Cinefacts

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  1. #1
    RMA
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    Samsara (Ron Fricke, u. a. Baraka)

    Nachdem ich mich lange gefragt hatte, ob es der neue Film von Ron Fricke, dem wir u. a. das Blu-ray-Referenzwerk Baraka verdanken, überhaupt noch ins Kino schafft, immerhin hat er bisher gerade mal in der englischen Wikipedia einen kurzen Artikel sowie einen kurzen Trailer, scheint sich die letzten Wochen abzuzeichnen, dass es nun endlich losgeht:

    http://barakasamsara.de/index.php/ne...sara-copy-copy

    Der Film wurde komplett auf 70 mm gedreht, in 8K abgetastet und wird, wenn ich es richtig verstanden habe, nur als 4K DCI in ausgewählten Kinos gezeigt. Leider habe ich nicht die geringste Ahnung, was in der Liste mit Cinema Digital in Frankfurt am Main gemeint sein soll, so dass ich wahrscheinlich den Weg nach Karlsruhe antreten werde, da kann man sich wenigstens sicher sein, dass auch 4K drin ist, wo 4K draufsteht.

    Über Erfahrungsberichte und Meinungen würde ich mich natürlich freuen, auch wenn es klar ein Arthouse- und somit Nischenfilm ist, dürfte er ersten Berichten nach ziemlich deutlich zeigen, zu was 4K in der Lage ist, und was uns die nächsten Jahre, wenn auch weit weniger tiefgründig, noch erwarten dürfte.

  2. #2
    through the Looking-Glass
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    AW: Samsara (Ron Fricke, u. a. Baraka)

    Habe ich mir bereits letztes WE im Kino angeschaut. Die Bildqualität war in der Tat fantastisch. Kopiere mal meinen Text aus dem Film-Sammelthread:

    20 Jahre nach „Baraka“ wartet Regisseur Ron Fricke mit seinem neuen Werk „Samsara“ (Sanskrit für den Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt) auf. Keine Dokumentation im herkömmlichen Sinn, sondern ein meditativer Bilderrausch, der sich komplett ohne gesprochenen Kommentar ganz auf die intuitive Rezeption des Zuschauers verläßt. Dabei ist „Samsara“ jedoch keineswegs besonders zurückhaltend was die Ansichten der Erschaffer angeht. Auch ohne Worte werden teils recht drastisch die Schattenseiten der Konsumgesellschaft transportiert und somit eindeutig Stellung bezogen. Neben wunderschönen Aufnahmen von Naturschauspielen sowie Kultur- und religiösen Stätten auf der ganzen Welt wird unter anderem auch die Massentierhaltung der Nahrungsmittelindustrie thematisiert. Wenn die Tiere wie Gegenstände mit der selben Routine und Gleichgültigkeit fließbandmäßig „verarbeitet“ werden wie in einer vorangehenden Sequenz Bügeleisen in einer asiatischen Fabrik provoziert Fricke das Publikum zur selbstkritischen Auseinandersetzung des eigenen Konsumverhaltens. Immer wieder folgen beeindruckend schönen Sequenzen, verstörende Bilder und Eindrücke. Die Doku wurde auf 65-mm Film gedreht und die Bilder anschließend gescannt und auf ein digitales Projektionssystem mit 4K-Auflösung übertragen. Das Resultat sind Kinobilder von hervorragender Schärfe und großem Detailreichtum. Auf die Blu-Ray darf man sich jetzt schon freuen.

    8/10
    Geändert von paleiko (07.09.12 um 07:41:45 Uhr)

  3. #3
    life is funnier than shit
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    AW: Samsara (Ron Fricke, u. a. Baraka)

    Die Blu-ray erscheint am 25. Januar 2013.


  4. #4
    RMA
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    AW: Samsara (Ron Fricke, u. a. Baraka)

    Zum Inhalt hat Paleiko schon einiges gesagt, ein wunderbares Gesamtkunstwerk, dessen Schönheit einem oft die Tränen in die Augen treibt. Von der Gesamtstimmung meditativ, in manchen Sequenzen aber auch ein schwerer Brocken, der in seiner Bildgewalt und zivilisationskritischen Aussagen, die freilich nicht alle verständlich daherkommen, lange nachwirkt.

    Ansonsten ähnelt Samsara doch recht stark seinem Vorgänger vor allem in der sehr spezifischen Kompositions- und Schnitttechnik, kritisieren kann man einzig das etwas antiklimatische Ende, das in deutlichem Gegensatz zu Baraka steht. Hervorzuheben ist die Musik, die meines Erachtens noch besser als beim Vorläufer von 1991 gewählt ist.

    Technisch stellt der Film wohl das beste dar, was das Kino in Deutschland bisher erreicht hat, selbst Tron: Legacy oder The Dark Knight werden problemlos übertroffen, 4K DCI sei Dank. Mir ist jedenfalls kein anderer Film bekannt, der im Kino in größerer Breite in dieser Qualität zu sehen war.

    Bereits im Opening vor dem Haupttitel sind Sequenzen zu sehen, die unerreichtes Detail (vor allem in Weitwinkelaufnahmen und Textilien), Plastizität und fantastische Farben offenbaren. Dies setzt durch den ganzen Film fort und lässt auch mir bekannte mit digitalen Kameras produzierte Streifen vor allem in Sachen Dynamik ziemlich alt aussehen, zugegeben ist der Aufwand für einen Film wie diesen auch nicht mit einer klassischen Hollywood-Produktion vergleichbar.

    Fazit: großartiger Arthouse-Film, insbesondere, wenn man auf Ron Frickes spezifischen Stil steht, aber auch ansonsten ein feiner Ausblick auf die technische Zukunft des Kinos.

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