Cinefacts

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  1. #1
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    The Company You Keep (Robert Redford)

    Soeben in der Sneak gesehen und trotz der sehr hochkarätigen Besetzung (Susan Sarandon, Robert Redford, Nick Nolte, Richard Jenkins, Chris Cooper, Anna Kendrick, Brandon Gleeson, Stanly Tucci etc.) ein ziemlicher Reinfall gewesen. Der Film war sehr trocken und hat sich ewig gezogen, der Twist ebenso vorhersehbar wie das Ende selbst. Das war leider alles sehr enttäuschend und das Ende hat den ganzen Film dann noch einmal kräftig runter gezogen. Von den Charakteren und dem Hintergrund erfährt man relativ wenig und alles in allem auch ziemlich blass gespielt. Vor allem Labeouf hat mich einfach nur genervt. 4/10

    http://www.youtube.com/watch?v=UELonDEqAMw

  2. #2
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    AW: The Company You Keep (Robert Redford)

    Endlich mal wieder großes Kino! Spannendes, interessantes Drehbuch, großartige Darsteller ohne Ende (sehr schön, mal wieder die fantastische Julie Christie zu sehen!), sehr gute Kamera, passende Musik. Ein Film ganz nach meinem Gusto.

    Wertung: knappe 9/10.

    Allerdings gibt es einen heftige Wehmutstropfen: Wtf hat man sich dabei gedacht, Jürgen Heinrich für Robert Redford in der Synchro zu besetzen? Das geht ja überhaupt nicht. Mal abgesehen davon, dass ich bei Heinrich immer an Tchéky Karyo und William Hurt denken muss (und an ihn selber, da er ja auch als Schauspieler recht aktiv ist), gäbe es nach dem Tod von Rolf Schult mindestens drei bessere Alternativen: Schult Junior, Kasper Eichel oder Christian Brückner, der Redford in der 70ern bereits viermal gesprochen hatte. Schande über Concorde! Zum Glück stellt sich die Synchronisationsfrage bei Redfords nächstem Film "All Is Lost" nicht.

  3. #3
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    AW: The Company You Keep (Robert Redford)

    Die Geister der Vergangenheit werden die USA, wie viele andere Länder auch, immer wieder einholen und für Unruhe sorgen. Wie schon Robert Redford zusammen mit Dustin Hofmann 1976 ein bekanntes Reporter-Duo die Watergate-Affäre auffliegen lassen, lässt er nun einen jungen Reporter ein weiteres wichtiges und tragisches Ereignis der Vergangenheit genauer beleuchten. Großer Unterschied diesmal, dass das Redford nicht den Ermittlern mimt, sondern das Ziel der Ermittler.

    Regie: Robert Redford
    Cast: Shia LaBeouf, Robert Redford, Anna Kendrick, Susan Sarandon, Julie Christie, Nick Nolte, Chris Cooper, Stanley Tucci, Brendan Gleeson, Brit Marling, Terrence Howard, Richard Jenkins, Sam Elliott uvm.
    Start: 25.07.2013

    Der Film hatte bereits vor einem Jahr seine Premiere auf dem Filmfestival von Venedig und brachte dort auch Regisseur Robert Redford zwei Preise ein. Sony Classical schnappte sich daraufhin die Distributionsrechte des Films, ließ sich dann aber bis April 2013 Zeit um den Film limitiert zu starten und die Leinwände im Laufe des Monats zu erweitern. Viel Erfolg konnte der Film dabei an den Kinokassen leider nicht erringen. Dabei ist Robert Redford als Regisseur bei weitem kein unbeschriebenes Blatt. Schon seine erste Regiearbeit, „Ordinary People“, brachte ihm 1980 den Oscar für die „Beste Regie“ ein. Seine letzte Regiearbeit war der zu Unrecht untergegangene „Die Lincoln-Verschwörung“ mit u.a. James McAvoy und Robin Wright, welcher sich um den Prozess der Lincoln-Attentäter drehte.

    In Robert Redfords neuester Regiearbeit geht es um die sogenannte Gruppe „The Weather Underground“, welche vor 30 Jahren versuchte durch linksradikale Methoden die US-Regierung zu einer Beendigung des Vietnam-Kriegs zu zwingen. Sharon Solarz (Susan Sarandon), ein ehemaliges Mitglied der Gruppe, wird nach Jahrzehnten des normalen Lebens verhaftet. Durch diesen Vorfall wir der junge, aufstrebende Reporter Ben Shepard (Shia LaBeouf) auf den Fall aufmerksam. Er nimmt schnell die Spur auf und findet heraus, dass der erfolgreiche Anwalt Jim Grant (Robert Redford) wohl früher auch ein Teil der Gruppierung war und schafft es deren Identität auffliegen zu lassen. Grant kommt gerade noch davon, mit dem FBI im Nacken und versucht fortan seinen Namen reinzuwaschen. Doch nicht nur das FBI folgt ihm hinterher, sondern auch Shepard, der alles daran setzt die Wahrheit aufzudecken um an eine gute Story zu kommen.

    Mit seiner bereits neunten Regiearbeit suchte sich Redford mal wieder ein politisch-motiviertes Thema aus, was weniger überraschend kommt, ist er doch abseits seiner Filmarbeit sehr interessiert und vor allem engagiert was das politische Geschehen in Amerika betrifft. Oberflächlich betrachtet würde man auch schnell Parallelen zu seiner Paraderolle in „Die Unbestechlichen“ und der Rolle von Shia LaBeouf in „The Company you Keep“ ziehen, doch während wir im Klassiker aus den 70ern stets nur so viel wissen wie unsere zwei Reporter und auch nur alles aus ihrer Sicht erleben, hat Redford hier eine andere Struktur präferiert. LaBeouf übernimmt hier als Reporter eher eine Bezugsperson für den Zuschauer. Der erklärt und Zusammenhänge darstellt, denn alles was er herausfindet, findet quasi parallel auch statt. Grant trifft alte Wegbegleiter und LaBeouf „erklärt“ den Zuschauer wer das ist. Das klingt nun negativer als es im Film wirkt, denn gleichzeitig nutzt Redoford auch immer wieder die kurzen Interemezzos zwischen den alten Weggefährten um die verschiedenen Standpunkte zu dem Thema, die man haben konnte oder noch hat darzustellen und zu etablieren. So hatte und hat jede Figur ihre eigene Beweggründe. Dem Zuschauer bleibt daher auch erst mal selbst überlassen, welche er persönlich als nachvollziehbar sieht. Erst gegen Ende dann gelingt es Redford dem Reporter Ben Shepard mehr Tragkraft zu geben, auch wenn es das kaum braucht. Ein wenig farblos ist seine Inszenierung das FBI. Hier herrschen bei keiner Person Zweifel, dass man sich im Recht befindet, gleichzeitig aber gelingt es dem FBI außer über Handyortung nicht wirklich wie Shepard hinter deren Geheimnis bzw. die Wahrheit zu kommen. Leider spult Redford gegen Ende das letzte Kapitel ein wenig schnell runter, wo er dann auch eine Konfrontation zwischen Opfer und Täter leider fallen lässt.
    Auch wenn hier Grant gejagt wird, ist das kein Jagen wie bei einem Bourne, was allein schon die Physis von Robert Redford rechtfertigen sollte. Er kann sich nicht durchkämpfen o.ä.. So ist er trotz seiner knapp über zwei Stunden Laufzeit und viel Dialoge, aber keineswegs langatmig. Die Top-Besetzung tut da ihr übriges.

    Getragen wird das Ganze von einem sphärischen, mehr auf Atmosphäre setzenden Score von Cliff Martinez (u.a. „Drive“). Ein wirkliches Thema will er in seinem elektronischen Score nicht etablieren, eher Stimmungen und Gefühle übertragen ohne zu sehr aufzufallen. Redford setzt die Musik auch erst gegen Ende öfters und direkter ein, davor ist sie zu größten Teilen mehr ein unscheinbarer, fast unsichtbarer Mantel, der sich hier und da kurz auf die Bilder legen darf, um gegen Ende umso mehr die Atmospäher des Films zu unterstützen und zu prägen.

    Fazit:
    Spannender Polit-Thriller, der wohl auf keiner Stufe mit zum Beispiel „Die Unbestechlichen“ steht, aber trotz seiner ungünstigen Programmierung im Sommerprogramm, vielleicht gerade da etwas Abwechslung reinbringt, denn mindestens eine Sichtung ist er allemal wert.

    http://therealneo.bplaced.net/wordpress/?p=191

  4. #4
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    AW: The Company You Keep (Robert Redford)

    Heute auch gesehen. Wieder ziemlich leeres Kino. Filme ohne Explosionen interessieren die Massen wohl nicht.

    Insgesamt ein solider Polit-Thriller mit einem hervorragendem Cast. 7/10

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