Cinefacts

Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. #1
    Ari Gold rocks
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    FFF Nights 2015 - Reviews und Meinungen

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    Da es noch keinen Thread gab, mache ich mal einen auf. Gestern gab es für mich:

    German Angst
    Zunächst war ich sehr skeptisch dem Film gegenüber, hatte nicht mal vor gehabt ihn zu gucken.
    Dann kam die FSK Diskussion, dann die guten Presse-Stimmen und ich war interessiert.

    Im Kino hat mich "German Angst" dann größtenteils überzeugt und umgehauen. Ein kleines, gemeines Brett von einem Film.
    Jede der drei Episoden der drei Regisseure wühlt auf und ist einfach unangenehm. Es beginnt mit Jörg Buttgereits Episode. Ein Mädchen lebt in einer kleinen Wohnung mit ihrem Meerschweinchen, im Eltern-Schlafzimmer liegt jemand, vermutlich ihr Vater, angebunden auf dem Bett. Nach dem Frühstück geht sie mit der Tranchierzange ins Schlafzimmer. Im Off erzählt sie von der Kastration eines Meerschweinchens. Harte, bedrückende Episode, die irgendwie auch teilweise Leichtigkeit vermittelt aber deswegen auch schockiert.

    Weiter geht es mit Michal Kosakowskis Episode. Ein Liebes-Pärchen, beide Taub-Stumm, läuft durch ein altes Industriegelände. Der Mann schenkt seiner Freundin ein Familien-Schmuckstück und erzählt deren Hintergründe. Es erfolgt ein Flashback nach Polen im zweiten Weltkrieg. Hier schockt ebenfalls wieder die schonungslose Gewalt, aber auch das Schauspiel aller Beteiligten trägt dazu bei das man einen Klos im Hals verspürt. Leider wird man etwas rausgezogen, da einer der Charaktere Engländer ist und darum sehr viel Englisch gesprochen wird, was zu den Figuren aber einfach nicht passen mag.

    Zum Schluss dann die Episode von Andreas Marschall. Laut Buttgereit (der zusammen mit Kosakowskis und einem der Darsteller auch vor Ort war) wohl der Grund für die Probleme bei der FSK, da es im Gegensatz zu den anderen beiden Episoden der Grund der Gewalt fehlt.

    Inhaltlich wohl die am wenigstens auf "Deutschland" bzw. "Deutsch" bezogene Episode der 3. Lediglich der Name der Folge der kurz auch thematisiert wird, rührt aus dem deutschen. Ebenfalls wird durchgehend Englisch gesprochen, da die Hauptrolle aber ein Amerikaner inne hat wirkt es hier weit weniger aufgesetzt. Zudem wohl die Episode die am ehesten noch als richtiger "Film" durchgehen könnte.

    Inhatlich noch kurz: Ein Werbefotograf gerät in einen Strudel aus Sex und Gewalt nachdem er Mitglied einer seltsamen Gemeinschaft wird. Wirkt alles ein wenig wie "Tales from the Crypt" oder junger Cronenberg, wird dann aber zusehends doch philosophischer bzw. ungenauer. Spannend und schockierend ist aber auch diese letzte Episode.
    Insgesamt gelingt es "German Angst" 3 packende Episoden zu zeigen, welche alle auf ihre Art den Zuschauer mitnehmen können und die 120 Minuten kaum bemerkbar werden. Gerne mehr davon.
    8/10


    A Girl Walks Home Alone at Night
    Anders als "German Angst" hat mich "A Girl Walks Home Alone at Night" im Vorfeld direkt fasziniert. Die Idee klang einfach schräg genug. Ein in Farsi in den USA gedrehter Vampirfilm in Schwarz weiß als wilde Genremischung aus Western-Drama-Romanze. Count me in!

    Leider geht inhaltlich dann nicht so viel. Der junge Arash macht krumme Geschäfte um seinem Vater "Medizin" gegen seine Schmerzen zu beschaffen. Eigentlich versucht er ihn aber von den Drogen loszubekommen. Dann muss Arash aber sein hart erarbeitetes Auto an den örtlichen (der Ort heißt "Bad City") Drogen-Dealer/Pimp abgegeben. Da tritt denn "The Girl" ins Geschehen und erledigt, ganz Vampir, praktischerweise den Badboy. Mit Auto und Drogenkoffer begibt sich Arash später auf eine Party, haut sich sein eigenes Extasy sein und trifft, als Dracula verkleidet, im Rausch "The Girl" auf der Straße.

    Schnell wird klar, dass es in "A Girl Walks Home Alone at Night" mehr um Bildersprache als um inhaltliche Rafinesse geht. Der Film ist toll fotografiert, bedient sich sehr oft klassischen schwarz/weiß spielereien und recht simplen aber überaus effektiven Setpieces. Die Szenen zwischen Arash und "The Girl" sind immer ein Genuss, denn es knistert spürbar in der Luft. Doch in den restlichen Szenen bietet der Film dann doch zu viel Leerlauf. Figuren wie der Vater, der Dealer, der kleine Junge oder die Nutte sind einfach zu simpel gestrickt, als das man sich für sie interessieren würde. Als Ventile für die Handlung gerade so noch geeignet, sind längere Szenen mit diesen Figuren schnell fade.

    Das wird von den Szenen mit Arash und The Girl wieder wettgemacht. Richtig stark ist vorallem eine Schlüsselszene in der Arash in der Wohnung des Mädchens ist. Zu den Klängen von White Lies mit "Death" und sonst kompletter Stille kommen sich die beiden näher. Dazu dreht sich eine Discokugel im Hintergrund. Musikalisch, schauspielerisch (eine tolle Chemie zwischen den beiden) und auch Filmtechnisch ganz stark. Allein die Szene reißt den Film eigentlich aus. Etwas ähnliches gibt es am Ende und in den Schluss-Szenen nochmal. Ebenfalls ganz toll.

    Doch insgesamt hatte ich dann schon etwas mehr erwartet. Es ist eben doch mehr Kunst- als Vampirfilm. Der Western-Aspekt ist bis auf ein paar Wüsten-Bilder und einige Morricone-Ähnliche Klänge auch etwas zu Hintergründig. Wobei "The Girl" schon als "Woman with no Name" durchgehen würde und der Ort ein nettes Western-Städchen abgibt. Definitiv kein schlechter Film aber mit schwächen bei der Figurenzeichnung und der Story.
    7/10
    Geändert von C4rter (15.03.15 um 11:20:48 Uhr)

  2. #2
    Half Man, Half Amazing
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    AW: FFF Nights 2015 - Reviews und Meinungen

    Marshland
    Spanischer Krimi, bei dem ein 2 junge Mädels vermisst werden.
    Hat mir gut gefallen, angefangen mit den schönen Landschaftsbilder, die die Atmosphäre des Films gut unterstützen.
    Die zwei gegensätzlichen Charaktere passen gut in den Kriminalfall und vor allem in die damalige Zeit (1980).
    Alles sehr stimmig.
    +

    Spring
    Zur Abwechslung mal eine richtige Romanze auf dem Filmfest Es gibt zwar nen genretypischen Touch, aber der ist recht sanft und so kann man sich voll auf die ruhige Erzählung dieser Liebesgeschichte einlassen.
    Die Charaktere sind sympathisch und nachvollziehbar und auch hier gibt es wirklich schöne Landschaftsbilder
    +

    Wyrmwood
    Leider der "schlechteste" Film des Tages.
    Die Effekte sind gut gemacht und die Atmosphäre des Film weitesgehend stimmig. Kann sich aber leider nicht richtig entscheiden, obs nun lustig sein soll oder nicht. Leider sind die Figuren nicht allzu sympathisch... allen voran der Wissenschaftler ist echt unnötig. Dieser ganze Storyzweig hat mir nicht gefallen .
    Dafür gibts ne ziemlich coole Idee, wozu Zombies alles gut sein können
    Insgesamt aber nur
    0

    The Guest
    Zum Abschluss dafür aber das absolute Highlight des Tages. Top Film, hat mir richtig gut gefallen.
    You're Next war schon mein Liebling beim vergangenen Filmfest und das hier dieselben am Werk sind, merkt man sofort. Der Humor ist einfach klasse. Maika Monroe aus It Follows ist auch dabei und der Hauptdarsteller ist ne echt coole Socke.
    Ein weiterer Film bei dem der Soundtrack auch auffällig gut ist (bei mir eher selten auffällig, außer bei Highlights wie Drive, Cold in July, It follows..)
    Wird auf jeden Fall in die Sammlung wandern, wenn er nächsten Monat erscheint.
    ++

  3. #3
    Ari Gold rocks
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    AW: FFF Nights 2015 - Reviews und Meinungen

    Gestern gabs bei mir auch noch:

    Spring
    Starkes Teil. Love Story/Coming of Age mit Horror/Monster Touch. Tolle Landschaftsaufnahmen, Kamerafahrten und Art-Design. Dazu zwei herrlich sympathische Darsteller mit toller Chemie. Und Nadia Hilker ist mal ein steiler Zahn, holla. Dazu gibt allein schon die Ausleuchtung der Szenen meist gut wieder, was gerade abläuft.
    Leider fällt der Film für mich nach der "Auflösung" spürbar ab. Dann wird das Ganze noch ewig erklärt aber auch nicht mehr viel mit gemacht. Verschenkte Zeit am Ende und es zieht sich dann auch etwas.
    Solange man nicht wusste, was abgeht mit ihr war die Mischung aus Romanze und Horror richtig gut. Dann aber driftet es etwas ziellos umher und das Ende ist dann fast bieder.
    Kann den Gesamteindruck aber nur wenig schmälern, denn, Mein Gott, allein diese Kamerafahrten.
    8/10

    Wyrmwood
    Wie der Vor-Poster auch schon sagt, leider kein großes Ding. Viele tolle Komponenten, die aber zusammen nicht harmonieren bzw. nicht ausgearbeitet werden. Stattdessen versteift sich der Film zu Beginn ewig auf das Schicksal der Hauptfigur der wieder mal Frau und Kind umbringen musste. Mit der eigentlichen Prämisse des Films will DAS "tragische Element" doch wirklich keiner mehr sehen. Da hätten man lieber die Zeit nutzen sollen die wirklich neuen Sachen noch weiter zu zeigen. Komponenten wie "verrückter Wissenschaftler", "Gas-Zombies", "Immunität durch Blutgruppe" und der "Mad Max touch" sind super, aber das Gesamtkunstwerk ist dann nicht wirklich stimmig. Mag auch an der vier Jahre Produktionsdauer liegen, das man irgendwann den Faden etwas verloren hat. Budget-Technisch wurde zudem vermutlich auch eine richtige Car-Chase Szene im Mad Max Stil ausgespart. Viel Potential für einen zweiten Teil ohne lange und weilige Einleitung.
    6/10

  4. #4
    Sideshow Limited
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    AW: FFF Nights 2015 - Reviews und Meinungen

    Meine Reviews zu allen Filmen sind auf meinem Blog online, wer es lesen mag.

    Meine Favoriten waren:
    - "Spring"
    - "Marshland"
    - "The Guest"
    und
    - das erste und dritte Segment aus "German Angst"

    Sehr gut:
    - "A Girl Walks Home Alone At Night" (echt nicht schlecht, muss ich aber noch einmal sehen)

    Zwiegespalten:
    - "Automáta" (guter Ansatz, aber nicht zuende gedacht)

    Flops waren:
    - "The Lazarus Effect" (wie kann man nur so viel aus anderen Filmen klauen?)
    - "Wyrmwood" (hätte mehr (oder etwas anderes?) erwartet, aber immerhin lustig)
    - "Welp" (vertane Chance, aber für Zwischendurch ganz nett)

    Sonderpreis:
    - "TUSK" - was für ein grandioser Lacherfolg! Was für eine geniale, trashige Idee!

    Autogramme gabs auch:

    Buttgereit / Kosakowski / Marschall

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