Cinefacts

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  1. #61
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Weil Dein Job dran hängt?
    Ist mehr ein Hobby als ein Nebenjob, wie du weißt. Ich habe den Satz nicht erfunden, fand aber schon immer, dass er ein erfrischendes Selbstbewusstsein beinhaltet.
    Lokalisation sollte als Service gesehen werden. Es ist reiner Luxus. Vorraussetzung ist allerdings immer die Professionalität.
    Ich kann es voll verstehen, wenn man sich ärgert, dass schöne Animationen etc. - vielleicht noch untermalt mit Spundeffekten - geclenead und schlecht neu gemacht werden. Dann muss die Kritik gegen billig gemachte Inserts ausgerichtet sein. Hier wird sie aber zum Zweck einer Hetze gegen jede Form der Lokalisation missbraucht.

    Das Hauptproblem der VHS-Zeiten war übigens, dass die meisten Master NICHT gecleaned waren und etwa der deutsche Titel per Freeze-Frame oder Bauchbinde in billigster Form eingefügt wurden. Die Forderung muss daher lauten: Keine gecleanten Master mit schlechten Neuinserts, aber eben auch keine Originalmaster, sondern dieselben Script Arts wie in den deutschen Kinokopien, die meist 1:1 das Original nachahmen. Wer damit nicht zufrieden ist, möge bitte im Ausland kaufen.

  2. #62
    Mav
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Dann muss die Kritik gegen billig gemachte Inserts ausgerichtet sein. Hier wird sie aber zum Zweck einer Hetze gegen jede Form der Lokalisation missbraucht.
    Irgendwie habe ich bei Dir immer das Gefühl das Du Dich dabei persönlich angegriffen fühlst... dabei bist Du eigentlich der einzige der hier Schärfe in die Diskussion bringt... naja, ist auch egal.

    Das Hauptproblem der VHS-Zeiten war übigens, dass die meisten Master NICHT gecleaned waren und etwa der deutsche Titel per Freeze-Frame oder Bauchbinde in billigster Form eingefügt wurden. Die Forderung muss daher lauten: Keine gecleanten Master mit schlechten Neuinserts, aber eben auch keine Originalmaster, sondern dieselben Script Arts wie in den deutschen Kinokopien, die meist 1:1 das Original nachahmen. Wer damit nicht zufrieden ist, möge bitte im Ausland kaufen.
    Das alleine reicht nicht, denn es gibt - oder gab - mit deutschen Mastern noch ein anderes Problem: Die Qualität. Zu DVD Zeiten waren deutsche Master fast ausnahmslos deutlich schlechter als Original-Master weil es meist billige Transfers von Kinokopien mit falschem Kontrast und schlechten Farben waren.
    Auf Blu-ray kenne ich nur sehr wenige deutsche Master da ich aufgrund der DVD-Erfahrungen meist einen großen Bogen um deutsche Labels und rein deutsche Disks der Majors mache.
    Bei Iron Man kam ein deutsches Master zum Einsatz, das soweit ich da nach einmaligem Sehen beurteilen kann nicht schlechter war als das Master der US-BD von Paramount, die ich mir später gekauft habe. Ich kann aber nicht sagen ob das eine positive Ausnahme war oder ob gute Transfers bei deutschen Mastern inzwischen eher die Regel geworden sind.

    Insgesamt habe ich drei Blu-rays deutscher Label in meiner Sammlung:
    - The Illusionist: Original-Master ohne Änderungen. Da es (so gut wie) keine Einblendungen gibt und der Titel sich nur durch das The/Der unterscheidet wäre es hier aber auch dämlich gewesen daran rumzupfuschen.

    - America's Sweethearts: Original-Master, was bei identischem Titel auch nicht überrascht. Allerdings hat Universum gegenüber der US-DVD am Kontrast gedreht, das Bild ist durchweg heller mit steilerem Kontrast. Überflüssig aber noch akzeptabel, zumal Universum dankenswerter Weise auf DNR verzichtet hat. War und ist wohl immer noch die einzige Blu-ray dieses Films.

    - Open Range: Ein Desaster, insbesondere für O-Ton Fans. Mit der Einblendung des überflüssigen Untertitels "Weites Land" der zudem noch der deutsche Titel eine deutlich älteren Westerns ist, könnte man noch leben. Auch mit dem stark veränderten, zu steilen Kontrast und den deutlich kühleren Farben des ansonsten brauchbaren Masters könnte man sicher noch leben. Was gar nicht geht ist der Ton. Universum hat hier dilettantische 6.1 Remixes für den deutschen und den O-Ton angefertigt und dabei meiner Meinung nach beide Tonspuren versaut. Dabei kann ich die deutsche Tonspur nicht wirklich beurteilen, da ich den deutschen Ton vorher nur einmal von DVD gehört habe.
    Der O-Ton aber ist im Original weitestgehend ruhig gemischt mit klarer, prägnanter Musik und ansonsten eher zurückhaltender Dynamik. Dadurch erzielen einzelne Soundeffekte, Donner und vor allem die Schußwechsel die plötzlich mit mit brachialer Dynamik und Lautstärke herausragen einen starken Eindruck. Der 6.1 Mix der deutschen BD dagegen ist durchweg laut, viele "kleine" Geräusche sind viel zu laut und der Effekt der hohen, realistischen Lautstärke und Dynamik einzelne Sounds wird dadurch stark gemindert oder ganz ruiniert.
    Auf der französischen Blu-ray ist das Bild etwas zu "gelb" und "warm" geraten wobei das wohl eher der Intention des Films entspricht als das zu grelle, kühle Bild der deutschen Blu-ray. Vor allem aber klingt dort der O-Ton wie er ursprünglich klingen sollte.

    Nachdem die ersten beiden "Tests" eigentlich recht positiv ausfielen bin ich nach dem Reinfall mit Open Range wieder EXTREM vorsichtig geworden, was den kauf rein deutscher Veröffentlichungen angeht.
    Insgesamt zeigen dabei Open Range und vor allem America's Sweethearts recht deutlich das das verwendete Master nicht das einzige Thema ist, auf das man achten sollte...
    Sorry das das Thema Open Range Ton hier Off-Topic war aber ich denke der Rest passt mit den Anmerkungen zum Bild ansonsten schon zu der Diskussion.

    Ich wäre im übrigen auch für den weiter oben gemachten Vorschlag im ersten Beitrag eine Liste der genannten Titel zu erstellen. Sie würde gleichermaßen Synchro-Fans als Hinweis für besonders interessante Titel und O-Ton Fans als Warnung dienen.

  3. #63
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    @Mav

    Du musst aber auch sehen, dass du punkto deutsche Veröffentlichungen schon etwas extrem zu der pingeligen Sorte gehörst.
    Nur 3 deutsche BDs ist da schon etwas krass wenn ich sehe wie viele Sachen es gibt die Auslands-VÖs sogar übertreffen.

    Oder liegt es da einfach daran, dass dir die Filme nicht passen?
    Wenn ich zB. an diverse Capelight VÖs denke oder Turbine Sachen frage ich mich schon ob dich in den Fällen schlicht die Filme nicht interessieren oder ob du wirklich etwas zwanghaft Anti deutsche Labels eingestellt bist.
    Ich weiss du hast mir schon mal gesagt, dass es nicht so sei. Aber die Frage kommt bei mir trotzdem immer wieder auf weil es eben doch inzwischen ne stattliche Anzahl deutsche VÖs gibt die als Gesamtpaket im internationalen Vergleich mehr überzeugen.
    Dazu gibt es ja sogar VÖs von einigen Filmen die exklusiv in Deutschland (bisher) auf BD erhältlich waren wie zB. Judge Dredd der sogar von zahlreichen US Foren-Usern von AVS oder blu-ray.com importiert und gut bewertet wurde.

    Und wenn ich da an die kommende Capelight VÖ von Carpenters "Das Ende" denke wo man sogar noch eigene Restaurationsmassnahmen durch TLE Films in das US Master gesteckt hat usw. ist es einfach befremdlich wie man da wirklich nur 3 deutsche VÖs haben kann. Ausser eben es ist hier ironischerweise wirklich so, dass dir von den guten Editionen ausgerechnet die Filme selbst nicht gefallen.

    Was deine Frage zur Qualität deutscher Master im HD Zeitalter betrifft kann ich als käufer von praktisch nur deutschen Scheiben ganz klar sagen, dass die keine derartigen Probleme mehr machen wie bei der DVD vielfach beobachtet.
    Die meisten sind sogar identisch weil das Auslands-Master als Vorlage diente oder nur marginal schlechter bzw. Unterschiede die man vielleicht auf standbildern nicht aber in Bewegung erkennt. Hier kommt es stark auf die persönlichen Prioritäten an. Mich stören minimale Unterschiede zB. gar nicht. Andere regen sich schon ab minimalen Unterschieden zu Auslands-Fassungen massiv auf.
    Aber mit DVD Zeiten kann man es wirklich gar nicht mehr vergleichen. Das ist Fakt.
    Wenn es Unterschiede gibt dann vielfach höchstens Encoding bedingt.

    Ich finde einfach immer so schlecht wie rein deutsche VÖs immer an den Pranger gestellt werden sind sie(zumindest im HD Zeitalter) nicht mehr.
    Dank dem wegfall der NTSC/PAL Problematik und dadurch der Tatsache, dass ein Master weltweit eingesetzt werden kann ohne irgendwelche Normwandlungen hat sich da viel getan.
    Auch ist den rein deutschen Labels offenbar meistens eine eigene Abtastung zu teuer im Gegensatz zum DVD Zeitalter. Deshalb lizenziert man anders als zu DVD Zeiten vermehrt ausländische Master und deutscht sie allerhöchstens noch ein (was bei den gängigen Labels eigentlich auch professionell gemacht wird).
    Zu DVD Zeiten war es offenbar teils lukrativer/bequemer irgend eine alte Kinokopie als Vorlage abzutasten als ein Auslands Master zu lizenzieren und gegebenfalls noch normwandeln zu müssen.

    Aktuell hilft sicher auch die Entwicklung des Digitalkinos noch mit. Dank der Tatsache, dass für eine Kino VÖ bereits ein deutsches Digitalmaster erstellt wird können die deutschen nicht Majors dann davon gleich die BD "ziehen".
    Geändert von DVD Schweizer (27.03.12 um 18:21:31 Uhr)

  4. #64
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von arni75 Beitrag anzeigen
    Dann dürftest du aber kaum einen Hollywoodfilm schauen, denn dort sprechen alle Englisch und Nachrichten/Schilder sind ebenfalls in Englisch, auch wenn der Film in einem nicht-englischsprachigen Land spielt. DAS finde ich viel befremdlicher, weil öfter vorkommend!
    Wenn ich hier bei mir durch meine TV-Programme zappe, finde ich eine ganze Menge englischsprachiger Sender. Und das sind nicht nur zusätzliche PayTV-Programme. Das dürfte in anderen Ländern nicht so viel anders sein. Englischsprachige Zeitungen gibt es auch in sehr vielen Ländern zu kaufen. (Ja, ich gebe zu, die BILD-Zeitung gibt es auch fast überall in Europa, wo Touristen Urlaub machen...) Zudem ist Englisch eine Weltsprache, die von sehr vielen Menschen in sehr vielen Ländern neben ihrer Muttersprache vielfach akzentfrei gesprochen wird. Daneben sind auch die Schilder in Metropolen, in denen viele Touristen verkehren vielfach zusätzlich in englischer Sprache.

    Zitat Zitat von morlock Beitrag anzeigen
    Treffer.
    Schwachsinn.

    Zitat Zitat von Graf Zahl Beitrag anzeigen
    Gibt's sowas heute überhaupt noch? Ich kann mich nicht erinnern, das jemals in einem Film, der nach den 60ern entstand, gesehen zu haben. In der Sache stimme ich dir natürlich zu. Sowas geht gar nicht. Wenn's nur um Ortsnamen oder ähnliches geht, sehe ich das nicht so eng.
    Hier hätte ich vielleicht den Konjunktiv verwenden sollen. Aber genau diese Eindeutschung wäre dem deutschen Michel doch am Liebsten.

    Ich meine aber, ich hätte letztens mal irgendwann einen US-Film gesehen, in dem Zeitungsartikel in deutscher Sprache durchs Bild geflitzt sind...

    Zitat Zitat von Graf Zahl Beitrag anzeigen
    Ich weiß. Ich fand's schon bei Kill Bill nicht so toll, da die Lesbarkeit doch etwas eingeschränkt ist - vor allem da der Zeichensatz auch noch kleiner ist.
    Finde ich gar nicht so schlecht zu lesen. Weiß finde ich da teilweise echt schwerer zu lesen.

    Zitat Zitat von Graf Zahl Beitrag anzeigen
    Das übliche halt:

    Alle Ortsnamen raus aus dem Master und lieblos in die Untertitel geklatscht.
    Dasselbe mit den Zeitangaben für den Countdown.
    Und bei der Menge an verhunzten Texten nervt's bei diesem Film richtig.

    Die US-BD, die ich habe ist aber ok, allerdings sind da auch die Untertitel für die chinesischen Dialoge fest eingebrannt.
    Dann hatte der PayTV-Sender wohl das HD-Originalmaster! Sehr schön!

    Ich habe kein Problem damit, wenn die Untertitel fest im Bild sind. Das war ja schließlich auch so gewollt.

    Zitat Zitat von Graf Zahl Beitrag anzeigen
    Ich frag mich nur, warum Universal den hier nicht auf BD bringt...
    Vielleicht wegen den Einblendungen?

    Zitat Zitat von Graf Zahl Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiß, war der aber nur auf DVD so. Ich fand den allerdings so schlecht, daß ich ihn mir nie wieder angesehen habe und kann mich da nur auf indirekte Infos verlassen.
    Ich bin mir da nicht 100%ig sicher, ich meine aber, daß das bei den HD-Veröffentlichungen auch so war.

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Jetzt wird's albern. Sein Argument war, dass die eingedeutschten Bilder der inneren Logik der Handlung widersprechen.
    Nun kommst du, und sagst, dass die Logik völlig egal ist, solange die Macher das so wollen.
    Eingedeutsche Bilder widersprechen vor allem der Intention der Filmemacher! Wenn diese wünschen, daß der Held im Ausland eine Zeitung in seiner Heimatsprache liest, dann soll das so sein. Wenn der Held einen Brief schreibt, wird er diesen wohl kaum in Deutsch verfassen. Wenn der Deutsche Bösewicht in Ägypten die FAZ lesen soll, ist das auch fein. Dann wird aber auch nichts eingedeutscht.

    Daß hier auch noch die Authentizität verloren geht, ist noch ein weiterer Aspekt. Wie weiter oben schon geschrieben, ist Englisch eine Weltsprache. Deutsch wäre es vor 67 Jahren fast geworden, aber das hat ja nicht sein sollen.

    Letztendlich ist das Wichtigste die Intention der Filmemacher! Bei Kürzungen, die mit Sicherheit nicht dem Wunsch der Filmemacher entsprechen, wird immer der Aufstand geprobt, bei anderen Veränderungen soll das dann aber wiederum ok sein?

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Demnach müsste auch jeder Dialogfehler - bis hin zu links/rechts-Fehlern oder Geschichtszahlen etc. - in die Synchro übernommen werden, weil es ja von den Machern so "gewünscht" wurde.
    Bilder in Landessprache sind mit kleinen Fehlern ja wohl nicht zu vergleichen! Es ist wohl ein kleiner Unterschied, ob man eine Jahreszahl korrigiert oder ob man Bilder in einer falschen Sprache darstellt...

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Glücklicherweise denken da die entsprechenden Verantwortlichen anders. Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz bei der Lokalisation, welches lautet:
    "Eine gelungene(!) deutsche Fassung ist für den deutschen Zuschauer immer eine Verbesserung". Jetzt überlegt mal, warum das wohl so gesehen wird...
    Weil diese Industrie davon lebt. Würde sie es anders sehen, würde sie ihre Existenzgrundlage verneinen.

    Diese Industrie würde wahrscheinlich sogar bei "Two and a Half Man" behaupten wollen, daß alle Witze gut übersetzt wurden, was nachweislich nicht der Fall ist. Hier wurde in einigen Folgen zensiert!

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Lokalisation sollte als Service gesehen werden. Es ist reiner Luxus. Vorraussetzung ist allerdings immer die Professionalität.
    Ich kann es voll verstehen, wenn man sich ärgert, dass schöne Animationen etc. - vielleicht noch untermalt mit Spundeffekten - geclenead und schlecht neu gemacht werden. Dann muss die Kritik gegen billig gemachte Inserts ausgerichtet sein. Hier wird sie aber zum Zweck einer Hetze gegen jede Form der Lokalisation missbraucht.
    Wer hetzt denn hier gegen Lokalisation? Du magst das vielleicht fälschlicherweise so interpretieren, eine Hetze findet aber nicht statt! Es wird lediglich dem Wunsch nach der Originalversion nachgegangen! Die große Diskussion fing ja erst mit den Verfechtern der Eindeutschung an...

    Wenn Lokalisierung ein Service sein soll, dann sehe ich es als Bonus für die an, die es gerne hätten. In diesem Fall sollte aber die Originalversion, wie in meinem Beispiel mit "Cat Run" ausgeführt, dennoch vorhanden sein! Zu realisieren wäre dieses ja mit etwas Aufwand. Diesen müßten die deutschen Kunden dann nur bereit sein zu zahlen!

    Nur mal so nebenbei: Wenn im Original ("The Bourne Ultimatum") eingeblendet wird "Heathrow Airport. London, England", dann sollte das aber auch der dümmste Deutsche verstehen. Dafür muß man "Airport" nicht extra mit "Flughafen" übersetzen... Mal ganz davon ab, daß das ja nicht nur eine Bezeichnung sondern ein Name ist!

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Das Hauptproblem der VHS-Zeiten war übigens, dass die meisten Master NICHT gecleaned waren und etwa der deutsche Titel per Freeze-Frame oder Bauchbinde in billigster Form eingefügt wurden. Die Forderung muss daher lauten: Keine gecleanten Master mit schlechten Neuinserts, aber eben auch keine Originalmaster, sondern dieselben Script Arts wie in den deutschen Kinokopien, die meist 1:1 das Original nachahmen. Wer damit nicht zufrieden ist, möge bitte im Ausland kaufen.
    Ja, die Master zu VHS-Zeiten waren noch deutlich schlimmer, als das heute der Fall ist. Im Umkehrschluß wird das heutige Verfahren dadurch aber nicht zwangsläufig besser.

    Wieso sollte die Forderung lauten, daß das Original nachgeahmt werden soll? Die korrekte Forderung wäre unzweifelhaft, das Original beizubehalten, so wie es ursprünglich intendiert war und, sollte man eine Lokalisierung zur Verfügung stellen wollen, sollte diese per Branching zum Original hinzugefügt werden!

    Und noch einmal für Dich: Dieser Thread war ursprünglich dazu gedacht, die deutschen Käufer, die gegen Lokalisierung oder gecleante Master sind, vor eben diesen zu warnen, damit sie eben nicht immer im Ausland kaufen müssen! Es war nicht nach Meinungen gefragt, wie toll das alles doch ist oder daß das alles doch gar nicht so schlimm sei!

  5. #65
    im Urlaub
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von DVD Schweizer Beitrag anzeigen
    Wenn ich zB. an diverse Capelight VÖs denke oder Turbine Sachen frage ich mich schon ob dich in den Fällen schlicht die Filme nicht interessieren oder ob du wirklich etwas zwanghaft Anti deutsche Labels eingestellt bist.
    Die Capelight- und Turbine-VÖs, die ich so besitze, verfügen immer über die Originalbildmaster. Von daher kann man da schon zugreifen. Bei TCM gibt es den Einführungstext ja in Deutsch und in Englisch.

    Zitat Zitat von DVD Schweizer Beitrag anzeigen
    Aktuell hilft sicher auch die Entwicklung des Digitalkinos noch mit. Dank der Tatsache, dass für eine Kino VÖ bereits ein deutsches Digitalmaster erstellt wird können die deutschen nicht Majors dann davon gleich die BD "ziehen".
    Das kommt aber Gott sei Dank jetzt nicht sooo oft vor!

  6. #66
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Das Hauptproblem der VHS-Zeiten war übigens, dass die meisten Master NICHT gecleaned waren und etwa der deutsche Titel per Freeze-Frame oder Bauchbinde in billigster Form eingefügt wurden. Die Forderung muss daher lauten: Keine gecleanten Master mit schlechten Neuinserts, aber eben auch keine Originalmaster, sondern dieselben Script Arts wie in den deutschen Kinokopien, die meist 1:1 das Original nachahmen. Wer damit nicht zufrieden ist, möge bitte im Ausland kaufen.

    Dein 'Sollen die anderen doch im Regen stehen' - Standpunkt zeugt nicht gerade von Toleranz. Hauptsache du kriegst was du willst, alle anderen können in die Röhre schauen, oder wie?

    Ich denke, inzwischen sollte es absolut klar sein, daß beides auf derselben Disc technisch kein Problem ist.


    Zitat Zitat von Mav Beitrag anzeigen
    Das alleine reicht nicht, denn es gibt - oder gab - mit deutschen Mastern noch ein anderes Problem: Die Qualität. Zu DVD Zeiten waren deutsche Master fast ausnahmslos deutlich schlechter als Original-Master weil es meist billige Transfers von Kinokopien mit falschem Kontrast und schlechten Farben waren.
    Auf Blu-ray kenne ich nur sehr wenige deutsche Master da ich aufgrund der DVD-Erfahrungen meist einen großen Bogen um deutsche Labels und rein deutsche Disks der Majors mache.
    Bei Iron Man kam ein deutsches Master zum Einsatz, das soweit ich da nach einmaligem Sehen beurteilen kann nicht schlechter war als das Master der US-BD von Paramount, die ich mir später gekauft habe. Ich kann aber nicht sagen ob das eine positive Ausnahme war oder ob gute Transfers bei deutschen Mastern inzwischen eher die Regel geworden sind.
    Inzwischen hat sich ja einiges an der Filmproduktion geändert. Vor allem ist der klassische Film -> Video Transfer dem Fortschritt zum Opfer gefallen, da ja heutzutage die Master bereits digital vorliegen. In der Regel sind diese Master 'clean'. Um die zu lokalisieren mußt du nur das Overlay drüberkopieren und fertig ist es. Also hat ein lokalisiertes Master automatisch dieselbe Qualität wie das Original, es sei denn, da sitzen Pfuscher und verstellen die Bildparameter dennoch nach eigenem Geschmack.

    Bei etwas älteren Filmen sieht's logischerweise anders aus. Wenn die da ein lokales Master von 'ner Kinokopie ranziehen ist natürlich nichts mehr zu retten...

  7. #67
    Mav
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    @DVD Schweizer

    Du hast recht. Capelight oder Turbine haben einen guten Ruf aber sie haben so gut wie keine Titel die mich interessieren. Bei einem etwas anderen Filmgeschmack wäre die Zahl deutscher Veröffentlichungen in meiner Sammlung wohl etwas höher.

    Und Du hast auch recht, das ich sicher etwas pingelig bin. Mich würden kleine Unterschiede beim Encoding eigentlich auch nicht stören. Andererseits ist mir deutscher Ton bei nicht deutschsprachigen Filmen völlig egal, insofern greife ich dann selbst bei kleinen Unterschieden lieber zur marginal besseren ausländischen Veröffentlichung.
    Da meine Sammelleidenschaft seit DVD-Zeiten im Hinblick darauf wie viele DVDs ich höchstens einmal gesehen habe auch etwas zurückgegangen ist, ist mir gerade bei persönlichen Highlights dann auch die bestmögliche Fassung wichtiger als der vielleicht etwas günstigere Preis hierzulande. Zudem sind bei neuen Veröffentlichungen die Preise im Ausland oft auch noch besser

    Für Synchro Fans ist die Entwicklung aber sicher sehr positiv zu bewerten auch wenn eben vor allem das einkaufen hochwertiger, fertiger Master der Hauptgrund dafür sein dürfte das die Qualität deutscher Veröffentlichungen deutlich besser geworden ist. Und damit sind wir wieder zurück beim eigentlichen Thema. Welches Master ist die bessere Wahl? Die meisten, die deutsche Master auf Blu-ray wollen, haben wohl schon vergessen wie deutsche Transfers oft aussehen. Dabei ist es letzendlich egal, ob es an geeignetem Ausgangsmaterial, Know-How oder beidem mangelt.

    Mit der Digitalisierung des Kinos dürfte das in der Tat besser werden, weil dann die Lokalisierungen fürs Kino auch gleich digital gemacht und direkt für die spätere Blu-ray weiterverwendet werden können.
    Da Seamless Branching, anders als bei DVD, auf Blu-ray einfach zu realisieren ist wäre es auf lange Sicht wohl das Beste wenn alle Studios sich ein Beispiel an Disney nehmen würden, die das schon von Anfang an einsetzen um zum Ton auch das passende Bild zu zeigen. Avatar ist, von den kleinen Problemen der 3D-Fassung abgesehen, ebenfalls ein Beispiel wie man es richtig machen kann. Auch die Kombination beider Lösungen kann je nach Film ein nahezu perfektes Ergebnis liefern.

    Wenn RICHTIG GUT aber nicht geht, oft auch weil es zu aufwändig und damit zu teuer ist, ist das Original-Master aber meiner Meinung nach immer einer schlechten Billiglösung vorzuziehen. Lokalisierung um jeden Preis, auch auf Kosten der Qualität, ist in meinen Augen einfach nur dumm...

  8. #68
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von Mav Beitrag anzeigen
    Das alleine reicht nicht, denn es gibt - oder gab - mit deutschen Mastern noch ein anderes Problem: Die Qualität. Zu DVD Zeiten waren deutsche Master fast ausnahmslos deutlich schlechter als Original-Master weil es meist billige Transfers von Kinokopien mit falschem Kontrast und schlechten Farben waren.
    Deutsche Kopien habe noch ein weitaus gravierenderes Problem als eine eventuell schlechtere Bildqualität - bei älteren Produktionen sind sie häufig unvollständig, und dann ist man richtig angeschmiert, weil in der Regel bei Verwendung einer deutschen Kopie einer älteren Produktion auch nur die gekürzte deutsche Fassung veröffentlicht wird.

  9. #69
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von Mav Beitrag anzeigen
    Das alleine reicht nicht, denn es gibt - oder gab - mit deutschen Mastern noch ein anderes Problem: Die Qualität. Zu DVD Zeiten waren deutsche Master fast ausnahmslos deutlich schlechter als Original-Master weil es meist billige Transfers von Kinokopien mit falschem Kontrast und schlechten Farben waren.
    Dann schließe eben noch die ebenbürtige Qualität in die Forderung nach einer professionellen Lokalisation mit ein. Kein Problem für mich!
    Aber die Logik, grundsätzlich von einer schlechten Lokalisation auszugehen, und deshalb lieber gleich das Originalmastzer zu fordern, schließt automatisch diejenigen aus, die eine lokalisierte Version wollen.
    Das finde ich im deutschen Unterforum schon etwas dreist.

    Ihr habt Angst, ein schlechtes Master etc. zu bekommen.
    ICH hingegen habe Angst, dass wenn Originalmaster doch soooooooooo toll sind, die Majors bald nur noch Originalmaster veröffentlichen mit fest eingebrannten UT und allem, was seit Einführung der DVD eigentlich der Vergangenheit angehören sollte. Alles was billiger ist und von ein paar Leuten laustark gefordert wird, hat große Chancen auf Verwirklichung.
    Zitat Zitat von Graf Zahl Beitrag anzeigen
    Dein 'Sollen die anderen doch im Regen stehen' - Standpunkt zeugt nicht gerade von Toleranz. Hauptsache du kriegst was du willst, alle anderen können in die Röhre schauen, oder wie?
    Ich denke, inzwischen sollte es absolut klar sein, daß beides auf derselben Disc technisch kein Problem ist.
    Ich will lasse niemand "im Regen stehen lassen". Aber nehmt bitte zuur Kenntnis, dass eure Forderung nach Originalmastern andere im Regen stehen lässt.
    Wäre dem nicht so, würde hier öfter stehen, dass mit Semless Branching oder Multi-ANgle gearbeitet werden sollte, um beide Fraktionen zufrieden zu stellen (so wie du es getan hast andere aber nicht). Statt dessen wird so argumentiert, dass zwangsläufig der Eindruck entstehen muss, Lokalisierungen seinen grundsätzlich unerwünscht. Dies aber nachweislich falsch.

    PS:
    "Two and Half Men" ist wie die meisten Sitcoms passabel snchronisiert, aber manchmal etwas flachbrüstig, um den Normalo-Zuschauer nicht zu überfordern. Ist bei "Big Bang Theory" noch viel schlimmer. Aber wen juckt's? Seit es DVD gibt, hat jeder der damit nicht leben kann, die Chance auf den O-Ton. Die Forderung die Synchro abzuschaffen (obwohl es sie gibt) wär aber genauso übers Ziel hinausgeschossen, wie so manche Standpunkte in diesem Thread.
    Geändert von Slartibartfast (29.03.12 um 14:05:32 Uhr)

  10. #70
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von Norbert Beitrag anzeigen
    Deutsche Kopien habe noch ein weitaus gravierenderes Problem als eine eventuell schlechtere Bildqualität - bei älteren Produktionen sind sie häufig unvollständig, und dann ist man richtig angeschmiert, weil in der Regel bei Verwendung einer deutschen Kopie einer älteren Produktion auch nur die gekürzte deutsche Fassung veröffentlicht wird.
    Sehe ich genauso, ist aber an sich nur ein Problem der Synchro, die halt dann Lücken hat, wenn man den deutschen Ton auf ein vollständiges Originalmaster legen will (was man natürlich tun sollte, da eine gekürzte Fassung natürlich immer inakzeptabel ist und nie als professionell oder ebenbürtig angesehn werden kann.).
    Die Lösung sind dann Nachsynchros oder OmU. Bei "Star Trek" wurde ersteres getan und auch größtenteils gut aufgenommen. Dennoch finden sich bei Amazon mehrere Rezensionen, die lieber das geschnittene deutsche "Original" gehabt hätten. Da fällt einem dann als Filmfan echt nichts mehr ein.
    Geändert von Slartibartfast (29.03.12 um 14:13:24 Uhr)

  11. #71
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von DaMikstar
    Zitat von Slartibartfast
    Glücklicherweise denken da die entsprechenden Verantwortlichen anders. Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz bei der Lokalisation, welches lautet:
    "Eine gelungene(!) deutsche Fassung ist für den deutschen Zuschauer immer eine Verbesserung". Jetzt überlegt mal, warum das wohl so gesehen wird...

    Weil diese Industrie davon lebt. Würde sie es anders sehen, würde sie ihre Existenzgrundlage verneinen.
    Ich schätze, ich muss mal erklären, was der Satz bedeuten soll: In der Branche arbeiten wirklich Leute, die ihren Job und vor allem den Zuschauer ernst nehmen und daher versuchen eine gute deutsche Fassung zu produzieren. Dies ist übrigens nicht nur bei Filmen so; übersetzt wird seit jeher alles, was nicht in der Muttersprache erschienen ist, um es mehr Leuten zugänglich zu machen. Der Standpunkt, man müsse erst Russisch lernen, um Krieg und Frieden lesen zu können, ist reichlich elitär, wird aber sinngemäß von allen Synchrohassern geteilt. Zur Sache: Ein Film ist ein Produkt einer spezifischen Kultur. Um diesen Film Mitgliedern einer anderen Kultur begreiflich zu machen, sind Änderungen nötig, die über die reine Übersetzung hinausgehen. Eine andere Stimme z.B. ist kein Sakrileg, sondern manchmal absolut notwendig, damit Filmfiguren bzw. Stars in anderen Ländern überhaupt funktionieren. Eine für Deutschland passende Stimme, die vom Original abweichen mag, zu finden, zeugt von einer Hochachtung der künstlerischen Leistung und ist nur der Versuch eben diese in eine andere Kultur zu transportieren.
    Dass es natürlich auch Beispiele für grottige Synchros gibt, ist klar. Diese als Argument zu verwenden, auf Synchros ganz zu verzichten, wäre falsch und täte dem Bekanntheitsgrad des Films nicht gut.
    Ich habe bewusst auf das Marketing-Argument verzichtet, aber diejenigen die mit dem Film Geld verdienen wollen, sitzen nicht in den Synchronstudios. Dort findet man eher Idealisten vor, denen der künstlerische Aspekt eines Films sehr wichtig ist.

    Sorry für den kurzen Exkurs, aber ich denke dass es nicht gänzlich OT war.

  12. #72
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    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Sorry für den kurzen Exkurs, aber ich denke dass es nicht gänzlich OT war.
    Wenn man es genau nimmt, hast Du in diesem Thread noch nichts beigetragen, dasauch nur im Entferntesten ontopic genannt werden könnte!

  13. #73
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Eine andere Stimme z.B. ist kein Sakrileg, sondern manchmal absolut notwendig, damit Filmfiguren bzw. Stars in anderen Ländern überhaupt funktionieren. Eine für Deutschland passende Stimme, die vom Original abweichen mag, zu finden, zeugt von einer Hochachtung der künstlerischen Leistung und ist nur der Versuch eben diese in eine andere Kultur zu transportieren.
    Bei allem Respekt für die Mühen/Anstrengungen und Ambitioniertheit der Synchrobranche, aber DAS kann ich absolut nicht nachvollziehen.

    Einem Darsteller im Hinblick auf lokale Präferenzen oder vermutete Erwartungshaltungen des Publikums eine völlig andere oder von seinem eigentlichen Organ drastisch abweichende Stimme zu verleihen, stellt doch schon eine massive Verfälschung dar. Das ist doch ein wesentlicher Bestandteil der Performance des Schauspielers, der da "geraubt" und durch die Performance eines anderen ersetzt wird.

    Ich meine, man geht doch auch in der Musikbranche nicht hin, tilgt den Sänger XY aus der Tonspur und läßt jemanden den Text neu einsingen, der eine den deutschen Hörern gefälligere Stimme hat.

  14. #74
    Eyes Wide Hutt
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von Graf Zahl Beitrag anzeigen
    Zeichenweises Erscheinen dürfte nun echt kein Problem sein, da dann lediglich mehrere Untertitelseiten kurz hintereinander umgeschaltet werden müssen.
    Das hat's sogar zu DVD-Zeiten schonmal gegeben, bei einem der letzten Brosnan-Bonds (weiß jetzt nicht, welcher), allerdings dort auch nur mit Standardzeichensatz - aber immerhin beweist es, daß es technisch geht.
    Bei DVD ging eigentlich so ziemlich vieles. Es gab bei der Erstauflage von "Men in Black" und "Ghostbusters" sogar einen animierten Video-Kommentar, der per Untertitel realisiert wurde. Transparenz ging ebenfalls, auch das sanfte FadeIn-FadeOut (konnte man mit DVD Maestro z.B. sehr komfortabel machen).

    Ich weiß leider nicht, wie die Fähigkeiten zur Transparenzdarstellung bei BluRay sind, aber ich denke mal, daß 90% aller Texteinblendungsprobleme mit etwas Sorgfalt durchaus über die Untertitelspur gelöst werden könnten - ja, wenn denn diese Idioten, die die Discs mastern, sich etwas mehr Mühe geben würden. Wild rumfliegende Texte sind dann ja wohl doch eher die Ausnahme.
    Dynamische Transparenzeffekte gehen zumindest bei BluRay problemlos. Wer noch die Kinofassung von "Der Herr der Ringe - Die Gefährten" sein eigen nennt, kann sich vergewissern: "The Shire... 60 years later" bzw. "Das Auenland... 60 Jahre später" wird sanft ein- und ausgeblendet.

    Mit der Digitalisierung des Kinos dürfte das in der Tat besser werden, weil dann die Lokalisierungen fürs Kino auch gleich digital gemacht und direkt für die spätere Blu-ray weiterverwendet werden können.
    Hätte ich mir auch gedacht - ist aber mitnichten so. Als "Indiana Jones 4" im Kino lief, hatte die digitale Kopie einen komplett deutschen Vorspann. Bei "Terminator 4" gab es in der digitalen Vorführung ebenfalls aufwendig lokalisierte Einblendungen. Beides wurde für die BluRay nicht übernommen, es wurden nur die Originalmaster verwendet.

    Das Hauptproblem der VHS-Zeiten war übigens, dass die meisten Master NICHT gecleaned waren und etwa der deutsche Titel per Freeze-Frame oder Bauchbinde in billigster Form eingefügt wurden.
    Bei "Scarface" (aus den 80ern) konnte man das gut in der Lageraufstand-Szene sehen, da der deutsche Teletype-Text als anamorphes Frame, das zu 4:3 vertikal gestreckt wurde, in die Pan & Scan-Fassung reingeschnitten wurde und für die Dauer dieses Intertitels die Seitenverhältnisse nicht stimmten.
    Geändert von TheHutt (29.03.12 um 16:30:08 Uhr)

  15. #75
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    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Der Standpunkt, man müsse erst Russisch lernen, um Krieg und Frieden lesen zu können, ist reichlich elitär, wird aber sinngemäß von allen Synchrohassern geteilt.

    Zur Sache: Ein Film ist ein Produkt einer spezifischen Kultur. Um diesen Film Mitgliedern einer anderen Kultur begreiflich zu machen, sind Änderungen nötig, die über die reine Übersetzung hinausgehen. Eine andere Stimme z.B. ist kein Sakrileg, sondern manchmal absolut notwendig, damit Filmfiguren bzw. Stars in anderen Ländern überhaupt funktionieren.
    Synchrohasser geht zum einen etwas weit (nur weil man die eine Sache vorzieht, hasst man die andere nicht gleich) und außerdem werden die wenigsten O-Ton Schauer mehr als 2-3 Sprachen können. Dafür gibt's ja Untertitel. Von daher wirst Du wohl so gut wie niemanden hier finden, der meint, man müsse ein Buch immer in der Originalsprache lesen. Dafür gibt's ja Übersetzungen, wenn man die Sprache nicht kann - siehe Untertitel.

    Natürlich muss man kulturspezifische Dinge teilweise bei einer Übersetzung anpassen, weil sonst niemand verstehen würde, was gemeint ist. Als Beispiel wurden z. B. damals bei Alf die Namen von amerikanischen Komikern und Entertainern zu Otto und Thomas Gottschalk abgeändert. Das ist für eine Synchro auch ok. Wenn aber komplette Sätze gegen etwas ganz anderes ausgetauscht werden, was mit dem Original nichts mehr zu tun hat, geht das zu weit.

    Zitat Zitat von Waffler Beitrag anzeigen
    Einem Darsteller im Hinblick auf lokale Präferenzen oder vermutete Erwartungshaltungen des Publikums eine völlig andere oder von seinem eigentlichen Organ drastisch abweichende Stimme zu verleihen, stellt doch schon eine massive Verfälschung dar. Das ist doch ein wesentlicher Bestandteil der Performance des Schauspielers, der da "geraubt" und durch die Performance eines anderen ersetzt wird.
    Sehe ich ganz genauso. Der Darsteller könnte ja auch aus irgendwelchen Gründen als Kleinkind aus den USA nach Deutschland gekommen sein und nun fließend deutsch sprechen. Würd man dann mit dem reden denken "hey, deine Stimme passt nicht zu Dir". Bestimmt nicht.

    Ich habe diese Begründungen für völlig andere Stimmen schon öfter gelesen und halte das eher für eine Ausrede, während der wahre Grund ist, dass man gerade keine passenden Sprecher hatte.

  16. #76
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    Ich versuche es kurz zu machen. Schreit bitte nicht, dass der Thread OT gegangen ist, aber ich wurde direkt gefragt.
    Zitat Zitat von q-tip Beitrag anzeigen
    Natürlich muss man kulturspezifische Dinge teilweise bei einer Übersetzung anpassen, weil sonst niemand verstehen würde, was gemeint ist. Als Beispiel wurden z. B. damals bei Alf die Namen von amerikanischen Komikern und Entertainern zu Otto und Thomas Gottschalk abgeändert. Das ist für eine Synchro auch ok. Wenn aber komplette Sätze gegen etwas ganz anderes ausgetauscht werden, was mit dem Original nichts mehr zu tun hat, geht das zu weit.
    Es ist eher umgekehrt. Thomas Gottschalk statt Jay Leno zu sagen, war früher üblich, hat aber einen drastischen Bruch erzeugt, weil jeder WEISS, dass es anders geheißen haben muss. Genau das sollte in einer Synchro nicht passieren. (Texteindeutschungen stellen einen Sonderfall dar, weil diese, wenn sie länger sind, übersetzt werden MÜSSEN; dann aber bitte als Bildlokalisation und nicht durch UT. Meistens wird ja heute die Gedankenstimme verwendet.) Komplette Sätze müssen jedoch manchmal ausgetauscht werden, um einen stimmigen Duktus zu bekommen. Zensuren sind entschieden abzulehnen, doch leider manchmal nicht vermeidbar (z.B. bei zu harten Witzen über unsere Nahost-Freunde). Glücklicherweise ist man auch hier heute schon weiter.
    Zitat Zitat von q-tip Beitrag anzeigen
    Einem Darsteller im Hinblick auf lokale Präferenzen oder vermutete Erwartungshaltungen des Publikums eine völlig andere oder von seinem eigentlichen Organ drastisch abweichende Stimme zu verleihen, stellt doch schon eine massive Verfälschung dar. Das ist doch ein wesentlicher Bestandteil der Performance des Schauspielers, der da "geraubt" und durch die Performance eines anderen ersetzt wird.
    Sehe ich ganz genauso. Der Darsteller könnte ja auch aus irgendwelchen Gründen als Kleinkind aus den USA nach Deutschland gekommen sein und nun fließend deutsch sprechen. Würd man dann mit dem reden denken "hey, deine Stimme passt nicht zu Dir". Bestimmt nicht.
    Ich habe diese Begründungen für völlig andere Stimmen schon öfter gelesen und halte das eher für eine Ausrede, während der wahre Grund ist, dass man gerade keine passenden Sprecher hatte.
    Denkst du echt, man hätte keine ANDERE Stimme für DeNiro oder Schwarzenegger gefunden? Beide weichen deutlich von Original ab. Man hat sie besetzt, weil sie "aus dem Gesicht kommen", und diese Erwartungshaltung ist von Kulturkreis zu Kulturkreis verschieden (wobei Schwarzenegger eine Art Sonderfall darstellt.)
    In Amerika hört man z.B. bei schweren Afroamerikanern häufig helle Stimmen, was hierzulande nicht alltäglich oder gar cool sondern komisch wirken würde. In Italien gilt bzw. galt es es maskulin, besonders heiser zu klingen (z.B. Adriano Celentano). Hierzulande klänge dies nach Halskrankheit oder höchstens noch nach Mafia-Parodie. Eine Synchro muss eine Stimme besetzen, die zu dem passt, was man sieht und gewohnt ist, sonst geht sie schief.

  17. #77
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    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Denkst du echt, man hätte keine ANDERE Stimme für DeNiro oder Schwarzenegger gefunden? Beide weichen deutlich von Original ab. Man hat sie besetzt, weil sie "aus dem Gesicht kommen", und diese Erwartungshaltung ist von Kulturkreis zu Kulturkreis verschieden (wobei Schwarzenegger eine Art Sonderfall darstellt.)
    In Amerika hört man z.B. bei schweren Afroamerikanern häufig helle Stimmen, was hierzulande nicht alltäglich oder gar cool sondern komisch wirken würde. In Italien gilt bzw. galt es es maskulin, besonders heiser zu klingen (z.B. Adriano Celentano). Hierzulande klänge dies nach Halskrankheit oder höchstens noch nach Mafia-Parodie. Eine Synchro muss eine Stimme besetzen, die zu dem passt, was man sieht und gewohnt ist, sonst geht sie schief.
    Die Gedanken dahinter und die Notwendigkeit in einzelnen oder extremen Fällen kann ich schon nachvollziehen, andererseits läßt sich aber auch der Faktor, daß man dafür mitunter eine ziemliche Verfremdung oder Verfälschung in Kauf nimmt, nicht ganz von der Hand weisen oder wegdiskutieren.

    Aber genug des OT. Schade, schönes Thema.

    P.S.: Was Danneberg angeht, der "kommt aus sehr vielen Gesichtern". Unter anderem aus dem von Schwarzenegger und Celentano. Schon ein Ding, auf was für grundverschiedene Typen und Charakterköpfe diese Stimme paßt. Spricht das für Dannebergs Vielseitigkeit oder gegen die Kreativität der Synchroregisseure?
    Geändert von Waffler (29.03.12 um 19:43:10 Uhr)

  18. #78
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    Sorry, wenn ich nochmal OT gehen muss:
    Bei SNOW WHITE AND THE HUNTSMAN wurde der Name der Titelfigur in der Synchro nicht übersetzt! Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies die Intention der Lokalisationsgegner in diesem Thread ist, dass das arme Schneewittchen nicht mehr so heißen darf, weil doch die Intention der Produzenten war, englische Bezeichnungenm zu verwenden. Dennoch gäbe es solchen himmelschreienden Unsinn nicht, wenn manche Leute etwas vorsichtiger in ihrer öffentlich bekundeten "Liebe" zum Original wären.

  19. #79
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    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    IZensuren sind entschieden abzulehnen, doch leider manchmal nicht vermeidbar (z.B. bei zu harten Witzen über unsere Nahost-Freunde). Glücklicherweise ist man auch hier heute schon weiter.
    Wieso nicht vermeidbar? Wer will denn bitte entscheiden, ob ein Witz zu hart ist? Das kann man doch eigentlich nur für sich selbst. Solche Zensuren sind in meinen Augen absolut unnötig und ziemlich lächerlich!

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Sorry, wenn ich nochmal OT gehen muss:
    Bei SNOW WHITE AND THE HUNTSMAN wurde der Name der Titelfigur in der Synchro nicht übersetzt! Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies die Intention der Lokalisationsgegner in diesem Thread ist, dass das arme Schneewittchen nicht mehr so heißen darf, weil doch die Intention der Produzenten war, englische Bezeichnungenm zu verwenden. Dennoch gäbe es solchen himmelschreienden Unsinn nicht, wenn manche Leute etwas vorsichtiger in ihrer öffentlich bekundeten "Liebe" zum Original wären.
    Originaltitel sind beschissenen deutschen Titeln definitiv vorzuziehen! Ich erinnere mich da noch an die "Zwei abgewichste[n] Profis" ("Hot Fuzz") ebenfalls von Universal. Oder am besten noch ein anderer aber für die dummen Deutschen leichter zu verstehender, aber dennoch englischsprachiger, Titel ("Born 2 Die" anstatt "Cradle 2 the Grave").

    Für fehlerhafte Namensänderungen könnte man auch "Jack & Charlie" nennen (Hans und Karl in "Die Hard"), bei denen dann mal eben die Herkunft der Terroristen geändert wurde, damit man keine Probleme mit durchgehend deutscher Sprache in der Synchro bekommt.

    Gut, bei "Schneewittchen" kann man nun nicht so viel falsch machen, wäre ja der korrekte Name der Figur. Der Trailer sieht mir aber ehrlich gesagt gar nicht so Schneewittchen-haft aus. Vielleicht will man sich von dem armen verfolgten Mädchen durch die Nichtübersetzung des Namens abgrenzen...

    Die Intention der Lokalisationsgegner bezieht sich aber vor allem auf die nicht gewünschte und vor allem unnötige Veränderung der ursprünglich intendierten Bildmaster (Thema dieses Threads!)! Besonders "komplizierte", für die Handlung wichtige Texte können ja auch anders, z.B. über optionale Untertitel oder mit der von Dir erwähnten Gedankenstimme in der Synchro, übersetzt werden, ohne das Original zu zerstören. (Wobei ich da auch manchmal echt erschüttert bin, für wie doof die Labels die Deutschen halten müssen, wenn man sieht, daß sogar Städtenamen oder Uhrzeiten übersetzt werden...) Die Synchro steht dabei überhaupt nicht Diskussion, da auch Synchrofreunde ein Originalbildmaster bevorzugen können. Zudem wird O-Ton ja Gott sei Dank eigentlich immer mitgeliefert.
    Geändert von DaMikstar (30.03.12 um 01:31:42 Uhr)

  20. #80
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    AW: Blu-Rays mit entfernten Texteinblendungen

    Zitat Zitat von DaMikstar Beitrag anzeigen
    Wieso nicht vermeidbar? Wer will denn bitte entscheiden, ob ein Witz zu hart ist? Das kann man doch eigentlich nur für sich selbst. Solche Zensuren sind in meinen Augen absolut unnötig und ziemlich lächerlich!
    Eine typische (nicht böse sein) Frage der Internetgeneration, die denkt, dass eine Gesellschaft dann am besten funktioniert, wenn jeder für sich selbst entscheidet. Da aber nun mal jede Handlung Folgen hat, sollte man auch etwas Veranwortung an den Tag legen.
    Wenn du beispielsweise einen antisemitischen Witz ins deutsche Fernsehen bringst (egal ob in Form einer Synchro oder direkt), was in bestimmten Kontexten sogar strafrechtliche Folgen hat, löst du zumindest heftige Diskussionen aus. Im schlimmsten Fall kann es internationale Verwicklungen oder sogar Morddrohungen geben, wie bei "South Park" wegen einer Mohammed-Darstellung in Amerika geschehen. Man muss also dem Lizenzinhaber das Recht zubilligen, dass er bestimmte Dinge geändert haben möchte. "Lächerlich" ist daran nichts in meinen Augen.

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