Union Station
(USA 1950), 81 min., 6,5/10
Die erste Filmhälfte ist relativ zahm und lahm. Die Entführung eines blinden Mädchens wird fast nur aus der Sicht der Gesetzeshüter geschildert, womit man viel Spannungspotential verschwendet. Man hat den Film fast schon abgeschrieben, als in der letzten Viertelstunde noch einmal Noir-Düsternis hineinbricht. Die architektonisch beeindruckende Union Station ist schön fotografiert und agiert als Dreh- und Angelpunkt des Films.
Bildqualität: In den ersten Minuten gibt es ein partiell verpixeltes Bild über ein paar Frames. Gegen Ende ist ein seltsamer Effekt zu sehen. Und zwar ist jedes Mal beim Szenenwechsel (ca. 4x) ein senkrecht durchgehender Bildstreifen ein wenig versetzt. Es handelt sich immer nur um Sekundenbruchteile, irritiert aber.
DvdBeaver-Besprechung: klick.

Appointment with Danger (USA 1951), 89 min., 7,5/10
Überfall auf einen Posttransport im Dragnet-Stil. Geschmiertes Personal versorgen die Gangster mit dem nötigen Insiderwissen, aber ein interner Ermittler ist ihnen auf der Spur. Alan Ladd spielt den taffen Ermittler, der neben seiner Detektivarbeit eine Nonne beschützen muss, die als Zeugin an einem Mord ins Visier der Verbrecher geraten ist. Die Paarung Detective/Nonne, mit ihren komplett gegensätzlichen Weltanschauungen, bringt eine interessante Reibefläche ins Spiel.
Kein ganz großer Wurf aber mit schöner Noir-Atmosphäre und guten Darstellern inszeniert.
Bildqualität: Ebenfalls solides HD-Bild mit kleineren Schwächen, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen.
DvdBeaver-Besprechung: klick.

Dark City (USA 1950), 98 min., 7/10
Charlton Heston in seiner ersten Rolle. Er spielt einen Ganoven, der sich zu Größerem berufen fühlt, aber in die Bredouille gerät, als er und seine Kumpels einen Geschäftsmann beim Kartenspiel um 5.000 $ betrügen. Der Geschäftsmann kann den Verlust nicht verwinden, denn mit dem Kapital wollte er sich eine neue Existenz aufbauen. Bald haben die Kleinkriminellen seinen psychopathischen Bruder auf den Fersen.
Bildqualität: Hat die meisten Bildprobleme von den Filmen aus der Box. Phasenweise gibt es senkrechte hellere Streifen (keine dünnen Laufstreifen, sondern eher wie ein Wellen werfender Vorhang), stärkeres Kontrastflackern in dunklen Szenen, schwache Schwarzwerte, über ca. 2 min. „wobbelt“ das Bild deutlich hin und her. Normalerweise bin ich da nicht so zimperlich, aber das ist schon grenzwertig.
DvdBeaver-Besprechung: klick.

Rope of Sand (USA 1949), 104 min., 7/10
When I think of my least favorite [picture], I think of... Rope of Sand.“ hat Burt Lancaster 1984 gesagt. So schlecht ist der Film keinesfalls, da sollten sich größere Fehltritte in seiner Filmographie finden lassen.. Es geht um Diamantenminen in Afrika. Lancaster hat eine Rechnung mit einem alten Rivalen offen, der die Geschäfte und Arbeiter despotisch leitet. Gier, Intrigen, Hass, Liebe – alles da, wenn auch etwas umständlich in Szene gesetzt. Wohl eher nicht Noir – so wie Casablanca eben auch nicht Noir ist. Die Fotografie ist eindrucksvoll und hat ihren düsteren Höhepunkt bei einem Kampf im nächtlichen Sandsturm. Peter Lorre spielt seine Paraderolle als schleimiger Ganove mit dem Herz am rechten Fleck.
Bildqualität: Der Film hat das stabilste Bild von den Vieren. Leider sind auch hier zwei kurze Stellen mit partiellen Verpixelungen vorhanden. Wieder nur ein paar Frames lang, aber nervend.
DvdBeaver-Besprechung: klick.

Fazit: Filmisch ist leider kein Überflieger dabei, für Noir- und Hollywood-Fans der alten Schule ist die Box eine nette Ergänzung. Neben der eigentliche soliden HD-Bildqualität hinterlassen die digitalen Patzer allerdings einen bitteren Nachgeschmack und bei einer Folge-Box im gleichen Preissegment werde ich es mir zwei Mal überlegen, ob sich die Investition für mich lohnt. Bei einer Box mit vier Filmen, die teils mit über 80 $ zu Buche schlägt, kann es wohl nicht zuviel verlangt sein, minimales Qualitätsmanagement walten zu lassen. Gerade diese technischen Fehler stören mich sehr, auch wenn sie nur für die Dauer eines Lidschlags zu sehen sind. Sie reißen mich aus dem Kinoerlebnis, während ich Laufstreifen, Flecken und andere manuelle Materialschäden eher tolerieren kann.
Bezahlt habe ich bei importcds.com 45,- € inkl. Porto und Zoll.

Die Blu-rays sind Region A, ließen sich aber bei meinem Panasonic DMP-BD30 mit dem Functions-Taste-Trick abspielen.