, der die Schnauze voll hat, angeekelt über das, was aus unserer Gesellschaft geworden ist, und sich eigentlich das Leben nehmen will. Dann taucht aber eine Schülerin auf, die ihn überzeugt, lieber den nervigen Menschen das Leben zu nehmen statt sich selbst.
Und dann geht es auch los...

Die ganze Zeit dachte ich beim Gucken, das könnte ein großartiger Film werden, ja wenn nur das und das am Ende sich entwickelt.

Aber "das und das " entwickelt sich nicht... es ist eine einzige Anreihung von Morden, in der der Hauptcharakter den Kommentar des Drehbuchautors über unsere abgestumpfte Gesellschaft zum Ausdruck bringt.

Hätte, wäre, wenn nur... Es hätte zu einem großartigen Film werden können, wenn sich am Ende herausgestellt hätte, dass die Schülerin, die den Hauptcharakter zum "Killing Spree" motiviert und begleitet, eine psychische Manifestation seiner selbst wäre.

Das hätte auch erklärt, warum sie ihn in seinem Motelzimmer finden konnte, oder warum sie am Ende plötzlich im "American Idol"-Studio aufkreuzt.

Dann hätte man es so erzählen können, dass sich der Hauptcharakter langsam bewusst wird, dass sie nicht echt sein kann und es hätte zum Konflikt zwischen den beiden kommen können.. bei dem sie ihn zu einem unfassbaren Massaker inspirieren will, er aber langsam Gewissensbisse entwickelt und um sich von ihr und ihrem Einfluss zu befreien, sie erschießt/ertränkt... in welcher Form auch immer.

Und nachdem er sich ihres toten Körpers entledigt hat, sagen wir mal indem er aufs Land hinausfährt und sie begräbt... taucht sie dann nachdem er sich wieder einen Job gesucht hat, wieder auf (sodass dem Zuschauer endgültig klar wird, dass sie nicht existiert) und gewinnt wieder Einfluss auf ihn und zusammen gehen sie in das "American Idol"-Studio. Mit seinem Sprengstoff soll er das ganze Studio zum Einsturz bringen und ein letztes Fanal setzen, aber bevor er es tut, widersteht er ihr, merkt aber letztendlich, dass er es nicht kann... und in einem verzweifelten Akt erschießt er sich selbst, um sich endlich von ihr zu befreien.

Dann hätte der Film eine Entwicklung mit einer Katharsis. Aber so ist er einfach nur geradlinig und plätschert dahin ohne eine zweite Dimension zu gewinnen.

Seine Machart hebt ihn aber trotzdem vom Durchschnitt.


Vergebe 7/10 Punkte, hätte aber durchaus Potential gehabt 9/10 Punkte zu erreichen, ja wenn nur...