Cinefacts

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  1. #121
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Hm, Spoiler sind bei einem Film ohne Spannungsbogen irgendwie nicht so schlimm.

  2. #122
    Tyrannosaurus Rex
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    AW: Glubschauge in Bangkok

    Zitat Zitat von Laphroaig10 Beitrag anzeigen
    Interview mit Refn bei SPON
    ACHTUNG SPOILER OHNE ENDE!
    einfach unglaublich, der Film läuft grad mal so im Kino, und die bringen so einen Artikel
    Eine seltsame Einstellung die der Refn zu Filmen hat.

    Aber das sich Kinder und Jugendliche heute Filme fragmentarisch auf YouTube ansehen, habe ich auch schon aus Gesprächen mitbekommen. "Hast du den und den Film gesehen?" "Ja ja, klar, hab mir Ausschnitte auf YouTube angesehen".

  3. #123
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    ONLY GOD FORGIVES
    [USA/THAI/FR/SCHWED][2013]



    Regie: Nicolas Winding Refn
    Darsteller: Ryan Gosling, Kristin Scott Thomas, Tom Burke, Yayaying, Vithaya Pansringarm, Byron Gibson, Gordon Brown, Sahajak Boonthanakit, Joe Cummings, Charlie Ruedpokanon


    „Die Damen sollten jetzt die Augen schließen.“

    Der Amerikaner Billy [Tom Burke] schändet und ermordet in Bangkok eine minderjährige Prostituierte. Dieses Ereignis setzt eine blutige Ereignisspirale in Gang: Der Polizist Chang [Vithaya Pansringarm] sperrt den Vater der Toten mit Billy in einen Raum, was letzterer nicht überlebt. Billys Mutter Crystal [Kristin Scott Thomas] reist daraufhin aus den Staaten an, um ihren jüngeren Sohn Julian [Ryan Gosling] zum Rachemord zu überreden. Julian jedoch, der lebenslang im Schatten seines brutalen Bruders stand, hat Bedenken. Daraufhin heuert Crystal einen Auftragskiller an. Dieser jedoch gerät bei Chang an seinen Meister und wird selbst Opfer unmenschlicher Grausamkeit. Schließlich treffen Chang und Julian aufeinander.

    Nach dem hochgelobten DRIVE aus dem Jahre 2011 schickte der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn den kaum weniger gefeierten Mimen Ryan Gosling zum zweiten Male auf eine großartig gefilmte, gewaltreiche Tour de Force, die jedoch, abgesehen von der kunstvollen Inszenierung und dem abermals gradiosen Hauptdarsteller, erstaunlich wenig Gemeinsamkeiten mit dem Vorgänger bereithält: Die recht geradlinige Erzählweise DRIVEs weicht hier oft skurillen Momentaufnahmen, deren Sinn sich einem, sofern überhaupt, erst in größerem Zusammenhang erschließt. Tatsächlich gleichen die Ereignisse eher einem fiebrigen Albtraum, was durch die brodelnde Kulisse Thailands noch verstärkt wird.

    ONLY GOD FORGIVES ist wahrlich keine leichte Kost und zeichnet ein niederschmetterndes, gewaltgetränktes Schreckensszenario menschlicher Grausamkeiten, dessen Figuren wie schlaftrunken durch das bedrückende Geschehen taumeln. Nicolas Winding Refn zelebriert meditative Langsamkeit und setzt dazu ganz auf die suggestive Kraft seiner bis ins Detail durchdachten Bildkompositionen. Das ist für Ästheten ein Fest, Actionjunkies, durch Titel, Setting und Werbung womöglich in die Irre geführt, könnten sich hingegen rasch fehl am Platze fühlen.

    Denn im Gegensatz zu DRIVE, dessen grundsätzliche Ruhe immer noch durch einige ungewöhnlich komponierte Geschwindigkeitszelebrationen unterbrochen wurde, herrscht hier insgesamt eine verblüffende Actionarmut. Refn macht es seinem Publikum dabei nicht gerade einfach, beginnt Szenen, bricht sie wieder ab, um sie an anderer Stelle weiterlaufen zu lassen, spielt mit Kameraeinstellungen und Raumgestaltung, mit rot-gelbem Licht und immer wiederkehrenden Symbolen.

    Wer von Ryan Gosling einen ähnlich coolen Auftritt wie als namenloser Stuntfahrer erwartet, dürfte ebenfalls eine mindestens mittlere Enttäuschung erleben: Verkörperte Gosling in DRIVE eine zwar einsame, doch nichtsdestotrotz seinen Mitmenschen klar überlegene Person, erlebt man ihn in ONLY GOD FORGIVES als vollkommen gebrochenen Charakter, als seelischen Krüppel, der, Zeit seines Lebens um die Gunst seiner ebenso beherrschenden wie grausamen Mutter ringend, in eine sinnlose Leere läuft. Als er Chang gar zum Zweikampf herausfordert, bekommt er von diesem im Anschluss gnadenlos und alles andere als heldenhaft die Fresse poliert – das wär dem 'Driver' nie passiert!

    Obwohl mit seinem Namen beworben, ist Gosling nicht einmal die eindeutige Hauptfigur ONLY GOD FORGIVES', sondern vielmehr lediglich eine von vielen verirrten Charakteren, welche diese düstere Parallelwelt bevölkern. Die Funktion einer zentralen Person erfüllt noch am ehesten Vithaya Pansringarm in der Rolle des Selbstjustizpolizisten Chang, der als Richter und Henker zugleich über Leben und Tod der Verworfenen entscheidet. Haben die Unholde Glück, entfernt seine Schwertklinge lediglich einen ihrer Arme, haben sie es nicht, zerschneidet sie gleich den gesamten Torso.

    So absurd es klingt, ist Chang (dessen Name innerhalb der Handlung nie tatsächlich genannt wird) doch noch der positivste Charakter in diesem Höllenszenario, scheint er doch als einziger über eine Art von Gerechtigkeitssinn zu verfügen. Dass er dafür zum Racheengel (und somit ebenfalls zum Mörder werden muss) ist bezeichnend für die Ausweglosigkeit, in welcher sich die Figuren befinden. Immer, nachdem er ein weiteres Urteil vollstreckt hat, sieht man Chang in einer Karaokebar singen. Es klingt nicht schön. Aber es ist gleichzeitig das Menschlichste, wozu man hier in der Lage sein könnte.

    Zwar ist Thailand der Schauplatz, doch scheinen die Protagonisten tatsächlich in einer vollkommen fremden moralbefreiten Welt zu existieren, in welcher sich die Unfähigkeit zur Kommunikation auf dem Höhepunkt befindet. Gesprochen wird in ONLY GOD FORGIVES ohnehin kaum. Nicht etwa, weil es nichts zu sagen gäbe, sondern weil das Sprechen größtenteils verlernt zu sein scheint. Am meisten Text hat daher auch Kristin Scott Thomas in der Rolle der zugereisten Crystal, die jedoch hauptsächlich mit menschenverachtenden Beleidigungen um sich wirft.

    Die Rolle Crystals ist dann gleichzeitig auch eine der Schlüsselfiguren: Als treibende manipulative Kraft setzt sie die blutigen Ereignisse erst richtig in Gang. Perfekt versteht sie es dabei, ihrem verbleibenden Sohn Minderwertigkeitsgefühle einzuimpfen, indem sie ihm immer wieder zu verstehen gibt, dass sie seinen toten Bruder stets bevorzugte. Der inzestuöse Hintergrund dieser Beziehung ist dabei eindeutig und erfolgter Kindesmissbrauch mehr als wahrscheinlich: „Ich will sie so jung wie möglich“, sagt Billy, kurz bevor er zum Mädchenmörder wird. Als man Crystal mit seiner blutigen Tat konfrontiert, fällt ihre Antwort nach kurzer Pause sehr lapidar aus: „Ich bin mir sicher, er hatte seine Gründe.“

    Während Billy seine Beziehungsunfähigkeit durch sexuelle Perversionen und Gewaltexzessen zu kompensieren versuchte, geht Julian im Gegenzug den passiven Weg: Zwar hat er zumindest so etwas ähnliches wie eine Freundin, doch schafft er es nicht, sie auch nur zu berühren, lässt sich lediglich von ihr fesseln, um ihr bei der Masturbation zuzusehen - ein treffendes Bild für Julians Ohnmachtsgefühl, das sich wie ein Leitfaden durch die Handlung zieht.

    Dunkle Flure, Türen, hinter denen man das Grauen erwartet, unwirklich flackernde Lichter und heftige Gewalteruptionen – es ist kein Zufall, dass ONLY GOD FORGIVES über weite Strecken inszeniert wie ein Horrorfilm, werden doch die scheußlichsten Winkel der menschlichen Seele ausgelotet. Die Gewaltakte sind dabei in ihrer teilweise quälend expliziten Darstellung gewiss nicht unprovokant und auf ihre Schockwirkung bauend eingesetzt, doch verdeutlichen sie auch, in welch brutaler Umgebung man sich befindet, in welcher Grausamkeit gegen Menschen längst zum Alltag zu gehören zu scheint.

    ONLY GOD FORGIVES erklärt nichts, verspricht nichts, hält nichts. Eine vorkauende Vorstellung der in unwirkliches Licht getauchten Charaktere findet nicht statt, Dialoge sind zu selten, um Rückschlüsse auf Motivationen zuzulassen, die Handlung ist teilweise zu diffus montiert, um sich ein übersichtliches Bild machen zu können. Vieles bedarf der Interpretation, der Auslegung, der Fantasie. Spannung in klassischen Sinne sucht man hier vergebens. Was bleibt, ist ein faszinierend bebildertes, mit treibendem Bass unterlegtes Kabinett der Gräueltaten, eine gekonnte Ästhetisierung unmenschlicher Grausamkeit und ein Musterbeispiel stilistischer Versiertheit, von dem man seine Augen und Ohren kaum abwenden kann. Am Ende wird Ryan Gosling nie wieder auf seine Hände starren.

    s. auch: ONLY GOD FORGIVES

  4. #124
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Der Regisseur Nicolas Winding Refn (“Drive”) geht mit Ryan Gosling seiner minimalistischen Inszenierung und Charaktere weiter als in "Drive". Als dramaturgischer Film scheitert “Only God Forgives” auf ganzer Linie, denn wir können als Zuschauer nicht mit den Figuren fühlen oder Spannung in der Handlung spüren. Diesen Anspruch hat der Film auch gar nicht.

    Wer also einen spannendes Rachedrama oder Rachethriller sehen will, ist hier fehl am Platze. Der Film ist purer Arthouse, nein noch viel mehr, er streicht das House und erhebt sich zum Kunstwerk. Dieser Film enttäuscht als spannender Film auf ganzer Linie, doch wie dieser Film das Medium Film an neue Grenzen der Wahrnehmung an uns Zuschauer treibt, ist spannend.


    Mehr dazu unter meinem Kritik auf http://filmherz.wordpress.com
    Geändert von Patrick Suite (24.07.13 um 03:03:03 Uhr)

  5. #125
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    AW: Glubschauge in Bangkok

    Zitat Zitat von Archos Beitrag anzeigen
    Ja, das sehe ich exakt auch so. Und Refn findet extrem rätselhafte Bilder für seine Hauptfigur.

    Die Szene in der Gosling seiner Mutter in die Gedärme faßt würde ich als eben dieses Verlangen nach Zuneigung deuten. Quasi die Rückkehr in den Mutterleib. Und einen anderen Weg findet dieser Gefühlskrüppel nicht.

    Wie würdest ihr den die Szene am Ende deuten? Gosling werden die Hände abgehakt. Er schaut sich seine Hände ja ziemlich oft gedankenverloren an. Meine Theorie: Er hadert mit seinem Körper. Und mit der realen Welt. Er weiß nicht wirklich was mit seinen Händen, seinem Körper anzufangen. Am Schluß wird er dann erlöst. Sein Geist trennt sich vom Körper.
    Das mit der Mutter sehe ich wie Du. war auch mein erster Gedanke. (Geborgenheit etc.)
    Zwecks den Händen denke ich es wurde ja auch von seiner M;utter kurz angesprochen, das er seinen Vater umgebracht hat. Dadurch das Blut an den Händen--die Schuld. Am Ende bekommt er endlich seine Absolution. Sozusagen ein Happy End ^^ ach war der Film geil. Denke jeden Tag dran...

  6. #126
    holly_california
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Only God Forgives - 5/10

    Winding-Refn hat zweifellos interessante visuelle Ideen und gerade zu Anfang haben mir die strikt voneinander getrennten Set Pieces ziemlich gut gefallen. Ansonsten hat der Regisseur, ebenso wie Gosling, mittlerweile beinahe die Kategorie "Selbstparodie" erreicht. Irgendwie macht dieser ästhetische Übertrash zwar immer noch Spaß, aber im Gegensatz zu "Drive" fehlte mir hier einfach die Substanz - wo "Drive" seine Gewaltspitzen mit großem Gefühl für Rhythmus platzierte, wirken hier die Foltereien nur noch ermüdend und uninspiriert. Ich sehe es nicht ganz so drastisch, kann aber die Kritik des Chicago Tribune durchaus verstehen: This is the worst, least, dumbest picture made by people of talent this year.

  7. #127
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Ich habe langsam das Gefühl, mir dieses Ding sowohl im Kino als auch auf DVD ersparen zu können.

  8. #128
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Bei mir stellt sich das genau gegenteilige Gefühl ein

  9. #129
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Zitat Zitat von SEBO Beitrag anzeigen
    Alter, die Intonation und Sprechweise geht gar nicht. Hab nach 3 Sätzen wieder angeekelt ausmachen müssen. Schade.
    Wenn er "lahm", "Schmuh", "das Gegenteil von" und "geht gar nicht" einbauen würde, wäre er Dein Lieblings-Rezensent.

  10. #130
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Ach, ich glaube ich könnte ihn trotzdem nicht reden hören. Schlimme Sache das.

  11. #131
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Puh, das war doch sehr anstrengend. Bei "Valhalla Rising" hat mir der Arthouse-Flair deutlich mehr gefallen als hier, wo zumindest vordergründig in einem sehr realen Setting eine sehr reale Geschichte erzählt wird und das Ganze so teilweise ausgesprochen bemüht kunstvoll wirkt und manche Figuren die Grenze zur Parodie überschreiten. Die doch sehr zentrale Figur der Mutter konnte ich zum Beispiel einfach nicht ernst nehmen. Auch das, was aus der Location Bangkok gemacht wurde, hat mich enttäuscht. Statt zumindest zeitweise mal das statische Geschehen mit der pulsierende Metropole in Kontrast zu setzen, wiederholen sich gefühlt eine Handvoll zugegeben schön komponierter aber auch ermüdender Stillleben, die auch in irgendwelchen düsteren Hallen errichtet worden sein könnten. Wer lebt und wer stirbt, lässt einen prinzipiell kalt, nur bei besonders ausgespielten Gewaltszenen macht sich leichtes Unwohlsein breit. Für mich war das nix, gebe mit gutem Willen 4/10

  12. #132
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)


  13. #133
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Zitat Zitat von Waffler Beitrag anzeigen
    Ach so, ja dann. Hab mich wohl zu sehr auf den Inhalt konzentriert ...

    Ne, im Ernst, man hat jedem Bild angesehen, das es kunstvoll arangiert war, aber das per se ist für mich noch keine gute Cinematography, im Gegenteil, wenn ich das Gefühl habe, ich kriege schöne Bilder nur der schönen Bilder wegen serviert, dann wirkt das für mich eher "bemüht" als "genial". Aber da der Film ja sehr extrem ist, kann ich auch verstehen, wenn da jemand ganz hin und weg ist ...

  14. #134
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Zitat Zitat von montana Beitrag anzeigen
    Ach so, ja dann. Hab mich wohl zu sehr auf den Inhalt konzentriert ...

    Ne, im Ernst, man hat jedem Bild angesehen, das es kunstvoll arangiert war, aber das per se ist für mich noch keine gute Cinematography, im Gegenteil, wenn ich das Gefühl habe, ich kriege schöne Bilder nur der schönen Bilder wegen serviert, dann wirkt das für mich eher "bemüht" als "genial". Aber da der Film ja sehr extrem ist, kann ich auch verstehen, wenn da jemand ganz hin und weg ist ...
    Dem muss ich widersprechen. Der Film verzichtet fast vollkommen auf Dialoge oder Exposition. Der Film erzählt nicht die Geschichte, er zeigt sie mit seinen Bildern. Das ist etwas, was das moderne Publikum nicht mehr gewohnt ist. Eine ganz andere Art Filme zu schauen. Die Handlung selbst ist nämlich wirklich gut, und interessante und auch recht komplexe Charakter gibt es ebenfalls. Zu sagen "der Film sieht schön aus, aber das war's dann auch schon" halte ich für Unfug. Jede Einstellung, jede Bildkomposition, jedes sichtbare Objekt, dient in erster Linie dazu, die Geschichte zu erzählen/zeigen.

  15. #135
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Zitat Zitat von BladeRunner2007 Beitrag anzeigen
    Dem muss ich widersprechen. Der Film verzichtet fast vollkommen auf Dialoge oder Exposition. Der Film erzählt nicht die Geschichte, er zeigt sie mit seinen Bildern. Das ist etwas, was das moderne Publikum nicht mehr gewohnt ist. Eine ganz andere Art Filme zu schauen. Die Handlung selbst ist nämlich wirklich gut, und interessante und auch recht komplexe Charakter gibt es ebenfalls. Zu sagen "der Film sieht schön aus, aber das war's dann auch schon" halte ich für Unfug. Jede Einstellung, jede Bildkomposition, jedes sichtbare Objekt, dient in erster Linie dazu, die Geschichte zu erzählen/zeigen.
    Zum Glück zähle ich ja nicht mehr zum "modernen" Publikum. Klar erzählen hier die Bilder eine bzw. die eigentliche Geschichte und grundsätzlich liebe ich stark visuell orientierte Filme auch, weil es meinem Verständnis von Kino sehr viel näher kommt, als z.B. extrem dialoglastige Filme. Allerdings finde ich die Geschichte, die hier auf der Ebene erzählt wird, nicht sonderlich fesselnd und die Figuren auch nicht wirklich komplex oder gar spannend. Außerdem kann man auch eine in Bildern erzählte Geschichte auf unterschiedliche Art und Weise erzählen. Und die Bilder hier sind eben extrem durchkomponiert und wirken auf mich sehr künstlich/statisch/stilisiert, was ja eine bewusste Entscheidung des Regisseurs war, für mich in diesem Fall aber einfach nur wie ein dicker "Achtung Arthouse"-Stempel gewirkt hat. Deshalb bleibe ich dabei, das Ganze wirkte für mich eher "bemüht" kunstvoll und leider nicht "genial" ...

  16. #136
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Wollte mir den Film gestern Abend zusammen mit einem Kollegen ansehen. Betonung liegt auf wollte weil wir das Kino nach ca. 40 Min. verlassen haben. Und das passiert mir maximal alle Schaltjahre einmal das ich in einem Film bin wo ich das Gefühl bekomme "So jetzt reichts. Ich muss hier raus".
    Ich mochte Drive extrem aber mit diesem Film hier konnte ich wirklich rein gar nichts anfangen. Das lag vor allem daran, dass er mir zu sperrig ist. Man kommt nie richtig rein weil einem auch die Charaktere total am Arsch vorbei gehen. Ich hatte auch die ganze Zeit das gefühl, dass das alles etwas zu gewollt künstlerisch rüberkam hier.
    Die Optik ist wirklich famos und es wird gewiss auch eine Atmosphäre aufgebaut. Aber das allein reicht mir nicht.
    Dem Film werfe ich das noch nicht mal vor da er offenkundig ein anderes Publikum anspricht und die sicher auch ihren Spass daran haben. Das war mir aber definitiv zu artsy fartsy wie man so schön sagt.

    Es ist zwar schon beinahe unheimlich aber ich bin mit dem was SEBO weiter vorne geschrieben hat zu 100 Prozent einverstanden und sehe es gleich.

    Ich und der Kollege waren nicht die einzigen die das Kino verlassen haben. So eine Massenabwanderung hatte ich zuletzt bei Spring Breakers erlebt wo die Trailer eine Teeniekomödie oder Partyfilm a la Project X suggeriert haben und dementsprechend eine grosse Anzahl falsches Publikum im Saal gelandet ist. Da war mir aber schon anhand des Regisseurs klar, dass dies was anderes werden wird
    Spring Breakers fand ich übrigens klasse. Strange und durchgeknallt aber klasse. Bin also Filmen die nicht gerade das übliche sind nicht abgeneigt.

  17. #137
    James Conway
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Spätestens jetzt sollte klar sein, dass der Film hervorragend ist.

  18. #138
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Ich hab mir den Film gestern abend auch angesehen und das einzig Blöde war der Typ zwei Sitze weiter, der bei absolut unpassenden Stellen dumm gelacht hat, z.B. bei den Sprüchen der Mutter.

    Mir hat der Film sehr gut gefallen, aber das ist ganz klar nichts für jedermann.

    7/10.

  19. #139
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    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Zitat Zitat von Randy the Ram Beitrag anzeigen
    Ich hab mir den Film gestern abend auch angesehen und das einzig Blöde war der Typ zwei Sitze weiter, der bei absolut unpassenden Stellen dumm gelacht hat, z.B. bei den Sprüchen der Mutter.

    Mir hat der Film sehr gut gefallen, aber das ist ganz klar nichts für jedermann.

    7/10.
    Na ja, die Frage ist, warum sie bei der Mutter gelacht haben. Im übrigen haben bei mir im Kino da auch ein paar Leute gelacht. Ich fand die Sprüche der Mutter einfach unheimlich plump und die Figur dadurch völlig unglaubwürdig, gerade bei einem Film, der seine Geschichte mit Bildern erzählt, kann man das, was da tranportiert werden sollte, doch nun wirklich subtiler bringen. Das hatte für mich z.B. fast schon Trash-Charakter, da kann man dann schon Lachen (oder Weinen) ...

  20. #140
    Zombian
    Gast

    AW: Only God Forgives (Nicolas Winding Refn/Ryan Gosling)

    Also eine klare Empfehlung aus der Schweiz. Sehr gut!

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