Cinefacts

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  1. #1
    Audiophil
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    Der Kardinal von Otto Preminger

    Eigentlich hatte ich mich ja sehr auf diese VÖ gefreut, da ich diesen Klassiker, der kaum je im Fernsehen läuft, sehr schätze. Heute also die BR erhalten und völlig erschrocken: ein so schlechtes Bild hatte ich noch bei keiner meiner BRs. Concorde liefert hier eine miserable Abtastung einer Kopie aus dem britischen Filmarchiv (so der Vorspann), völlig überkontrastiert, grob verrauscht, Laufstreifen am rechten Rand, massiv überschärft und mit absolut Null HD Feeling.

    Finger weg!
    Geändert von Torsten Kaiser TLE (04.11.14 um 19:56:16 Uhr)

  2. #2
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger

    gut, dass ich bei meiner DVD von Koch geblieben bin
    Geändert von Torsten Kaiser TLE (04.11.14 um 21:39:39 Uhr)

  3. #3
    jobi
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger

    "Der Kardinal" ist, wenn ich mich recht erinnere, "Public Domain".

    Die Abtastung ist nicht vom OCN (Original Camara Negative), sondern von einen archivierten "Release Print".

    Dafür ist die Qualität gar nicht schlecht. Die Kornstruktur ist halt wesentlich gröber, als von einem OCN, der Kontrast erheblich steiler.

    Sicher mithin die beste Fassung von "Der Kardinal", die momentan erhältlich ist.

    Hat nicht Torsten Kaiser / TLE Films auch "Der Kardinal" vor Jahren abgetastet im Rahmen der Preminger Reihe???

    Ein aktuelles Beispiel einer absolut minderwertigen Blu-Ray ist leider "Fahrenheit 451" von Koch Media. MASSIV digital entkörnt, bis fast auf das letzte Filmkorn und nach dem "Plattwalzen" des Scans wurde der (sorry) Dreck noch kräftig kantengeschärft. DAS ist ein Beispiel für "Finger weg"....
    Geändert von Torsten Kaiser TLE (04.11.14 um 21:40:47 Uhr)

  4. #4
    Eurokult-Fan
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Bei "Der Kardinal" ist es ärgerlich, da ja eine exzellente Abtastung von TLE existierte - mir ist sogar so, als ob Torsten Kaiser in einem Preminger-Thread auf die Möglichkeiten hinwies, die sich bei einer Verbesserung des damaligen Prints für eine BD noch ergäben. Vielleicht kann er ja dazu etwas sagen.

    Die Infos zu "Fahrenheit 451" ärgern mich umso mehr, ist's doch einer meiner Lieblingsfilme.

    Gibt's zu beiden hier genannten Beispielen schon irgendwo Bildvergleiche?

    Gruß
    Joe Walker

  5. #5
    Vote for the Wurst!
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Die Bildmerkmale det "Kardinal"-BD aus dem Eingangspost kann ich voll bestätigen.

    Ist allerdings so ein Fall, bei dem man natürlich das Ausgangsmaterial mit berücksichtigtigen muss. Gäbe es kein besseres, würde ich allenfalls die unangenehme Überschärfung ankreiden. Da es aber offenbar eine gute Restauration des Films gibt, ist es schade, dass Concorde sich dafür nicht die Rechte sichern konnte.

    "Der Mann mit dem goldenen Arm" ist dagegen passabel (würde sagen Mittelmaß), scheint aber auch nicht die TLE-Restauration zu sein. "Der menschliche Faktor" leidet unter Kompressionsartefakten.
    Insgesamt kein großer Wurf von Concorde, hätte mir bei den Preminger- VÖ Besseres gewünscht.

  6. #6
    TLEFilms Film Restoration
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Da es hier zwei Threads mit dem gleichen Thema gibt, auch hier nochmals:

    So, ich habe nun alle drei Blu-ray Versionen der genannten Filme (und THE HUMAN FACTOR) mir ansehen können und kann nun etwas zu den vorliegenden Filmen und den Kommentaren auch etwas sagen. Die hier zum Einsatz gekommenen Masters sind (bis auf eine kleine Veränderung bei MWTGA) von uns. Alle sind 2006 und 2007 erstellt worden; und mussten in monatelangen Restaurierungsarbeiten, denn die Materialienlage war teils katastrophal, wieder so gut es nur irgend ging instand gesetzt werden. Bevor hier jetzt gleich wieder kommentiert wird "warum wurden nicht bessere Materialien verwendet" oder "das geht doch besser, bei anderen Film geht's doch auch" - denjenigen sei gleich von vorn herein gesagt: Nein, es gibt für die meisten KEINE besseren Elemente (mehr - MWTGA), bzw. es müssten komplett neue Kopierungen vom OCN gemacht werden, was extrem aufwendig und in der Restaurierung extrem teuer wäre (sehr hohe 6-stellige bzw sogar schon 7-stellige Summe), die der Eigner nicht aufzubringen bereit ist bzw dies kann (CARDINAL).



    Zunächst ist es mal sehr interessant, wie (vor)schnell gern (ab)geurteilt wird, und dass vor allem ohne jegliche Kenntnisse über die Materialien bzw. die Bearbeitung selbiger. Da wird z.B. von einer "miserablen Abtastung" (THE CARDINAL) gesprochen, ohne jegliche Ahnung von der Selbigen oder den Materialen, und dem Aufwand, der dahinterstand, diese überhaupt wieder präsentierbar zu bekommen. THE MAN WITH THE GOLDEN ARM erinnere "an Kinovorführungen der 70er im Schachtelkino" - abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was das heißen soll (ich habe noch nie ein Schachtelkino gesehen) ist diese offensichtlich herabwürdigend gemeinte Aussage auch rein objektiv betrachtet - fachlich - absolut nicht haltbar. "Grosse Restaurationsarbeit sieht man nicht" heißt es weiter, was fast schon wieder ein Kompliment ist und somit unfreiwillig komisch, denn der Kommentar war ja nicht als Kompliment gemeint. Woran, bitteschön, erkennt man denn, ob Restaurationsarbeiten ausgeführt wurden ? Ich für meinen Teil finde es gut das man sie NICHT sieht, denn würde man sie sehen, wären sie das Geld nicht wert. Ziel des Ganzen ist ja, das Material so gut es nur irgend geht wieder in den URZUSTAND herzustellen. Hätte Trompeter und andere hier die Vorlagen im unbearbeiteten Zustand gesehen, bevor wir mit den Arbeiten begannen (bei MWTGA gibt es kein OCN mehr, dies ist bei den stetigen Kopierungen für Prints buchstäblich zerschlissen worden; es gibt auch keine Fine Grain Vorlagen mehr, nur noch 2 Duplikat Negs waren brauchbar, 2 Low Contrast Master Positives und 3 sets Prints, bei THE CARDINAL war die Lage nicht viel anders, das derzeitige IP hat ebenso massive Mängel bzgl Schäden und Farben bzw Schattierungen) wären diese Kommentare wohl eher nicht, und schon gar nicht so, gekommen.


    Auf der anderen Seite wollte uns kippe die Arbeiten nicht zutrauen, weil von uns sicher besseres zu erwarten sei. Diese hohe Wertschätzung in allen Ehren, aber in diesem Fall ging (auch unter dem Aspekt der Technik vom damaligen Stand) nicht mehr. Ich stelle mich bewußt den Kommentaren, weil ich denke, dass hier weder Lorbeeren ohne Gebühr verteilt werden sollten, aber ebensowenig kann und sollten diese Blu-ray Discs als Schrott bzw miese Arbeit abgehalftert werden, schon gar nicht in dieser unqualifizierten Weise.


    Bei MWTGA ist folgendes zu sagen: Wie schon erwähnt, das OCN ist (leider) nicht mehr existent, auch keine Fine Grain Materialien haben überlebt. Ein Dupikat Neg, auf dass wir viele Hoffungen gesetzt hatten, stellte sich als Katastrophe in Gradation und Dichte heraus; hier gab es so gut wie keine feine Grauabstufung. Von den 171,420 Frames, die der Film hat, mußten 115,000 manuell und mit Analysetools komplett restauriert werden, teils in bis zu 7 verschiedenen Stufen, und mit zahlreichen Events in jedem einzelnen Frame. Alle Generationen, die noch existent sind, weisen einkopierte, vom Kameranegativ stammende, sehr feine Kratzer auf, deren Anzahl buchstäblich in die Millionen geht. Von diesen wurden in den 5-monatigen Arbeiten ca. 750,000 der am meisten störenden entfernt. Zudem kamen Staub, massive Debris-Teilchen, Laufschrammen, Verwölbungen, Schlieren, Cue Marks, teils sehr problematische Risse, Instabilitäten und Perforationsschäden. Das man diese nicht mehr sieht (ich meine den Kommentar bzgl nicht sichbarer Restaurierungsarbeiten) sehe ich als Veranlassung zu einem (nochmaligen) großen Kompliment an alle, die daran sehr hart und lange mitgearbeitet haben. Dies gilt im übrigen auch für den komplett restaurierten Ton in Deutsch und Englisch.


    MWTGA ist im übrigen NICHT 1.85 konzipiert worden; er wurde auch nicht so aufgeführt, sondern teils (!!), wenn überhaupt, in 1.66:1, wie alle flat lens gedrehten Filme, die United Artists nach 1954 im Vertrieb hatte. Aber: MWTGA hat massive Probleme in der Kadrierung, zwei verschiedene DoPs operierten am Patienten mit unglaublicher Ignoranz und Fahrlässigkeit. Scheinwerfer-Galerien sind ebenso selsbt bei einer Matte von 2.00:1 noch sichtbar; Kabel, Spots und Mikros sind ständig evident, wie auch die Bodenmarkierungen und sogar Dolly-Tracks. Es ist mit Abstand die im Production Value schlechteste Produktion, die ich (neben Ed Wood's) gesehen habe. Wenn Kim Novak ihr Fenster schließt, sieht man, was wohl - jawohl, einen Scheinwerfer sich spiegeln. Es ist fast, als würde MWTGA ein Film im Film darstellen - was der Film aber nicht tut.


    Anyway - THE CARDINAL ist komplett von den noch existierenden Technicolor Print Elementen (insgesamt 4) erstellt worden, nachdem das IP wegen massiver Schäden und Farbverfälschungen unbrauchbar war. Alles andere war, wie schon gesagt, aufgrund der enormen Kosten völlig unrealistisch in der Umsetzung. Die Kopierungen, die Preminger damals anfertigen ließ, waren extrem wechselhaft, teils wurde in die shots sogar noch eingezoomed (via optical printer) und nochmals 2x umkopiert, um dann erst im OCN zu landen. Man kann sich gut vorstellen, warum die Folgegenerationen nun so richtig bescheiden aussahen. Diese shots sind nicht besser zu machen, auch auf dem OCN nicht. Alle Printvorlagen hatten Vorteile aber auch Nachteile - die einen registrierten gut in den Farben, hatten aber Probleme in Weiß und in der Gradation zum Schwarz. Ein anderer hatte gute Werte zum Schwarz, aber farblich dicke Probleme. Wiederum andere hatten ein vergleichsweise sehr gutes Gradations und Farbenverhältnis, aber massive Probleme in der Registrierung der drei Technicolor Layer bei der Kopierung zum Dye-Transfer Print.


    Während der 6-monatigen Arbeiten an THE CARDINAL wurden von den 265,000 Frames mehr als 145,000 manuell bearbeitet, mit teils mehr als 50 einzelnen events pro Frame. Die häufigsten Probleme waren Dye-Transfer Farbablösungen (kleine Farbspritzer), Kratzer, Staub, massive Debris-Teilchen - vor allem im Vorspann, Verwölbungen, Schlieren, Flicker, Pulsing (durch schlecht gewartete Röhren bei der Kopierung), sehr komplexe und problematische Risse, Laufschrammen, Cue Marks, Instabilitäten, Perforationsschäden und Technicolor-Layer Misregistration, sowie die teils sehr unterschiedlichen Farbkopierungen der Prints selbst. Der Ton wurde in der Deutschen wie in der originalen Englischen Fassung umfassend restauriert und ist erstmals seit Jahrzehnten wieder in der Urform zu hören gewesen. Der Unterschied zwischen den vorhergehenden Versionen ist gerade bei der englischen Fassung geradezu krass, denn hier ist Detail zu hören, das in allen Vorgängerversionen via Filtering buchstäblich ausradiert wurde.


    THE CARDINAL ist, wie auch THE MAN WITH THE GOLDEN ARM, erstmals wieder in voller Länge - THE CARDINAL wurde teils mit nur 163 Minuten Laufzeit aufgeführt, er hat jetzt, zusammen mit der restaurierten OVERTÜRE, wieder 185 Minuten. MWTGA hatte einige shots, die gekürzt worden waren, und die nun ebenfalls wieder restauriert sind. Fast zeitgleich hatte die Academy (of Motion Picture Arts & Sciences) eine rein photochemische Restaurierung von MWTGA unternommen, von Duplikat Negs und Prints, die dort gehalten werden. Das Ergebnis war unserem sehr ähnlich, nur eben unbearbeitet bzgl Schäden. MWTGA hat leider einen teuren Preis für die Sparmaßnahmen von Otto Preminger bezahlen müssen. THE CARDINAL erging es nicht viel anders.


    Beide Filme wurden weltweit in HD im Fernsehen ausgestrahlt; primär war dies 2007 auch der gedachte Auswertungsweg. Neben der ARD, die MWTGA bereits ausgestrahlt hat, waren u.a. auch die BBC und der japanische öffentlich-rechtliche Sender und Entwickler der High Definition Technologien (so auch 8K) NHK Abnehmer der Masters. Alle wurden über die Materiallage in Kenntnis gesetzt und alle hatten keine Probleme in der QC. Dies ist mir persönlich bei der BBC und vor allem NHK wichtig und viel wert.


    Gemessen an den technischen Voraussetzungen von 2006/2007, die heute auch für uns teils ganz andere sind, bin ich mit MWTGA nach wie vor hochzufrieden. THE CARDINAL ist für eine Blu-ray Auswertung vielleicht in den Augen derer, die die Erwartungen viel zu hoch schrauben, ohne Kenntnisse über den Produktionsprozess und die nachfolgenden Schritte zu haben, problematisch. Ideal ist dieser Film auf Blu-ray sicher nicht. Aber: wir haben wirklich alles gegeben, um den Film wieder aus den Trümmern auferstehen zu lassen. Und es ist, und dies ist ein Fakt, die beste und erstmals wieder vollständige Fassung des Films, die es überhaupt gibt. Alles andere bedürfte eines massiven Aufwandes, es sei denn, es schlummern noch irgendwo (verlegte und vergessene) Elemente, die wir nicht kennen und auf den Lagerlisten nicht auftauchen.

  7. #7
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Lieber Torsten,

    herzlichen Dank für Deine sehr umfassende und gewohnt präzise Darstellung der Dinge: FILM ist wahrlich ein komplexes Terrain, auf dem man ohne die Kenntnis des erforderlichen Kontext schnell mal ins Schlingern gerät.

    Noch zum Thema angeblicher (massiver) Überschärfung, das hier mehrfach angesprochen wurde: Da Du es nicht explizit in der Beurteilung der Blu-rays monierst, gehe ich davon aus, daß es tatsächlich hier kein Thema ist. Richtig?


    Schöne Grüße

    sell

  8. #8
    TLEFilms Film Restoration
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Zitat Zitat von sell Beitrag anzeigen
    Lieber Torsten,

    herzlichen Dank für Deine sehr umfassende und gewohnt präzise Darstellung der Dinge: FILM ist wahrlich ein komplexes Terrain, auf dem man ohne die Kenntnis des erforderlichen Kontext schnell mal ins Schlingern gerät.

    Noch zum Thema angeblicher (massiver) Überschärfung, das hier mehrfach angesprochen wurde: Da Du es nicht explizit in der Beurteilung der Blu-rays monierst, gehe ich davon aus, daß es tatsächlich hier kein Thema ist. Richtig?


    Schöne Grüße

    sell
    Das ist richtig. Die Printelemente sind teils sehr unterschiedlich in der Schärfe kopiert worden, die seinerzeit in der (Post) Produktion (auf optical printer Ebene) gezoomten shots sind entsprechend wesentlich weicher und schlechter in der Registrierung der Farben, in den Details der Texturen, der Gradation und Dichte und - natürlich auch - der Schärfe. Die wirklich verhältnismäßig gut kopierten Rollen (die erste z.B.) wirken dagegen recht scharf, aber leider auch sehr grobkörnig, und die Konturen werden abgehoben. Diesen Effekt gibt es nicht nur digital. Die Entscheidung, bei den entsprechenden Rollen auf mehr Schärfe zu gehen, ist damals im Kopierwerk umgesetzt worden. Digital haben wir bei den Arbeiten nach der intensiven Prüfung der Elemente die Schärfe genauso von den 35ern übernommen, also nichts artifiziell verändert, um genau diese von Dir angesprochene Problematik zu vermeiden.

  9. #9
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    @Torsten Kaiser: Vielen vielen Dank für einen kurzen Einblick in die Schwierigkeit der Film-Restauration. Alleine schon die Anzahl der Frames ist schier gewaltig. Jeder der auch nur mal ein paar einzelne alte Bilder (Dias/Negative) per Photoshop (in meinem Fall nur Version Elements) bearbeitet hat, weiß wie umfangreich alleine die Bearbeitung eines einzelnen Fotos sein kann. Einen ganzen Kinofilm zu bearbeiten muss der Wahnsinn sein. Gut Du und Deine Kollegen Ihr macht das täglich und habt Euch bestimmt auch schon eine gewisse Routine erarbeitet. Aber trotzdem denke ich, wird durch Deinen Aussagen deutlich, zwar leider nur ansatzweise, welcher Aufwand betrieben werden muss um zumindest ein halbwegs zufriedenstellendes Resultat zu erzielen. Nochmals Danke. Auch für die Relativierung der einzelnen Filme bzw. der Restaurierungsergebnisse. Es kann halt nicht jeder Klassiker ausschauen wie ein aktueller Film.

    Nur mal interessehalber. Wie schaut es eigentlich mit der Lagerung der aktuellen Film aus. Werden diese "besser" gegen die Einflüße der Zeit geschützt?

  10. #10
    TLEFilms Film Restoration
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Zitat Zitat von HK7373 Beitrag anzeigen
    @Torsten Kaiser: Vielen vielen Dank für einen kurzen Einblick in die Schwierigkeit der Film-Restauration. Alleine schon die Anzahl der Frames ist schier gewaltig. Jeder der auch nur mal ein paar einzelne alte Bilder (Dias/Negative) per Photoshop (in meinem Fall nur Version Elements) bearbeitet hat, weiß wie umfangreich alleine die Bearbeitung eines einzelnen Fotos sein kann. Einen ganzen Kinofilm zu bearbeiten muss der Wahnsinn sein. Gut Du und Deine Kollegen Ihr macht das täglich und habt Euch bestimmt auch schon eine gewisse Routine erarbeitet. Aber trotzdem denke ich, wird durch Deinen Aussagen deutlich, zwar leider nur ansatzweise, welcher Aufwand betrieben werden muss um zumindest ein halbwegs zufriedenstellendes Resultat zu erzielen. Nochmals Danke. Auch für die Relativierung der einzelnen Filme bzw. der Restaurierungsergebnisse. Es kann halt nicht jeder Klassiker ausschauen wie ein aktueller Film.

    Nur mal interessehalber. Wie schaut es eigentlich mit der Lagerung der aktuellen Film aus. Werden diese "besser" gegen die Einflüße der Zeit geschützt?
    Bei den großen Studios kann und sollte man davon ausgehen, bei den unabhängigen sieht es schon anders aus; aber gerade die Lagerung der älteren Filme ist teils problematisch bis kritisch. Besondere Sorgen mache ich mir aber um die Lagerung von Printelementen sehr seltener Art (70mm, aber auch 35mm mit Magtracks etc) die oft bei Sammlern unter unbeschreiblichen Bedingungen verfallen.

  11. #11
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Zitat Zitat von Torsten Kaiser TLE Beitrag anzeigen
    Zunächst ist es mal sehr interessant, wie (vor)schnell gern (ab)geurteilt wird, und dass vor allem ohne jegliche Kenntnisse über die Materialien bzw. die Bearbeitung selbiger. Da wird z.B. von einer "miserablen Abtastung" (THE CARDINAL) gesprochen, ohne jegliche Ahnung von der Selbigen oder den Materialen, und dem Aufwand, der dahinterstand, diese überhaupt wieder präsentierbar zu bekommen. THE MAN WITH THE GOLDEN ARM erinnere "an Kinovorführungen der 70er im Schachtelkino" - abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was das heißen soll (ich habe noch nie ein Schachtelkino gesehen) ist diese offensichtlich herabwürdigend gemeinte Aussage auch rein objektiv betrachtet - fachlich - absolut nicht haltbar.
    Dankeschön.

    Das oben Angeführte scheint mir - gerade in diesem Forum - ohnehin ein ebenso grassierendes wie massives Problem zu sein.

  12. #12
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Wenn jemand meckert, der nicht mal den Unterschied zwischen dem Bayerischen Rundfunk und einer Blu-ray Disc kennt, ist nichts anderes zu erwarten als inkompetentes Genölle.

  13. #13
    HDFan007
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    you are fucking right

  14. #14
    Audiophil
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Wenn jemand meckert, der nicht mal den Unterschied zwischen dem Bayerischen Rundfunk und einer Blu-ray Disc kennt, ist nichts anderes zu erwarten als inkompetentes Genölle.
    Ein fachlich allerdings sehr relevantes Argument, damit könnte man glatt in die Politik gehen.

  15. #15
    HDFan007
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Politiker sind Bastarde. Lass es

  16. #16
    Audiophil
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    @ Torsten:

    ich hab ja im Parallelthread schon erzählt, dass die vorliegende BD im Lichte der von Dir klargestellten Materiallage doch noch ein gutes Produkt darstellt, allerdings ergibt ein Durchzappen durch die alte DVD von Koch aus 2006 ein in Sachen Kontrast und überstrahlendem Weiß etwas ausgewogeneres Bild (obwohl drumrum natürlich DVD). Auf welchem Master basierte denn diese DVD?

  17. #17
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Zitat Zitat von Trompeter Beitrag anzeigen
    Ein fachlich allerdings sehr relevantes Argument, damit könnte man glatt in die Politik gehen.
    Das war überhaupt kein Argument, sondern Ausdruck meiner Meinung über dein Grundwissen von der Materie, um die es hier geht. Kritik muss schwer zu ertragen sein.

  18. #18
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Zitat Zitat von Slartibartfast Beitrag anzeigen
    Das war überhaupt kein Argument, sondern Ausdruck meiner Meinung über dein Grundwissen von der Materie, um die es hier geht. Kritik muss schwer zu ertragen sein.
    Kommentar spare ich mir. Schönen Tag noch.

  19. #19
    TLEFilms Film Restoration
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    Zitat Zitat von Trompeter Beitrag anzeigen
    @ Torsten:

    ich hab ja im Parallelthread schon erzählt, dass die vorliegende BD im Lichte der von Dir klargestellten Materiallage doch noch ein gutes Produkt darstellt, allerdings ergibt ein Durchzappen durch die alte DVD von Koch aus 2006 ein in Sachen Kontrast und überstrahlendem Weiß etwas ausgewogeneres Bild (obwohl drumrum natürlich DVD). Auf welchem Master basierte denn diese DVD?
    Das alte Warner Master basiert auf dem einem älteren, mindestens ebenso problematischen (Eastman) Intermediate Positive, auf dem die Farben aber leider teils falsch sind (abgesehen davon, dass es unvollständig ist). In Weiß und den oberen Graustufen hat das IP zwar noch die "Informationen", die uns teils fehlten, weil sie bereits auf dem Intermediate Negative Level "weggeknallt" worden sind (zu wenig Licht während der Kopierung zum IN vom IP). Aber im Ganzen ist das IP eine mindestens ebenso problematische Kiste, Laufschrammen, Farbverfälschungen, Dichteproblemen etc, die Warner bei der Fertigung ihres Masters in Standard Definition (NTSC) noch schön kaschieren konnten, was aber frühestens auf HD Ebene eben nicht mehr geht. Beide Variante wären sehr aufwändig gewesen; der Weg, den wir letztendlich gegangen sind, hat uns die Restaurierung der Technicolor Farben, die vollständige Länge und viele weitere Aspekte gesichert, die das IP nicht vermocht hätte. Abgesehen davon hätte für die Verwendung des IPs noch ein hoher Preis gezahlt werden sollen, wodurch das Ganze von vorn herein unmöglich gemacht worden wäre.

  20. #20
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    AW: Der Kardinal von Otto Preminger - Finger weg von dieser BR

    @Torsten Extremst interessant soviele Infos von dir zu bekommen. Danke dafür.

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